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Ingrid Feuerstein gerät geradezu ins Schwärmen, wenn sie von „ihrem“ Rother Wasser spricht. Relativ weich, kaum belastet in Sachen Nitrat oder dergleichen. Deshalb ist es ihr auch besonders wichtig, dass in die Zukunft des Leitungsnetzes investiert wird.
„Herzstück“ ist eine Verbindungsleitung von der Steinernen Eiche zum Hochbehälter bei der Kreisklinik. Ergänzend wird eine Druckerhöhungsanlage in Kiliansdorf gebaut, die es ermöglicht, einen Notverbund zum Wasserzweckverband Bernloher Gruppe herzustellen. „Wir wollen uns gut aufstellen“, sagt die Chefin der Stadtwerke und verweist darauf, dass an der Wasserversorgung zum Beispiel auch der Brandschutz „mit dranhänge“.
Ebenso wichtig wie die Leitungen und ein gut ausgebautes Netz ist den Verantwortlichen die Qualität des Wassers. Zwar schreibt die Trinkwasserverordnung bestimmte Kontrollen vor, die Rother Stadtwerke aber fahren mit einer weit höheren Schlagzahl. So wird pro 30000 Kubikmeter Entnahmemenge an einer willkürlichen Stelle des Netzes eine Probe entnommen und dem Gesundheitsamt als zuständige Stelle übermittelt. Im Winter entspricht das einem zeitlichen Rhythmus von etwa zwei Wochen, wie der technische Leiter Bernhard Lang ergänzt.
Wenn wie in der vergangenen Woche ein Rohr bricht oder eine neue Leitung angeschlossen wird, stehen ebenso Entnahmen an, die dann ebenfalls mikrobiologisch untersucht werden.
Während der Reparatur eines Wasserrohrbruches achten die Mitarbeiter übrigens immer darauf, dass sich ein kleines Rinnsal bildet. „Das spült die Leitung und verhindert Verunreinigungen“, wie der Fachmann erklärt.
Auffällige und somit vom Gesundheitsamt beanstandete Proben haben Seltenheitswert. Im Jahr 2000 musste einmal eine Leitung desinfiziert werden, weil es aus einer privaten Zisterne einen unsauberen Rückfluss gab, wie sich Feuerstein und Lang erinnern.
Häufig liege der Grund für ein schlechtes Ergebnis aber in der Entnahme selber wie etwa ein Keim am Wasserhahn. Anders seien die jeweils durchgeführten Zweitproben — die ja sofort anstehen — nicht zu erklären, meint Bernhard Lang.
Froh sind der Techniker und seine Chefin, dass es zu gut wie keinen Belastungen durch die Landwirtschaft kommt. „Wir haben viel Wald als Schutz“, erklärt Ingrid Feuerstein, dass weder Nitrat noch andere Pflanzenschutzmittel auch nur in Nähe der Grenzwerte liegen würden.
4500 Hausanschlüsse mit über 18000 Abnehmern stehen momentan auf der Kundenliste der Stadtwerke, die den Hauptort Roth sowie die Ortsteile Eckersmühlen, Haimpfarrich und Hofstetten versorgen. Unter „Zuhilfenahme“ von derzeit elf Brunnen, von denen sieben im Rothgrund und vier in Eckersmühlen beheimatet sind.
Gerade die Vielzahl der Brunnen ist es auch, die für unterschiedliche Messergebnisse bei der Jahresaufstellung sorgt. Denn je nachdem, wie das Wasser zusammengemischt werde, fielen eben verschiedene Parameter unterschiedlich aus.
Im Jahr 2010 wurde dies noch „verschärft“, weil während des normalen Betriebs das Wasserwerk umgebaut und modernisiert — unter anderem mit einer neuen Steuerung — wurde. Teilweise mussten dadurch Teile der Aufbereitung gekappt werden, zwischenzeitlich liefen Abschnitte im Probebetrieb.
Gerade in diese Phase fiel die Messung für die jährliche Trinkwasseruntersuchung, die vor kurzem bei einem Kunden für eine entsprechende Nachfrage gesorgt hatte (wir berichteten). Der Rother hatte bei der Gegenüberstellung der Zahlen festgestellt, dass der Arsenwert für Juli 2011 fast 400 Prozent höher war als noch ein Jahr zuvor.
Genau in den oben beschrieben Umbaumaßnahmen sei laut Bernhard Lang der Grund für den großen Unterschied zu finden. In den Tiefbrunnen (bis 100 Meter) und den Flachbrunnen (bis 30 Meter) sei aufgrund des Sandsteins der Arsenwert sehr unterschiedlich. Je nachdem, wo das Wasser in welcher Menge entnommen werde, würde auch das Messergebnis schwanken. „Aber wir liegen stets weit entfernt vom Grenzwert“, wie Lang unterstreicht.

Bewerbungen für den NN-Kunstpreis werden ab 1. März 2012 entgegengenommen. Die Teilnahmebedingungen finden Sie
hier.