Sie kommen meist zu zweit und unangemeldet. Seit Anfang des Jahres sind Cornelia von Hardenberg, Peter Ulrich (als Verbindungsmann zum Stadtrat mit im Projektteam), David Burton, Werner Manlik (Sprecher des AK Verkehr) und Architekt Thomas Wenzel unterwegs und klingeln entlang des Altstadtrings an den Türen von Firmen, Einzelhändlern, Polizei und Rettungsdiensten. Und sie stellen immer die gleichen Fragen: Wie sollte der Verkehr auf dem Altstadtring in Zukunft rollen? Und was darf auf gar keinen Fall passieren?
Ihre Fragerunde angefangen haben die ehrenamtlichen „Interviewer“ bei Feuerwehr, Polizei und Rettungskräften, schließlich „ist die Sicherheit mit das wichtigste Thema“, begründet David Burton. Und weil die meisten Einsatz-Fahrten in Richtung Bahnhofstraße, Nürnberger Straße und Allersberger Straße gehen, ist schon mal klar, dass der Weg in diese Richtung kurz und schnell sein muss.
Wie der Lieferverkehr funktionieren kann, darum ging es in den anschließenden Besuchen bei den beiden großen Betrieben Bayka (wünscht sich, dass die OttoSchrimpff-Straße nicht zur Einbahnstraße wird) und Leoni (hofft auf eine Haltebucht vor der eigenen Tür), bevor die Einzelhändler ihre Wünsche und Ideen an das Team bringen konnten.
Vor verschlossener Tür standen von Hardenberg und Ulrich nach eigener Aussage noch kein einziges Mal. Im Gegenteil: „Die Leute warten schon auf uns“, so Peter Ulrich. Und nehmen sich auch Zeit für das Gespräch, um zum Beispiel darum zu bitten, dass im Zuge der neuen Verkehrsregelung vor dem eigenen Geschäft endlich wenigstens ein Kurzzeitparkplatz entsteht, oder dass es, egal in welche Richtung der Verkehr rollen wird, eine Möglichkeit geben sollte, von der Bahnhofstraße aus nach rechts auf den Parkplatz der Kulturfabrik zu fahren. Bislang wurden fast 20 Geschäfte besucht, noch mal so viele werden bis Ende Februar folgen, schließlich soll wirklich jeder Händler die Möglichkeit erhalten, seine Ideen und Wünsche loszuwerden.
Parallel dazu hat die Arbeitsgruppe – neben Cornelia von Hardenberg, Davin Burton, Peter Ulrich, Werner Manlik und Thomas Wenzel gehören auch Webdesigner Sebastian Prokop sowie von der Verwaltung Stadtbaumeister Ricus Kerckhoff und Rudolf Tschochohei zum Team – auch schon erste Vorstellungen aufs Papier gebracht. So könnte der Verkehr im Uhrzeigersinn rollen. Dann hat zum Beispiel auch der Bus keine Probleme, von der Hauptstraße kommend geradeaus in Richtung Allersberger Straße zu fahren.
Auf der inneren Straßenseite ist Platz für Kurzzeitparkplätze, auf der Außenseite für einen breiten Radweg. Und Kreisverkehre sowie das Abschalten von Ampeln sollen den Verkehrsfluss erhöhen. Außerdem will man eine Idee von Architekt Klaus Molenaar wieder aufgreifen, der im Zusammenhang mit den Plänen für das „Untere Tor“ den Sieh-Dich-Für-Weg zur Fußgängerzone machen und damit die Rothmühl-Passagen stärker ans Zentrum anbinden wollte.
Doch vielleicht geht es ja anders auch? Seit Mitte Januar lädt das „ROTHerforum“ zum Diskutieren ein, schließlich sind sich auch die Mitstreiter im Team nicht immer einig und haben zum Beispiel die Verkehrsplaner des Bamberger Büros Höhnen und Partner, die die Stadt Roth schon beim Stadtentwicklungskonzept unterstützt haben, auf manche Frage eine ganz andere Antwort. Und rechtliche Vorschriften gibt es ja auch noch, die noch längst nicht alle klar sind.
Unter www.rotherforum.de kann jeder, der will, seine Meinung einbringen. Hier können Interessierte außerdem Ende Januar die ersten Pläne einsehen, die die „Niver-Gruppe“ zur Diskussion stellen will und um die es auch im ersten großen öffentlichen Forum am Montag, 30.Januar, 20 Uhr, im Markgrafensaal von Schloss Ratibor gehen wird, zu dem alle Interessierten eingeladen sind. Das Ergebnis dieser großen Runde wird dann übrigens auch gleich am nächsten Tag dem Rother Stadtrat in seiner Sitzung vorgestellt.
Doch bei allen unterschiedlichen Meinungen über die richtige Richtung für das Konzept, eine Bitte wurde bislang von fast allen an die Projektgruppe herangetragen: Nicht nur reden, sondern endlich auch mal handeln!
Das haben sich Cornelia von Hardenberg, David Burton, Peter Ulrich und die anderen Mitstreiter auch fest vorgenommen. Ihr Ziel: Wenn im Sommer die Bauarbeiten am Willy-Supf-Platz losgehen, dann steht das Konzept, da sind sie sich sicher. Weil nämlich endlich Bürger, Verwaltung, Stadtrat und Fachleute in kleinem Kreis an einem Tisch sitzen und weil der Druck in der Stadt inzwischen sehr groß ist.
Die Zeit, so Cornelia von Hardenberg, ist eben „einfach reif für Veränderungen“.
Das öffentliche Diskussionsforum am Montag, 30. Januar, im Markgrafensaal von Schloss Ratibor beginnt um 20 Uhr. Infos zum Projekt im Internet unter www.rotherforum.de Dort können sich Interessierte per Klick für die Veranstaltung anmelden.

Bewerbungen für den NN-Kunstpreis werden ab 1. März 2012 entgegengenommen. Die Teilnahmebedingungen finden Sie
hier.