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Gemeinsam gestalten

Georgensgmünd: SPD und CSU nominieren Ben Schwarz - 14.09.2017 16:09 Uhr

Ben Schwarz kann mit der Bilanz der vergangenen sechs Jahre zufrieden sein. SPD und CSU schulterten gemeinsam anstehende Aufgaben. Die Koalition funktionierte prächtig. © Foto: Detlef Gsänger


Außergewöhnlich sei schon der große Vertrauensvorschuss der Christsozialen 2011 gewesen. "Ich habe mich damals sehr geehrt gefühlt." Aber kann eine derartige Koalition sechs Jahre halten? So wird sich der eine oder andere Gmünder Bürger damals sicherlich gefragt haben. Doch es hat funktioniert. Bestens sogar. Und soll nun weitere sechs Jahre überdauern.

"Dass Georgensgmünd so gut dasteht, hat auch mit allen Gemeinderäten zu tun", sagt Ben Schwarz, denn: "Wir haben in der Sache immer an einem Strang gezogen." Diese besondere Situation vor Ort erklärt er wie folgt: "Es geht um Heimat, um die Menschen vor Ort und nicht um politisch motivierte Entscheidungen."

Die erneute Nominierung sei für ihn Motivation und Herausforderung zugleich. Deshalb lautet sein Motto für die kommenden sechs Jahre: "Georgensgmünd gemeinsam gestalten." Weil: "Ohne Rückhalt bei Entscheidungen in der Bevölkerung, der Verwaltung und im Gemeinderat kann ein Bürgermeister auch ein sehr einsamer Mensch sein", weiß Schwarz. "Und dem ist nicht so", untermauert der studierte Jurist.

Seit der Wahl vor sechs Jahren hat sich auch privat so einiges bei Ben Schwarz (41) getan: Er hat geheiratet und ist stolzer Vater zweier Kinder; er hat ein Haus ausgebaut auf dem Areal seiner Eltern, die im ältesten Haus Gmünds wohnen und sich ebenfalls sehr mit der Heimat rund ums Rezat-Örtchen verwurzelt sehen. Die Gestaltung seines Lebensumfelds sieht Ben Schwarz denn auch als große Herausforderung und Verpflichtung im Amt.

Nicht ohne Stolz verweist er auf viele gemeinsam erreichte Vorhaben: Planung und Bau für eine Sanierung und den teilweisen Neubau der Kläranlage zum Beispiel; ferner holte sich die Gemeinde mit einem Architektenwettbewerb (Plangutachten) wichtige Anregungen für die weitere Gestaltung und Vitalisierung des "Nördlichen Marktplatzes" rund um den "Meiers Beck"; zudem konnte mit dem Beschluss zum Bau einer turnierfähigen zweieinhalbfachen Turnhalle ein lang ersehnter Wunsch der Gmünder Vereine und Bürger umgesetzt werden; und nicht zu vergessen der Startschuss für ein Interkommunales Gewerbegebiet.

Ben Schwarz kann darauf verweisen, dass die Gemeinde mit ihren nun über 6700 Einwohnern ein attraktives Zuzugsgebiet geworden ist und innovative Gewerbebetriebe vorweisen darf.

40 000 Besucher

Über deren Leistungsspektrum konnten sich Interessierte bei der Gewerbeschau "geoMesse 2017" im Mai überzeugen. Über 200 Aussteller aus der Region und rund 40 000 Besucher kamen ins Gewerbegebiet. Die ansässigen Betriebe öffneten an beiden Tagen ihre Türen.

Aktuell hat die Rezatgemeinde nahezu ebenso viele Ein- wie Auspendler. "Theoretisch gesehen, könnte jeder Sozialversicherungspflichtige am Wohnort arbeiten. Das spricht für die Gemeinde und für die Betriebe", so Schwarz. Trotz aller Investitionen, die die Kommune tätigt und noch plant, kann sie dennoch Schulden abbauen.

Georgensgmünd wirbt auch als "familienfreundliche Gemeinde" Kann sie, denn neue Baugebiete wurden ausgewiesen und die Kinderbetreuung ausgebaut, eine umfangreiche Ganztagesbetreuung im Schulbereich geschaffen und fortan ist es auch möglich, in Georgensgmünd die Mittlere Reife abzulegen. Schwarz verweist zudem auf den Ausbau des Radwegenetzes und der Breitbandverkabelung.

Lang ist die Liste an Herausforderungen, die mit Blick Richtung Zukunft gemeistert werden müssen. "Generationenpolitik" und "Barrierefreiheit" sind ebenso Themen wie die Schaffung "einkommenorientierter Wohnangebote", also der soziale Wohnungsbau. Und: die Sicherung wohnortnaher Bildungsangebote.

Fortgeführt werden soll der stete Ausbau der Infrastruktur und die interkommunale Zusammenarbeit. Ausgebaut werden soll auch der enge Kontakt zwischen Gemeinde, Werken und den Unternehmern am Ort.

Auf der Agenda steht ferner all das, was unter das Stichwort "Energiewende" fällt, wie die Erhöhung des Anteils erneuerbarer Energien, die Entwicklung lokaler Energiekonzepte, Bauleitplanung und Sanierungen unter energetischen Gesichtspunkten sowie die Stärkung der E-Mobilität.

Eine vorausschauende Siedlungspolitik, die einerseits die Neuansiedlung im Ort und die weitere Belebung des Kernortes, aber auch den Erhalt und die Eigenständigkeit der Ortsteile ermöglicht, sei ebenfalls "ganz, ganz wichtig", erklärt Schwarz.

Um selbiges zu erreichen, müsse das Gemeindeleben weiterhin gestärkt und das Ehrenamt als Rückgrat der Gemeinde unterstützt werden.

Schwarz ist überzeugt, dass die Aufgaben "auch weiterhin gemeinsam gemeistert werden können". Hierzu lohne ein Blick in die jüngste Vergangenheit: Nach der schwierigen Zeit Mitte/Ende der 1980-er Jahre, als die Firmen Grundig und Vohwinkel dicht machten und viele Gmünder Bürger ihre Arbeitsplätze verloren, sei es unter den vorausschauenden Bürgermeistern Schönwald und Wernard gelungen, Georgensgmünd wieder zu neuer Blüte zu verhelfen.

"Dieses Erbe habe ich gerne übernommen", bekräftigt Schwarz, der die angestoßene Dynamik nach besten Kräften forcieren will. Es sei nämlich noch viel Entwicklungspotenzial in der Gemeinde vorhanden.

"Aber wir wollen den Ort nicht nur fit für die Zukunft machen. Wir wollen gemeinsam unsere Heimat gestalten und unseren liebenswürdigen Charakter beibehalten – in den Dörfern rundum und im Kernort selbst." Immerhin wolle man ja diesen notwendigen Spagat schaffen: "Einerseits die Rolle einer Kleinstadt spielen und uns andererseits immer vor Augen führen, dass wir ländlich verwurzelt sind", appelliert Benz Schwarz. 

DETLEF GSÄNGER

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