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Freitag, 21.09.2018

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Heideck: Ein Bufdi oder ein FSJler soll Lehrkräfte entlasten

Staat billigt der kleinen Schule nur an drei Vormittagen eine Sekretärin zu - 12.04.2018 12:00 Uhr

Bei schulischen Veranstaltungen wie dem Wintersporttag in Rudletzholz könnte ein FSJ-ler oder ein Bufdi die Lehrer entlasten. © Archivfoto: Klier


Wie notwendig solch eine Stelle wäre, führte die Schulleiterin Martina Wirsing in der Sitzung aus. Ihre Schule sei mit 143 Schülern sehr klein, so dass ihr kein Konrektor, kein Förderlehrer, kein Sozialarbeiter zusteht und nur an drei Vormittagen eine Sekretärin. Da die Schulleitung auch eine Klasse führen muss, gebe es im Sekretariat an zwei Tagen nur den Anrufbeantworter. Auch gibt es trotz des steigenden Anteils von Schülern mit besonderem Förderungs- und Erziehungsbedarf – auch aufgrund von Inklusion – keine Stunden des Mobilen Sonderpädagogischen Dienstes.

Ein Bufdi oder FSJler könnte vielfältig eingesetzt werden, außer im Sekretariat zur Begleitung von Ausflügen, bei Veranstaltungen des Schullebens, Sportturnieren, Klassenfeiern oder Chorauftritten. Auch könnten die Schul-Homepage oder das Erstellen einer Schülerzeitung zu den Aufgaben zählen. Auch zur Förderung einzelner Schüler oder als Zweitkraft bei offenen Unterrichtsformen könne er eingesetzt werden. "Mögliche Aufgaben fallen mir ohne Ende ein", so die Rektorin.

Dann stellte Martina Wirsing die Rahmenbedingungen für die beiden Modelle vor. Träger für die Maßnahme, der auch die pädagogische Begleitung und Seminartage übernimmt, würde der Paritätische Wohlfahrtsverband sein. Die Stadt müsste dem Stelleninhaber ein Taschengeld in Höhe von 185 Euro bezahlen, dazu Sozialversicherung, Verpflegungsgeld, Umlage für die pädagogische Begleitung der Maßnahme sowie eine Dienstleistungs- und Verwaltungspauschale, insgesamt knapp 790 Euro für einen FSJ-ler bzw. 581 Euro für einen Bufdi. Letztere Maßnahme komme durch den Zuschuss des Bundes günstiger. Daher strebe die Schule dies an. Sie würde das Stellenangebot auch am Gymnasium Hilpoltstein bekannt machen, vielleicht möchte jemand durch solch ein Jahr die Eignung für einen pädagogischen Beruf testen.

Die sich anschließende längere Diskussion hatte zwei Schwerpunkte: Zum einen, wie man eine geeignete Person finden könne und ob Einarbeitung und Betreuung den Lehrern nicht mehr Zeit koste als sie dadurch gewinnen. Zum anderen bemängelten viele, dass der Staat als Verantwortlicher für den Schulbetrieb sich hier aus der Verantwortung ziehe zu Lasten des Aufwandsträgers. Reinhard Siegert (CWG) bescheinigte der Rektorin, dass sie sich sehr rührend für die Schule einsetzt. Er gab zu bedenken, ob junge Leute ohne Ausbildung mit den Schülern klar kommen.

Bürgermeister Ralf Beyer bestätigte, dass dies die Stadt eigentlich nichts angeht, andererseits er natürlich die Schule in ihrer Arbeit unterstützen will. Rudolf Schmidler, der Fraktionssprecher der Freien Wähler, sagte, dass eine Schule erreichbar sein muss, auch wenn die Schulleiterin unterrichtet. "Wir brauchen jemanden für unsere Kinder, auch wenn es nicht unsere Aufgabe ist." Eine ganze Reihe Fragen hatte Stilla Baumann (CSU) an Martina Wirsing, beispielsweise, wie viele Schüler es sein müssten, um wieder einen Förderlehrer zu bekommen. Dies bekämen nur noch richtig große Schulen. Und Stunden des Sonderpädagogischen Dienstes gebe es nur, wenn welche zur Verfügung stehen. Helga Peter, die CSU-Fraktionssprecherin, hatte die Not der Rektorin gehört. "Auf schnelle Verbesserung von staatlicher Seite her brauchen wir nicht zu warten. Daher werden wir zustimmen."

Der stellvertretende Bürgermeister Dieter Knedlik befürwortete die Einstellung ebenso: "Ein junger, dynamischer Mensch wäre gut." Die Kosten seien überschaubar, stellte Bürgermeister Beyer fest. "Das kommt unseren Kindern zugute." Einstimmig beschloss der Rat, dass in der Schule solch eine Stelle eingerichtet werden kann. 

EVA SCHULTHEISS

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