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Fünf nach zwölf in der Rother Kreisklinik

Krankenhauspersonal unter Druck - Lob von Theresa Schopper - 16.05.2013

Eine Kreisklinik statt vieler kleiner Häuser  — den Weg dorthin hat die Rother Kreisklinik schon lange beschritten, viele andere Landkreise sind ihn noch nicht gegangen. Laut Klinikvorstand Werner Rupp ist er aber unausweichlich. Bei ihrem Besuch in Roth pflichtete ihm Grünen-Landesvorsitzende Theresa Schopper  bei.

Eine Kreisklinik statt vieler kleiner Häuser — den Weg dorthin hat die Rother Kreisklinik schon lange beschritten, viele andere Landkreise sind ihn noch nicht gegangen. Laut Klinikvorstand Werner Rupp ist er aber unausweichlich. Bei ihrem Besuch in Roth pflichtete ihm Grünen-Landesvorsitzende Theresa Schopper bei. © Archiv/tts


Diese Appelle an die Politik werden nun offenkundig gehört: Nicht nur ein Gespräch mit den beiden Bundestagsabgeordneten Marina Schuster aus Greding und Marlene Mortler aus Lauf hat den Rother Klinikchef Werner Rupp leicht optimistisch gestimmt. Jetzt hat sich auch Theresa Schopper, Landtagsabgeordnete und Landesvorsitzende der Grünen, zusammen mit dem Rother Kreisvorstand der Grünen in der Kreisklinik umgesehen und bei einem ausführlichen Gespräch mit Rupp sowie Pflegedienstleitung und Personalrat festgestellt: „Die Klinik ist auf einem guten Weg.“

Landespolitik muss steuern

Den guten Weg, der im Landkreis Roth längst beschritten wurde, haben viele Regionen laut Rupp noch vor sich. „Die Landschaft muss von nicht ausgelasteten Häusern bereinigt werden“, fordert er, weiß aber gleichzeitig, dass dieser Schritt für Kommunalpolitiker extrem schwierig ist. „Da muss die Landespolitik mit dem Krankenhausplan und den Auslastungszahlen steuern.“

Theresa Schopper stößt ins selbe Horn: „Wir müssen nicht nur darauf achten, wo Unterversorgung herrscht, sondern auch darauf, dass Über- oder Fehlversorgung abgeschafft werden.“ Und sie verlangt, dass Kooperationen deutlich mehr und besser werden müssen — in Roth funktionieren sie bereits vorbildlich. Mit dem Gesundheitszentrum direkt vor der Haustür spare man sich doppelte Anschaffungen und sorge für Synergieeffekte.

„Die Zeichen erkannt und richtig reagiert“ habe die Kreisklinik, lobt die grüne Landes(gesundheits)politikerin. Anlass zur Sorge gibt es trotzdem. Vor allem die Belastung für das Personal nimmt immer weiter zu, sagt Rupp selbst und belegt mit Zahlen: In den vergangenen sechs Jahren wurden der Kreisklinik — infolge von etwas niedrigeren Erlösraten als die Kostensteigerung vorgibt — 1,4 Millionen Euro entzogen, „das ist das Geld für 30 Stellen.“ Rupp hat trotzdem niemanden entlassen, aber die Folge war: „Alle mussten mehr arbeiten.“

Jetzt bekommen die Krankenhäuser für zwei Jahre dank eines kurzfristig gezimmerten Sofortprogramms als „Tropfen auf den heißen Stein“ 1,1 Milliarden Euro. Rupp: „Das sind bei uns 180000 Euro, also vier Stellen.“ Da er aber vorher niemanden rausgeschmissen habe, könne er jetzt auch nicht vier Leute einstellen.

Seine Forderung und die der KKB ist, dass der „Tropfen“ wenigstens sofort fließt und nicht erst lange nach den Wahlen. Personalrat Guntram Rudolph merkt dazu an, dass das Haus eigentlich 15 bis 20 Prozent mehr Personal braucht, er weiß aber auch, dass der Wunsch nie Wirklichkeit wird. Rupp: „Die Wirtschaftlichkeitsreserven sind ausgeschöpft, alles geht zu Lasten des Personals.“

Auch die Lohnentwicklung trage nicht gerade dazu bei, weiterhin gute Kräfte zu finden. Gerade mal die Inflationsrate haben die Lohnerhöhungen der vergangenen Jahre ausgemacht, sagt Rupp.



Trotz der ernsthaften Sorgen — auch um eine verlässliche Krankenhausfinanzierung - sehen Vorstand und Personal positive Signale: Bei den Gesprächen mit Politikern wie Theresa Schopper gebe es wirklich Interesse. „Das Thema wird aufgegriffen“, glaubt er. Außerdem habe die Regionalkonferenz der KKB zu Solidarisierung und Schulterschluss untereinander geführt. „Die Mitarbeiter merken, die Klinik kümmert sich.“ Das stärke das Selbstbewusstsein aller.

Und die Solidarisierung der Kliniken untereinander mache ebenfalls Fortschritte. Denn alle merken: „So wie bisher kann es aus Verantwortung gegenüber den Mitarbeitern und den Patienten nicht weitergehen.“ 

car

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