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Alles begann mit einer Probefahrt, die der Kunde aus Freystadt mit seinem reparierten Auto machen wollte. Eine Tankfüllung voll wollte er leerfahren, bevor er die Rechnung über rund 1300 Euro bezahlt, berichtete der Kfz-Meister aus Hilpoltstein. In Freystadt habe ihn der Kunde dann in dessen Wohnung gelotst, währenddessen die Schwester das reparierte Auto verschwinden ließ. Nach längerem Hin und Her habe ihn der Kunde mit einem anderen Wagen nach Hilpoltstein zurückgefahren, wo er (der Kfz-Meister) den Autoschlüssel des verwendeten Wagens (Opel) an sich genommen hat, damit der Schuldner nicht wegfahren konnte.
An der Jacke hat der Angeklagte den Freystädter schließlich gepackt und zu Boden gedrückt. Er wollte, dass die Polizei kommt. Unterstützt wurde der Kfz-Meister dabei von einem Angestellten, der ebenfalls vor Gericht stand. Der 34-jährige Kfz-Mechaniker war sogar so nett, dem Festgehaltenen eine Decke unter den Kopf zu legen und Wasser zu reichen. Von der Schwester des Freystädters, die mit dem Opel türmen wollte, wurde er auf die Motorhaube „aufgeschaufelt“, da er mit der Tasche seiner Jacke an einem Außenspiegel hängen geblieben war. Für Richterin Dr. Andrea Martin war die Selbstjustiz das zentrale Thema. Sie sprach von Freiheitsberaubung, da der zahlungsunwillige Kunde etwa zehn Minuten am Boden lag. Erst als die Frau des Kfz-Meisters mit der Polizei telefoniert hatte und erfuhr, dass der Mann nicht festgehalten werden darf, ließ der Autohändler locker.
Nach diesen Einlassungen war die Richterin bereit, ein Rechtsgespräch zu führen, das Rechtsanwalt Ralf Peisl (Nürnberg) schon eingangs der Verhandlung beantragt hatte. Demnach stimmten alle Verfahrensbeteiligten zu, dass der Kfz-Meister mit 50 Tagessätzen zu je 70 Euro bestraft wird. Der Angestellte muss 20 mal 25 Euro bezahlen. Ein Verfahren gegen die Ehefrau des Hauptangeklagten wegen Körperverletzung – sie soll dem am Boden liegenden Mann ans Schienbein getreten haben – wurde gegen eine Geldauflage in Höhe von 500 Euro zugunsten der Comenius-Schule in Hilpoltstein eingestellt.
Dr. Martin sprach von einer schwierigen Situation, die auf dem Hof des Autohändlers eskaliert sei.
Sie hatte wohl Verständnis für den Kfz-Meister, der um seinen Lohn fürchtete, aber kein Verständnis für die Selbstjustiz. „Wir leben ja schließlich nicht im Busch“, so die Richterin.

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