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„Die Spritpreise sind wirklich heftig, aber das geht schon seit vier Jahren so“, wetterte Hans Schröder von der gleichnamigen Fahrschule in Hilpoltstein. Schröder hat nach eigener Aussage die drastisch gestiegenen Kosten bis jetzt nicht auf die Fahrstunden umgelegt. „Aber eigentlich hätte man das schon länger machen müssen.“ Im Gegensatz zu manch anderen kommerziellen Betrieben hat Schröder keine eigene Tankstelle, ist also mit seinen fünf Autos den Spritpreisen vollkommen ausgeliefert. Dass der Treibstoffverbrauch bei ihm höher ist als bei Otto Normalverbraucher, liegt in der Natur der Sache. Denn welcher Fahrschüler beherrscht spritsparendes Schalten aus dem Effeff?
Natürlich bekommt auch die Polizei die gestiegenen Benzin- und Dieselpreise zu spüren. Zwar komme man bei der örtlichen Tankstelle als Großkunde über eine Tankcard in den Genuss eines gewissen Rabattes, aber „deswegen zahlen wir pro Liter nicht zehn Cent weniger“, betonte Otto Hamperl, Dienststellenleiter der Polizei Hilpoltstein.
Um Sprit zu sparen, sind seine Kollegen angehalten, sogenannte Haushaltsfahrten auf ein Minimum zu reduzieren. Wenn beispielsweise Unterlagen nach Nürnberg gebracht werden, versuche man, dabei gleich mehrere Arbeitsgänge auf einmal zu erledigen. Spritpreise hin, Spritpreise her: Wenn es um Einsätze geht, nimmt die Polizei keine Rücksicht auf den Literpreis. Denn die Sicherheit der Bürger stehe an erster Stelle.
15000 Liter Diesel im Monat schlucken die neun Groß- und zwei Kleinbusse des Busunternehmens Moßner in Thalmässing, das eine eigene Tankstelle auf dem Hof hat. Chef Manuel Moßner schätzt die monatlichen Mehrkosten für den Fuhrpark angesichts der gestiegenen Spritpreise auf 5000 bis 6000 Euro.
Diese Mehrkosten würden dann auf die Passagiere umgelegt werden. „Nachdem wir oft frühzeitig Angebote abgeben, sind diese unter Vorbehalt.“ Es kann gut sein, dass die eine oder andere Fahrt dann um ein paar Euro teurer wird, wenn die Kosten für den Treibstoff wieder mal drastisch in die Höhe schnellen. Natürlich seien die Fahrer zu einer sparsamen Fahrweise angehalten, aber exakt überprüfen könne man das nicht, weil in den Bussen keine Verbrauchsanzeigen eingebaut seien.
Auch die Stadt Hilpoltstein leidet unter den hohen Spritpreisen. 2011 seien die Kosten für Treibstoff im Vergleich zu 2011 um rund 8000 Euro gestiegen. Würden sich die Spritpreise auf dem Niveau der vergangenen Wochen bewegen, würde das für den Fuhrpark der Stadt im Vergleich zu 2011 mit einem finanziellen Mehraufwand der Stadt von rund 6000 Euro zu Buche schlagen, rechnete Kämmerer Herbert Walter hoch. Werner Weigel, Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Roth hat bislang keine Anweisungen der Stadt bekommen, Sprit zu sparen. Er sehe ohnehin keinen Spielraum, „da regelmäßige Bewegungsfahrten vom Gesetzgeber vorgeschrieben sind“.
Reiner Jäger, Geschäftsleiter der Spedition Greiner in Hilpoltstein, bemängelt vor allem „die großen Preissprünge innerhalb eines Tages“. Er wünscht sich eine Reglementierung, die Schwankungen unterbinde. „Die Kalkulation ist ohnehin schwierig, obwohl in Verträgen mit Großkunden mittlerweile sogenannte Dieselklauseln enthalten sind.“ Diese Klauseln beinhalten den zu erwartenden Mittelwert des Dieselpreises für einen Monat, sodass sowohl die Speditionen als auch die Kunden etwas mehr Planungssicherheit haben, erläutert Jäger. Bei 100000 gefahrenen Kilometern pro Fahrzeug und Jahr sei dies ein erheblicher Faktor in der Kalkulation.
Um Sprit zu sparen, lässt Jäger alle neuen Lkw auf eine Höchstgeschwindigkeit von 85 Stundenkilometer drosseln. „Die dadurch etwas längeren Fahrtzeiten spielen bei einer ausschließlich regional tätigen Spedition, wie uns, kaum eine Rolle“, erklärte er.
Die Nachfrage nach Geländelimousinen ist trotz der hohen Spritpreise nach wie vor ungebrochen, weiß Martin Rachinger, Verkaufsleiter beim Autohaus Feser-Joachim in Roth. Das liege auch daran, dass in diesem Segment mittlerweile kraftstoffsparende Modelle auf dem Markt seien. Elektro-Autos werden dagegen „so gut wie nicht nachgefragt“.
Markus Innerkofler, stellvertretender Vorsitzender der BMW Motorradfreunde Roth-Schwabach, achtet bei der Neuanschaffung eines Fahrzeugs mittlerweile auf den Kraftstoffverbrauch. Auf das Vereinsleben bei den Motorradfreunden habe der gestiegene Spritpreis allerdings keine Auswirkungen. „Unser Hobby ist eher vom Wetter als den Spritkosten abhängig“, sagt Innerkofler, „und kürzere Touren planen wir wegen der gestiegenen Preise nicht“.

Bewerbungen für den NN-Kunstpreis werden ab 1. März 2012 entgegengenommen. Die Teilnahmebedingungen finden Sie
hier.