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Den halben Punkt gab Bischoff gegen einen Allersberger Jugendspieler ab. Der erst zwölfjährige Manuel Kobras konnte dem Großmeister ein Remis abtrotzen und konnte dies selbst kaum fassen. Der Beifall der Zuschauer galt nach der spannenden Partie beiden, dem Großmeister und dem jungen Manuel. Der Großmeister hatte im Evangelischen Gemeindezentrum in einem ersten Turnier 30 Gegner, meist Nachwuchsspieler, gegen sich. Nach knapp eineinhalb Stunden war alles vorbei. Alle Partien waren zugunsten des Gastes ausgegangen.
Im zweiten Turnier saßen die Kreisklassen-Spieler aus Allersberg und einigen anderen Vereinen aus Mittelfranken dem Großmeister gegenüber. Wiederum das gleiche Bild. Gelassen, aber konzentriert ging der Großmeister von Brett zu Brett, brauchte nur wenige Sekunden bis er die Stellung erfasst hatte, zog seine Figuren und gab damit seinen Gegnern erneut Probleme auf.
Ein Simultanturnier bietet Spielern mit geringer oder mittlerer Spielstärke die Möglichkeit, gegen wesentlich stärkere Gegner anzutreten. Der Allersberger Wettkampf war ein Turnier mit Uhren-Handicap. Das heißt, dass der Simultanspieler mehr Zeit auf seiner Uhr eingestellt bekommt als der einzelne Gegenspieler. Das Mehr an Zeit ist dadurch gerechtfertigt, dass der Simultanspieler von Brett zu Brett gehen muss und dafür natürlich zusätzliche Zeit benötigt.
Dabei muss der Simultanspieler nicht nur mehrere Spiele überblicken und sich die Stellungen merken. Er muss auch schneller reagieren und ziehen, um in der vereinbarten Zeit das Spiel beenden zu können. Durch diese Erschwernisse sind Ungenauigkeiten oder Fehler möglich, die ein Spieler dieser Qualität normalerweise nicht machen würde.
Doch trotz der erschwerten Bedingungen hatte auch keiner der 22 Spieler im zweiten Durchgang eine Siegchance, keiner - mit Ausnahme von Manuel Kobras - konnte dem Großmeister auch nur annähernd Paroli bieten. Alles in allem war es eine eindrucksvolle Demonstration schachlichen Könnens für die Mitglieder des Allersberger Schach-Club 2000 und der Zuschauer im Evangelischen Gemeindezentrum.
Klaus Bischoff, einer der renommiertesten deutschen Großmeister aller Zeiten, weist eine Deutsche Wertungszahl (DWZ) von fast 2600 auf. Er trägt den Titel eines Großmeisters seit 1990. Vereinsschach spielte er in Deutschland bei verschiedenen Vereinen und tritt zurzeit bei EssenKaternberg in der 1.Bundesliga an. Er war bereits mit 14 Jahren deutscher Meister, belegte bei der Jugend-Weltmeisterschaft 1980 den dritten Platz, ist deutscher Nationalspieler und gewann bei der Schach-Olympiade in Istanbul mit der deutschen Mannschaft die Silbermedaille.
Spieler und Zuschauer belohnten mit viel Applaus die Spitzenleistung des Großmeisters, der auch menschlich mit seiner sympathischen Art überzeugt hatte. Als Erinnerungsgeschenk überreichte ASC-Vorsitzender Hartmut Täufer dem Ehrengast ein Vereins-Shirt.

Bewerbungen für den NN-Kunstpreis werden ab 1. März 2012 entgegengenommen. Die Teilnahmebedingungen finden Sie
hier.