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Sonntag, 23.09.2018

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Historische Gemäuer: "Entdecken, was uns verbindet"

Auftaktveranstaltung zum "Tag des offenen Denkmals" am kommenden Sonntag - 07.09.2018 06:00 Uhr

Auch die Synagoge Georgensgmünd bietet am Sonntag eine Führung an. © Foto: Carola Scherbel


Eckstein dankte den Kreisheimatpflegerinnen Dr. Annett Haberlah-Pohl und Eva Schultheiß, die das Programm für den Tag des offenen Denkmals zusammenstellten, sowie den Heimatkundlern, die sich aktiv mit Führungen oder Veranstaltungen beteiligen, die heuer unter dem Motto "Entdecken, was uns verbindet" stehen. Er lud herzlich ein zum Besuch der geöffneten Denkmäler, die in einem Faltblatt des Landkreises Roth in Wort und Bild vorgestellt sind.

Mit der Heimat verbunden

Zur Situation der Baudenkmäler im Landkreis Roth erläuterte er, dass Denkmäler oft mit dem Begriff Heimat verbunden werden, das Vertraute ausmachen, einen Ort prägen. In ihnen bekäme die Heimat ein Gesicht. 20 Denkmäler in privater Hand würden derzeit instandgesetzt. 15 davon seien nicht mehr in der Hand der langjährigen Besitzer, sondern neuer Eigentümer, die sich bewusst für ein Denkmal entschieden, in dem man nach der Instandsetzung sehr individuell wohne.

In der Denkmalbörse des Landkreises (www.landratsamt-roth.de) werden verkäufliche Denkmäler in Wort und Bild vorgestellt. Der Landrat warb dafür, solche Objekte zu erwerben und in wertvollen Wohnraum umzuwandeln und so das historische Gebäude zu revitalisieren.

Neues Sanierungsprojekt

Georgensgmünds Bürgermeister Ben Schwarz freute sich, die Denkmalfreunde an der ehemaligen, im fränkischen Stil errichteten Synagoge begrüßen zu können. "Vor 30 Jahren konnte die Gemeinde das Gebäude erwerben. Durch mehrfache glückliche Umstände konnten wir es so erhalten." Derzeit diskutiere man, wie man die Nutzung weiterentwickeln könne, beispielsweise durch moderne Medien.

In der benachbarten ehemaligen Bäckerei am Marktplatz, die die Gemeinde erwarb, beginnen in den nächsten Tagen die Sanierungsarbeiten. Genutzt werde es im Erdgeschoss öffentlich, in den beiden anderen Stockwerken werden vier behindertengerechte Wohnungen eingebaut. "Dies beugt einer Verödung des Ortszentrums vor", begründete er das Engagement der Gemeinde.

Geschichte der Synagoge seit 1734

Kreisbaumeister Ralph Möllenkamp stellte mit Lichtbildern Denkmäler vor, die im vergangenen Jahr denkmalgerecht saniert wurden. Eine sehr große Scheune in Regelsbach beispielsweise oder Wohnstallhäuser.

Shoshana Sauerbier-Tietz, die bei der Gemeindeverwaltung Georgensgmünd für Öffentlichkeitsarbeit, Kultur und Tourismus zuständig ist, erläuterte die Baugeschichte der 1734 errichteten Synagoge. Zusammen mit dem jüdischen Friedhof und dem Taharahaus sei sie ein Zeugnis des mehr als 300-jährigen, fränkischen Landjudentums hier. Begonnen habe es im ausgehenden Mittelalter mit der Vertreibung der Juden aus den Städten. Sie mussten dem Markgrafen von Brandenburg-Ansbach Schutzabgaben bezahlen, um hier wohnen zu können. "Eine Einnahmequelle für den Landesherrn", sagte sie.

Irene Heckel erinnerte an im Pfarrarchiv festgehaltene Geschichten, beispielsweise, dass ein Pfarrer durch die Fenster schaute, um zu sehen, wie der jüdische Gottesdienst abläuft. "Bis zu 40 Prozent Juden gab es einst in Georgensgmünd", sagte Shoshana Sauerbier-Tietz.

Die Veranstaltungen im Landkreis am Sonntag im Überblick:

Allersberg: Ortsführung mit dem Titel "Überall Gilardi" mit Dr. Annett Haberlah-Pohl, Kreisheimatpflegerin. Vorgestellt werden Denkmale aus der Glanzzeit der Firma Gilardi. Marktplatz 20, Treffpunkt 13 Uhr, Gilardihaus, Marktplatz 20. Öffnungszeit Gilardihaus am 9. September von 13 bis 17 Uhr (sonst nicht geöffnet). Führung: 15.30 Uhr durch Bernhard Böckeler, Vorsitzender des Vereins zur Sanierung und Förderung des Gilardi-Anwesens. Treffpunkt im Foyer. Torturm: Geöffnet von 10 bis 17 Uhr, Aktionen: Ausstellung des Offenen Malertreffs und der Foto- und Videofreunde des Kultur- und Verschönerungsvereins Allersberg.

Büchenbach: Führung, 11 Uhr, durch Kreisheimatpflegerin Eva Schultheiß auf dem Hohlwegbündel der Italienstraße am Heidenberg (Ritterstraße). Von der historischen Italienstraße von Nürnberg nach Süden erhielten sich am Heidenberg zwischen Kühedorf und Ungerthal zwei Hohlwegbündel.

Georgensgmünd: Führung um 10.30 Uhr durch die Synagoge, Am Anger, Georgensgmünd, mit Gerd Berghofer.

Roth: Evangelische Freikirche Ecclesia, ehemalige TSV-Turnhalle, Otto-Schrimpff-Straße 4, geöffnet von 9 bis 16 Uhr. Führungen um 9, 12 und 15 Uhr durch Jörg Maier und Alwin Fengel. Aktionen: 10 bis 12 Uhr Gottesdienst, anschließend Bistro.

Wendelstein: Allerheiligenkirche, Rangaustraße, Öffnungszeiten am 9. September von 11 bis 16 Uhr. Führungen um 11, 13 und 15 Uhr durch Kirchenführer. 

EVA SCHULTHEISS E-Mail

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