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Auch im wirklichen Leben sind die beiden schon lange ein Paar: Gabriele Lauhoff vom Kreisjugendamt und Berufskraftfahrer Rudi Kaiser, der schon vor einem Jahr seine Bereitschaft signalisierte, sich zum Prinzen küren zu lassen. In der damaligen Prunksitzung hatte er „einen Zettel unterschrieben“, so seine Partnerin. Das sei zwar „in einer Bierlaune passiert“, meinte er auf Anfrage unserer Zeitung. Doch sei er aus der Nummer nicht mehr herausgekommen.
Lange brauchte Rudi I. dann auch nicht nach einer Prinzessin suchen. Die eigene Freundin war natürlich die allererste Wahl. Und Lauhoff sagte ebenso natürlich nicht nein. Schließlich ist sie auch die Vorsitzende des „Faschinxverein“, der besser bekannt ist unter den Namen „Fosnatniegl & die Wilde 13".
Mit dem letzteren Attribut schmückt sich der Vorstand, der zur jetzigen Prunksitzung das neue Prinzenpaar gemeinsam mit den anderen Narren im randvollen und hübsch mit Luftballons und Girlanden dekorierten Saal hochleben ließ. Entlehnt ist der Begriff den Geschichten rund um Jim Knopf und Lukas, den Lokomotivführer. Logisch also, dass das Prinzenpaar ein Zepter schwingt, das eine Lok darstellt. In den Geschichten von Michael Ende hört diese auf den Namen „Emma“. Das hat die etwas andere Prinzengarde der „Fosnatniegl“ auch zu ihrem Namen inspiriert. Sie nennt sich die „Emmaventas“ und ihr Showtanz geriet zu einem der Höhepunkte der Prunksitzung. Und von denen gab es reichlich.
Im Wechsel mit Tanzrunden zur Musik der Kapelle „3live“ wirbelten die verschiedenen Gruppen über das Parkett: Die „Kiddies“ und die „Crazy Chicken“ machten den Auftakt. Dann entführten die Teenies die Besucher in unendliche Weiten. Die Helden der Star Wars-Sage kämpften vor Publikum um die Vorherrschaft im Universum — sogar R2D2 war mit von der Partie. Allerdings nicht ferngesteuert –, sondern ein kleiner Bub erwies sich als des Roboters Kern.
Beim Sketch „Kaffeekränzchen“ wurde es dann um einiges gemütlicher, auch wenn die Herren in Omaklamotten sich über einige Zeitgenossen die Mäuler zum Vergnügen der Gäste zerrissen. In den Bundestag zurück wollende Plagiats-Junkies zogen sie genauso durch den Kakao wie „watschelnde Walker“ oder die Geschehnisse rund um den Sportplatz vor Ort. Bei dessen Rasensaat sei so viel Kamille mit hochgewachsen, dass man ganz Greding mit Tee versorgen könne, witzelten die Damen.
Dem Wirbel der „Regenbogenfische“ folgte dann ein waschechter Rocker aus dem Rathaus. Der 2.Bürgermeister der Großgemeinde, Mathias Herrler, griff zur E-Gitarre. Erst ermunterte er seinen Obermässinger Stadtratskollegen Max Netter, das Projekt Dorfladen weiter voranzutreiben (Max, mach's doch!). Und dann legte er mit ihm, dem Prinzenpaar und Landrat Herbert Eckstein richtig los. In Rolling-Stones-Manier wurde der Saal gerockt — mit Herrler und Eckstein am Mikro. Es fehlte nicht viel zu Jagger und Richards.
Darauf wurde es bei einem kleinen Kochkurs richtig lecker, es gab gefülltes Hühnchen. Doch leider waren die Köchinnen zwei Damen für Gymnastikunterricht. Gerade noch rechtzeitig sprang eine von ihnen mit Lauchstangen „zwischen den Flügeln“ von der imaginären Kochstelle. Das konnte nur noch ein nicht ganz jugendfreier Sketch toppen. Drei Tenöre befleißigten sich im Klavierspiel: Ohne Hände und Füße. Das beste Stück musste ran.

Bewerbungen für den NN-Kunstpreis werden ab 1. März 2012 entgegengenommen. Die Teilnahmebedingungen finden Sie
hier.