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„Eigentlich wollte ich ursprünglich einen Monatskalender mit historischen Allersberger Ansichten machen, doch dann habe ich den Plan verworfen und mich für eine vergleichende Arbeit mit Ansichten früher und heute entschieden“, sagt Johanna Dorr. Erfolgreich, wie die Note belegt. „Eine sehr gute Arbeit, geschrieben mit Begeisterung“, heißt es unter anderem als Fazit in der Bewertung. Und: „Die Arbeit liest sich flüssig und spannend bis zum Schluss.“
Konzentriert hat sich Johanna Dorr auf sechs historische Fotografien von bekannten Allersberger Wahrzeichen, denen sie jeweils eine Ansicht aus dem Jahr 2011 gegenüberstellt und herausarbeitet, was sich baulich und gestalterisch verändert hat.
Das erste Fotopaar jedoch zeigt kein Gebäude, sondern eine Familienaufnahme der Familie Dorr, die um das Jahr 1910 gemacht wurde. Sie zeigt Johanna Dorrs Großeltern. Vom gleichen Standpunkt aus hat die Gymnasiastin ihren Opa und Onkel fotografiert. Wer die beiden Fotos vergleicht, entdeckt reizvolle Kontraste. Nicht nur die Kleider- und Haarmode haben sich geändert, sondern auch die Umgebung. Alte Häuser und Anbauten sind verschwunden, neue Gebäude entstanden.
Für eine weitere Gegenüberstellung hat sie einen alten Lageplan, der um 1400 entstand, mit einem heutigen Lageplan verglichen. Eine Postkarten-Ansicht des früheren Bahnhofs, der 1902 entstand, kontrastiert mit der heutigen Ansicht des Hauses, in dem seit rund 30 Jahren die Gemeindebücherei untergebracht ist.
Des Weiteren zu sehen sind der Spitalweiher in einer historischen Aufnahme aus dem Jahre 1885 und ein Foto aus dem Jahr 1860, das
die alte Pfarrkirche „Allerheiligen“ zeigt. „Das Fachwerk war damals noch verputzt, erst später wurde es freigelegt“, sagt Johanna Dorr. Im Jahre 1945 hat der Hilpoltsteiner Maler Wilhelm Schmidt-Crohe´ das kriegszerstörte Allersberg gemalt. Seine Bilder hängen heute im Sitzungssaal des Allersberger Rathauses. Vom gleichen Standpunkt aus hat Johanna Dorr die heutigen Häuser fotografiert.
Was die historischen Aufnahmen betrifft, ist Johanna Dorr im Gemeindearchiv Allersberg fündig geworden. Die alten Fotos hat sie eingescannt, anschließend hat sie Vergleichsaufnahmen aus der gleichen Perspektive gemacht und analysiert, welche Veränderungen es über all die Jahrzehnte gibt. Neben historischen privaten Schwarzweiß-Fotos konnte die Schülerin auch
auf einen kleinen Fundus von historischen Ansichtskarten zurückgreifen.
Welches Fazit zieht Johanna Dorr selbst? „Wenn man die frühen Aufnahmen mit den Fotos von heute vergleicht, erkennt man, dass sich oft nur wenig verändert hat. Die Wahrzeichen sind gleich geblieben, und man stellt fest, dass sich bemüht wird, den charakteristischen Stil eines Gebäudes zu erhalten“, sagt die begeisterte Fotografin. Und räumt mit einem Lächeln ein, dass die Bezeichnung „Das barocke Allersberg“ von einem Autobahn-Werbeschild stammt, das dem Autofahrer die baulichen Besonderheiten des Ortes nahebringen will.

Bewerbungen für den NN-Kunstpreis werden ab 1. März 2012 entgegengenommen. Die Teilnahmebedingungen finden Sie
hier.