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Freitag, 21.09.2018

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ILE Jura Rothsee: Der starke Süden im Landkreis Roth

Kein Kirchturmdenken mehr: Allersberg, Heideck, Hilpoltstein, Greding und Thalmässing wollen sich zusammenschließen - 21.06.2018 17:52 Uhr

Kein Kirchturmdenken mehr: Wolfgang Zilker (Amt für ländliche Entwicklung), Georg Küttinger (Thalmässing), Ralf Beyer (Heideck), Oswald Brigl (Greding), Markus Mahl (Hilpoltstein), Karlheinz Dommer (landimpuls) und Daniel Horndasch (Allersberg) stellten das Konzept für die ILE Jura-Rothsee vor (auf dem Foto von links). © Beate Windisch


Die Ziele sind hoch gesteckt. Die Lebensqualität in den Gemeinden verbessern, ist eines davon, die Region für alle Altersgruppen attraktiv zu machen, ein weiteres. Es geht um sparsamen Flächenverbrauch und aktiven Umweltschutz, um den Ausbau des Radwegenetzes und die Unterstützung des Vereinslebens, um eine gemeinsame Strategie zur Entwicklung des Gewerbes und eine unbürokratische Kooperation zwischen den einzelnen Rathäusern. Kurz gesagt: Man setzt sich das Ziel, "die Zukunftsaufgaben zunehmend gemeinsam als Region anzugehen".

"ILE" heißt das Zauberwort, mit dessen Hilfe die großen Probleme vor allem in den kleinen, ländlichen Gemeinden gelöst werden sollen. ILE steht für "Integrierte Ländliche Entwicklung". Diese wird vom Freistaat Bayern gefördert.

Hilpoltsteins Bürgermeister Markus Mahl, der amtierende Sprecher der ILE Jura Rothsee, drückt es so aus: "Wenn wir die Probleme nicht als Einzelgänger angehen, sondern gemeinsam lösen, dann profitieren alle Gemeinden davon". Weg vom Kirchturmdenken also, denn die Themen sind nicht neu, und sie sind in der Regel überall gleich. Fast jede Kommune kämpft mit dem Leerstand und dem damit einhergehenden Verfall von Gebäuden sowie mit dem demografischen Wandel. Vor allem auf dem Land fehlen Fachärzte und ist der Nahverkehr nicht so ausgebaut, dass er tatsächlich eine Alternative zum Auto bietet.

Also wollen sich die Kommunen im südlichen Landkreis Roth zusammentun. Vor knapp zwei Jahren kam bei einem der schon seinerzeit regelmäßigen Treffen der Bürgermeister aus Allersberg, Heideck, Hilpoltstein, Greding und Thalmässing das Gespräch auf die Integrierte Ländliche Entwicklung. Seitdem wird am Konzept gearbeitet.

Nun hat das seinerzeit beauftragte Büro landimpuls aus Regenstauf seinen Entwurf vorgelegt. "Der starke Süden im Landkreis Roth" lautet das Motto, unter dem die sechs Handlungsfelder stehen. Konkret geht es um die "Orts- und Innenentwicklung", die "Demografie und Daseinsvorsorge", um "Landwirtschaft und Landschaft", "Kultur und Tourismus", "Wirtschaft und Infrastruktur" sowie die "Interkommunale Zusammenarbeit".

Die Vorstellung der ILE Jura Rothsee in Allersberg ist Teil der Kampagne "100 mal starker ländlicher Raum" zum Jubiläum "100 Jahre Freistaat Bayern". Die Regierung von Mittelfranken hat die Erarbeitung des Konzeptes finanziell unterstützt. 75 Prozent der Kosten hat der Staat übernommen, die restlichen 25 Prozent müssen sich die Kommunen teilen. Das geht übrigens – wie bei allen anderen Kosten, die angefallen sind und noch anfallen werden – ganz paritätisch: Jeder zahlt ein Fünftel.

Manchmal nur zu zweit

Für die einzelnen Projekte müssen sich die fünf Jura-Rothsee-Mitglieder dann immer wieder einen neuen Fördergeld-Geber suchen. Das kann bei Projekten wie der Dorfentwicklung durchaus wieder das Amt für ländliche Entwicklung sein, bei anderen Projekten wird man sich an das Leader-Programm halten, manches wird wohl ganz ohne Fördergelder umgesetzt werden müssen. Es müssen auch nicht immer alle fünf Gemeinden an einem Projekt beteiligt sein, manches wird vielleicht nur zwei oder drei betreffen.

In den nächsten Wochen wird das Konzept in den einzelnen Stadt- und Marktgemeinderatssitzungen auf der Tagesordnung stehen. Wenn alle fünf Gremien grünes Licht geben, kann es losgehen. 

BEATE WINDISCH

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