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Freitag, 17.08.2018

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e-Dragster kommen aus Roth

Abschlussklasse der Fachschule für Fahrzeugtechnik und Elektromobiliät präsentierte Ergebnisse ihrer Projektarbeiten - 06.05.2018 06:00 Uhr

Das vierrädrige „e-Wood“ eines Teams fiel vor allem durch sein markantes Holzdesign auf, zu dessen Realisierung die Konstrukteure nicht zuletzt auch von den Schreiner-Azubis der Berufsschule Unterstützung bekommen hatten. © Tobias Tschapka


So genannte "Dragster" sind Fahrzeuge, die speziell für Beschleunigungsrennen konstruiert werden. Das diese rein elektrisch angetrieben werden, ist eher ungewöhnlich – aber genau das hatten sich die vier, jeweils fünfköpfigen Projektgruppen vorgenommen. Auf dem Gelände des Nutzfahrzeugzentrums stellten die 18 Männer und zwei Frauen ihre auch optisch überaus ansprechenden Gefährte jetzt der Öffentlichkeit vor.

"Projektarbeiten wie diese sind ein Alleinstellungsmerkmal unserer Technikerschule", machte der Leiter des Berufsschulzentrums Michael Greiner in seiner Begrüßungsansprache deutlich. "Wir sind sehr stolz auf unseren praktischen Ansatz, der von den Betrieben stark honoriert wird", so Greiner, der überdies dem ebenfalls anwesenden Landrat Herbert Eckstein dafür dankte, dass dieser die Berufsschule für eben diese Zwecke gut ausgerüstet habe.

Alleine der Anblick der flotten Flitzer in der Maschinenhalle ließ schon so manches Herz höher schlagen – aber natürlich freuten sich sowohl deren Konstrukteure als auch die Besucher vor allem auf den Einsatz an der "Teststrecke", die rund um das Schulgebäude führt.

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Die Sechzehntel-Meile von Roth

Die Abschlussklasse der Staatlichen Fachschule für Fahrzeugtechnik und Elektromobilität hat vier Dragster entwickelt und gebaut. Mit denen PS-starken Boliden werden normalerweise Rennen über die Viertelmeile gefahren, die Rother Versionen sind dann doch deutlich leiser.


Zuvor jedoch erläuterte der Leiter der Technikerschule Andreas Deinhardt die Aspekte des Projekts, welches die SchülerInnen von der Planung bis zur Ausführung selbstständig durchgeführt hätten. Vorgegeben waren zum Beispiel: die Höchstgeschwindigkeit, die Reichweite, gute Bremsen und natürlich ein zügiges Beschleunigungsverhalten. Logisch, das bei der Konstruktion nicht alles auf Anhieb geklappt habe, zum Beispiel das ehrgeizige Ziel eines der Teams, wirklich alle Teile ihres Dragsters ausschließlich aus Holz zu bauen. "Aber wie heißt es so schön? Hinterher ist man immer gscheiter", so Deinhardt.

"Diesen Spruch kann man übrigens auch auf die gesamte Technikerschule anwenden", argumentierte der stellvertretende Schulleiter Andreas Betz, "denn alle Absolventen sind nach ihren Abschlüssen willig und fähig, verantwortungsvolle Jobs in der Industrie zu übernehmen".

Ein Jahr Arbeit

Ein Jahr lang haben die Teams jeden Freitag an ihrem Projekt gearbeitet. Zwei der Fahrzeuge waren (überwiegend) aus Holz gefertigt, eines verfügte über einen Stahl-, ein anderes über einen Aluminiumrahmen. Und neben den technischen Spezifikationen hatten die Konstrukteure unter anderem auch auf eine raffinierte Beleuchtung und vor allem auf das Design viel Wert gelegt.

Das knallrote Dragster-Design des Teams „Electrik Car Engineering“ ist eindeutig von Ferrari inspiriert, was nicht zuletzt auch das Logo suggeriert. © Tobias Tschapka


Der Dragster des Teams "Electrik Car Engineering" ließ sich dabei eindeutig von Ferrari inspirieren, was man nicht nur am Logo – ein steigendes Ross, aus dessen Schwanz ein Stecker wuchs – sehen konnte, sondern auch an der Form und der natürlich (!) roten Farbe des Gefährts. Die "Black Widow" des Teams "FMS Performance" hingegen war nachtschwarz und verfügte statt vier Rädern nur über drei: zwei hinten und ein großes vorn.

Beim Fahrzeug des Teams "DragStars" war es genau anders herum: zwei Räder vorne, eins hinten; und das wiederum vierrädrige "e-Wood" des vierten Teams fiel vor allem durch sein markantes Holzdesign auf, zu dessen Realisierung die Konstrukteure nicht zuletzt auch von den Schreiner-Azubis der Berufsschule Unterstützung bekommen hatten.

Die „Black Widow“ des Teams „FMS Performance“ präsentierte sich statt mit vier Rädern nur mit dreien: zwei hinten und ein großes vorn. © Tobias Tschapka


Diese wurden in den Dankesreden der Schüler ebenso bedacht wie die gesamte Schule und die Lehrkräfte, die immer ein offenes Ohr für die Nachwuchskonstrukteure gehabt hätten.

Nun wollte man natürlich auch noch sehen, wie sich die Dragster auf der Strecke verhielten, und ob sie ihre geforderten Spezifikationen erreichen würden. Dabei leistete die Polizei Schützenhilfe, die auf dem Parcours mit der Radarpistole Geschwindigkeitsmessungen durchführte; zudem kamen Bremsverhalten und Beschleunigung unter die Lupe.

Am Ende gab es allenthalben zufriedene Gesichter – sowohl beim Publikum als auch bei den TechnikerschülerInnen selbst, die für ihre Arbeit viel Applaus ernteten.

Zufrieden konnten auch die Lehrkräfte sein, die die jungen Leute bei der Realisierung der Projektarbeiten immer zur Seite gestanden hatten und für solches Engagement bereits mit dem "Deutschen Lehrerpreis" ausgezeichnet wurden.

Nach der Präsentation gab es noch jede Menge guter Gespräche, denn die Fachschule für Fahrzeugtechnik und Elektromobilität hat die Veranstaltung erstmals mit einer Firmenkontaktbörse im Kraftfahrzeugzentrum verknüpft, auf der unter anderem der Autozulieferer Leoni und der TÜV vertreten waren. 

Tobias Tschapka E-Mail

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