Mittwoch, 14.11.2018

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Großweingartener Fasching: Närrisch und politisch

Beim fantasievollen Faschingszug in Großweingarten knöpften sich die Gruppen auch aktuelle politische Ereignisse vor - 27.02.2017 06:00 Uhr

Lautstark schepperten die Mitteleschenbacher „Woldschebberer“.


Wenn in einem Faschingszug gleich drei Prinzenpaare vertreten sind, ist das schon etwas Besonderes: Thomas I. und Pia I. aus Großweingarten, Verena I. und Markus II. aus Spalt sowie Toni I. und Anita I. aus Röttenbach winkten huldvoll dem Faschingsvolk zu und genossen den Beifall, der ihnen entgegen gebracht wurde.

Den Anfang machten traditionsgemäß der "Solimu" Großweingarten und die Spalter Fleckli. Mit ihren prächtigen Masken und bunten Gewändern gaben sie dem Faschingstreiben ein malerisches Gepräge.

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Brexit und Trump zu Gast in Großweingarten

Beim Faschingszug in Großweingarten fuhr auch die große Politik durchs Dorf.


Gleich dahinter marschierten die Kinder aus dem Kindergarten St. Michael und die Spalter Mini-Fleckli, die es seit 2008 gibt, mit. Knallbunt waren auch die Wernfelser Faschingsweiber kostümiert.

Furchterregend

Geradezu furchterregend schauten die Mitteleschenbacher "Woldschebberer" aus, die auf dem Kopf mannshohe Masken trugen, mit denen sie lautstark "schepperten".

Auch die derzeit grassierende Vogelgrippe bekam ihr Fett ab. So hatte die Freiwillige Feuerwehr Großweingarten einen großen Holzkäfig gebaut, in dem man menschliche "Hühner" eingesperrt hatte. Ihr Motto: "In den Stall die ganze Sippe, denn sonst kommt die Vogelgrippe!" Natürlich mischte auch die Karnevalsgesellschaft Spalt kräftig mit.

Seit 1984 gibt es die "Abenberger Hexen". Sie feierten lautstark ihren 33. Geburtstag und begeisterten die vielen Zuschauer am Straßenrand. Was sich in der "Weigadder Apres-Skihütte" abspielte, konnte man nur erahnen. Vor der Hütte jedenfalls wurde getanzt und geschunkelt, dass sich die Balken und Bretter der Hütte bogen.

Die "Weigadder Nachtschwärmer", die sich stolz "Die Asse" nannten, prophezeiten angesichts der unberechenbaren Ereignisse in den USA, in Deutschland, Frankreich, der Türkei und in England: "Die Karten werden neu gemischt".

Der Wagen, der sich "Weigadder Treibjagd" nannte, wurde da schon konkreter. Man persiflierte Donald Trumps Dauerwahlkampfgetöse "America first" mit einem witzigen Bild "Weigadder Förster".

Der Obst- und Gartenbauverein Großweingarten erfreute das närrische Volk mit einer lustigen "Traktor-Schau", wobei die Traktoren aus Pappe waren und herumgetragen wurden. Auch die Katholische Landjugendbewegung (KLJB) und die Absberger ließen es sich nicht nehmen, lautstark mitzufeiern.

Echter Hingucker und eine besondere Attraktion war der Wagen des Gesangvereins Großweingarten, der von sechs schwarzen Pferden gezogen wurde. Das Motto des Wagens lautete: "Setz´ auf´s richtige Pferd!" und: "Role, Britania? Bye, bye." Der Brexit hat also auch bei uns seine Nachwirkungen. Der ganze Wagen war mit dem Union Jack, der englischen Flagge, vollgepflastert.

Die edlen Rappen werden nach dem Großweingartener Faschingszug übrigens direkt nach Köln gebracht, wo sie beim dortigen Karnevalszug mitwirken.

Am Ende des Zuges tanzte das Prinzenpaar noch den obligatorischen Prinzenwalzer, und damit fand der überaus gelungene Zug sein Ende. 

ROBERT UNTERBURGER

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