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Die netteste Anekdote in der Liason Horndasch-TV spielt allerdings nicht in der Burgstadt, sondern in Saarbrücken. Denn dort hatte sich der 66-Jährige bei einem Bundesligaspiel unter die Zuschauer gemischt und TV-Abteilungsleiter Bernd Beringer immer mal wieder quer durch die Halle zugewunken. Dieser konnte ja nicht damit rechnen, dass Heinz Horndasch das beobachtete und war mit der Zeit immer mehr verunsichert. Als der frühere Elektrotechniker dann den Weg in die Hilpoltsteiner „Ecke“ fand, war das „Hallo“ natürlich riesig.
Diese Begegnung wird oft ausgepackt, wenn Beringer und Horndasch in der Hilpoltsteiner Stadthalle Zeit für einen kurzen Plausch finden. Nicht selten endet er in gegenseitigem Lob, denn für Horndasch ist Beringer „der Ursprung, Motor, Antrieb, schlicht die Hipperer Lokomotive“. Beringer kontert, dass es „Menschen wie den Heinz als Rückhalt einfach braucht“.
Wenn auch die Gespräche am Rand nett sind, der Antrieb, möglichst kein Heimspiel auszulassen und die Mannschaft auch auswärts zu unterstützen, ist vielmehr „die Spannung“, die für Horndasch von dem schnellen Ballsport ausgeht. Wer noch nicht erlebt habe, wie sich in der Stadthalle beim entscheidenden Doppel alles um den einen Tisch gruppiert, das Fallen der berühmten Stecknadel zu hören wäre und die Luft schier zum Zerreißen gespannt ist – „der hat was verpasst“, sagt der Hilpoltsteiner. Wenn das Spiel dann noch ein glückliches Ende für die Burgstädter nimmt... Horndasch schwärmt, wenn er Derartiges beschreibt.
„Leider“ würden nicht nur ihm, sondern vor allem auch der Mannschaft (Erfolgs)Erlebnisse wie dieses in der bisherigen Saison fehlen. „Das wird schwer“, meint der profunde Kenner der Szene, der natürlich hofft, dass das Unterfangen, mit der einzig rein deutschen Mannschaft in der Tischtennis-Bundesliga zu bestehen, nicht scheitert. Pessimistisch ist der Hilpoltsteiner nicht, denn schon oft sah es für den TV nicht allzu gut aus und immer noch sei „alles gut gegangen“, wie er berichtet.
Jemand wie Heinz Horndasch muss es wissen, immerhin steht er seit besagten Frisch-Zeiten an der Bande – übrigens nie auf der Tribünenseite. Wenn Horndasch auch „Riesenstücke“ auf TV-Urgestein Rainer Frisch legt, in die Kategorie „Lieblingsspieler“ schafft es am ehesten Felix Bindhammer. „Für seine Bodenhaftung“, meint Horndasch, der aber betont, dass er Bindhammer lieber die Rolle „Erster unter Gleichen“ zusprechen würde.
Insofern passt es ganz gut, dass das zweite Hilpoltsteiner Urgestein an diesem Tag zwei Siege einfährt. Und sich nebenbei noch Zeit für ein Gespräch an der Bande mit seinen treuen Fans nimmt, zu denen auch Konrad Sturm zählt. Dieser war zwar noch nie bei einem Auswärtsspiel dabei, hält den Tischtennisspielern des TV aber auch schon seit Gründung der Sparte die Treue – nicht nur am Papier, sondern auch in Form der Anwesenheit in der Stadthalle. Was nicht immer einfach zu handhaben ist, denn oft spielen die Fußballer zeitgleich – und auch da schlägt Sturms Herz für den TV, wenngleich er klarstellt, dass „das Tischtennis hier eine Klasse hat, die man nicht erwarten würde“.
Dass das so ist, liege nicht zuletzt am Zusammenhalt in der Mannschaft und den handelnden Personen „drumrum“, sind sich beide sicher – wobei Konrad Sturm als Sponsor den Sport auch finanziell unterstützt. Aber neben „Antreiber“ Bernd Beringer gehörten eben auch die Frauen, die Kuchen backen, der Mann für die Technik oder die Freiwilligen beim Auf- und Abbau zum Team.
Vielleicht weiß Heinz Horndasch das auch deshalb zu würdigen, weil er mehr als 25 Jahre an der Spitze der Hilpoltsteiner Kolpingfamilie gestanden hat und deshalb weiß, was für ein immenser Aufwand hinter guter Vereinsarbeit steckt.
Horndasch und Sturm greifen selbst auch gelegentlich zum Schläger – vorwiegend in den Wintermonaten und auch nur einmal in der Woche in Heuberg - „weil da das Licht und die Platten so gut sind“. An einen Einsatz in einer der TV-Mannschaften haben beide nicht gedacht: „Da gibt es acht, da wirst du nur durchgereicht“, erklärt Horndasch schmunzelnd.„Im Kopf hätte ich es aber schon“, meint er. Sturm fügt mit nicht ganz ernster Miene hinzu, dass zumindest er ohnehin nur nicht wettkampftaugliches Ping Pong zustande bringen würde.
So schauen sich die beiden lieber die Auftritte der TV-Cracks – und gelegentlich auch die der Nachwuchstalente an. Und sind sich einig, dass es drei Dinge zu einem perfekten Wochenende braucht: Einen Clubsieg, drei Punkte für die TV-Fußballer und natürlich Jubel im Tischtennislager. Diese Euphorie können nicht immer alle im direkten Umfeld des Duos teilen, was Horndasch dazu motiviert, „meiner Frau mal für viele umgeplante und ehemannfreie Sonntage“ zu danken.
Doch nicht nur die Zeit, in der die Familie verzichten musste, fällt dem Marquardsholzener ein – mitunter habe er „schon auch mal schlechte Laune“ mitgebracht.
Oder ein paar ramponierte Nerven, denn die Spieltage in der Bundesliga können mitunter extrem nervenaufreibend sein, wie Heinz Horndasch erklärt, was er eigentlich gar nicht erklären müsste. Das sei aber genau der Grund, warum er nie sitzen könnte und auch oft auch seinen Standort wechseln muss. Doch egal, ob zwei, drei oder vier Meter hinter dem Tisch - für Heinz Horndasch ist sie überall spürbar: Die Faszination Tischtennis.

Bewerbungen für den NN-Kunstpreis werden ab 1. März 2012 entgegengenommen. Die Teilnahmebedingungen finden Sie
hier.