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„Wir stehen voll hinter der Entscheidung, Nina Hagen zu holen“, sagen die Kufa-Chefinnen Monika Ammerer-Düll und Silke Rieger — wohl wissend, dass die kapriziöse deutsche Sängerin mit der voluminösen Vier-Oktaven-Stimme das Blues-Genre auch auf ihrer aktuellen Platte „Volksbeat“ bestenfalls streift. Immerhin hat das Wolf-Biermann-Ziehkind, das am 30. März, 20 Uhr, in der Kulturfabrik auftritt, sich im Laufe ihrer Karriere intensiv mit Soul und Gospel auseinandergesetzt. Dennoch steht bei Nina Hagen klar der Showeffekt im Vordergrund.
Der Rest des Programms spiegelt den Grundgedanken wider, das Spektrum des Blues möglichst umfassend darzustellen, Rootsblueser und Bluesrocker, Sänger/Songschreiber und Gitarrenvirtuosen aufzubieten und so Stammgästen wie Blues-Neulingen eine abwechslungsreiche Festival-Woche zu bescheren.
Eröffnet werden die Bluestage am Samstag, 24.März, mit einem Doppelkonzert: Die amerikanische Sängerin Dana Fuchs hat unter anderem Musical-Erfahrung und gilt in den USA als kommender Superstar; Will Wilde, jüngerer Bruder der Bluesmusikerin Dany Wilde, nennt Monika Ammerer-Düll einen „entfesselten Harp-Spieler“. Im Gasthaus Zur Linde sind an diesem Tag die Ansbacher „Backporch Tunes“ mit ihrer eingängigen Mischung aus Folk, Blues und Rockballaden zu hören.
Flinkfinger Eric Sardinas ist am 25. März in der Kufa zu hören, jenem Ort, an dem er im Rahmen der Bluestage vor einigen Jahren in bester Jimi-Hendrix-Manier seine Gitarre abfackelte. Am Dienstag, 27.März, zeigt Liedermacher „Crazy“ Chris Kramer im „Posthorn“ Eckersmühlen, dass er auch „richtig rocken“ kann, wie es Silke Rieger formuliert. Europäischen Bluesrock der Oberklasse servieren am 28. März der Brite Matt Schofield (Jahrgang 1977) und die in der Schweiz lebende italienische Blues-Legende Rudy Rotta im Doppelpack.
Zwei engen Verwandten des Blues huldigt der Ausnahme-Saxofonist Pee Wee Ellis in seinem „Tenoration“-Programm am 29. März in der Kufa: Funk und Jazz, puristisch instrumental und mit souligen Anklängen. „Es geht auch ohne Gesang“, meint Silke Rieger dazu. Am selben Tag stehen im „Posthorn“ Richard Bargel und Klaus „Major“ Heuser (früher bei BAP) auf der Bühne und stellen ihre erste gemeinsame CD vor.
Der 1966 in Newcastle geborene Bluesrock-Gitarrist Paul Rose ist mit seiner Band am 30. März im „Posthorn“ zu erleben — ein Saitenzauberer, der nicht nur die Blueskritiker zu Begeisterungsstürmen hinreißt.
„Mr.Speiche’s Monokel Blues Band“, die am 30. März das Kufa-Publikum für Nina Hagen anwärmt, präsentiert am Samstag, 31.März, im „Posthorn“ ihre neue CD „Butter & Beton“. In der Kufa bringen zeitgleich ein paar Ikonen des Weißen Blues die Wände zum Wackeln: Die „Hamburg Blues Band“ tritt mit Chris Farlowe („Colosseum“) und Clem Clempson („Humble Pie“) an, Walter Trout, der unter anderem mit John Lee Hooker unterwegs war, kredenzt mit seiner Gruppe „Blues for the modern Daze“.
Den Bluesbrunch am Sonntag 1.April, 11 Uhr, bestreitet mit Big Daddy Wilson ein beliebter Bluestage-Gast. Als neuer Festival-Spielort ist erstmals die Rother Awo-Firma „Auf Draht!“ (Drahtzieherstraße 6) dabei.
Als „Rausschmeißer“ fungiert in diesem Jahr der Newcomer Philip Sayce, der zum Bluestage-Finale in der Kulturfabrik am Sonntagabend ab 20 Uhr zeigt, wo bei einem ursprünglich aus Wales stammenden Kanadier der Blues-Hammer hängt. Sayce hat von Fachmagazinen das trendige Adjektiv „cool“ bekommen und wird als kommender Gitarrengott gehandelt.
Weitere Infos auf www.bluestage.de oder per Telefon (09171)848714

Bewerbungen für den NN-Kunstpreis werden ab 1. März 2012 entgegengenommen. Die Teilnahmebedingungen finden Sie
hier.