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Ein entsprechendes Konzept wurde nun im Spalter Stadtrat vorgestellt. Schon im vergangenen Jahr war jene Studie beim IfE (Institut für Energietechnik an der Hochschule Amberg-Weiden, Fakultät für Maschinenbau und Umwelttechnik) in Auftrag gegeben worden. Hintergrund bildete eine immer älter werdende Heizanlage in der Brauerei: Dampfkessel und Maischebrenner tun dort seit über 30 Jahre zwar treuen und guten Dienst, sorgen aber auch für einen jährlichen Verbrauch von über 200.000 Litern Heizöl. Das ist ungünstig für die Co2-Bilanz und macht langfristig weder ökologisch noch ökonomisch Sinn.
So erklärte Bürgermeister Udo Weingart an der Stadtratssitzung sinngemäß die Überlegungen, die im Rathaus Überlegungen zu einem neuen Energiekonzept heranreifen hatten lassen, das in dieser Form seinesgleichen sucht. Denn der zumindest angedachte Wärmeverbund sieht - je nach Variante - ein Vielzahl von potenziellen Energieabnehmern vor: Rathaus, Kindergarten, Kornhaus und Schule könnten genauso versorgt werden wie der geplante Altenheimneubau. Ebenso sei es vorstellbar, Gebäude entlang der Trasse von der Brauerei über die Stadthalle bis hin zum Domizil der Feuerwehr mit Wärmenergie zu versorgen. Ein anderes Szenario wiederum sieht die Häuser entlang der Hauptstraße und in anschließenden Teilen des Zentrums selbst als mögliche Energieabnehmer.
„Die wirtschaftlich beste Lösung soll das Rennen machen“, erklärte dazu Markus Brautsch, Professor am IfE. Er hatte beim Erstellen der Studie die Feder geführt. Bei ihm wissen sich die Stadtväter Spalts in guten Händen. Denn der Gredinger ist Teil jener erlesenen Expertenkommission, die im Auftrag der Bayerischen Staatsregierung die Energiewende des Bundes im Freistaat umsetzen soll. Und so wog auch sein Kompliment für die bisherige Energiewirtschaft der Brauerei an der Sitzung recht viel. Die Wärme werde bereits sehr gut genutzt und die Energieströme seien gut verknüpft. „Es gibt fast nichts zu verbessern,“ so Brautsch. Nichtsdestotrotz zwingen Anlagenalter, Klimawandel und zu erwartende hohe Ölpreise zum Handeln.
Der Experte spielt in seiner Studie verschiedene Szenarien durch. Je nachdem, was der neue Wärmeverbund alles umfassen soll, kämen im Falle einer Umsetzung ein neuer Biomasse-Dampfkessel und ein Erdgas- beziehungsweise auch ein Biomethan-Blockheizkraftwerk zum Tragen. Variante 1 (Trasse Brauerei-Rathausplatz-Schulzentrum) bilde dabei eine Art Grundgerüst. Es biete als solches den Vorteil, dass hier ausschließlich städtisches Liegenschaften (vorerst) beteiligt seien und man so von der Entscheidung externer Partner unabhängig sei. Was diese aber keineswegs ausschließe.
Im Gegenteil: „Je mehr mitmachen, umso besser!“ Die Variante 2 (Erweiterung durch Anbindung von Stadthalle und Feuerwehr) hingegen sei von vorneherein nur dann energetisch und wirtschaftlich sinnvoll, wenn sich im Vorfeld zusätzliche Abnehmer fänden. Die Variante 3 (Erweiterung um die Geschäftshäuser entlang der Hauptstraße in Richtung Zentrum) wiederum sei an sich „ein sehr guter Stich“, so Brautsch. Sie verfüge über eine gute Wärmebelegung und stelle ein großes Potenzial zur Erweiterung des Wärmeverbundes dar. Auch die Grundauslastung würde dadurch verbessert, was den spezifischen Wärmepreis nochmal reduziere.
Allerdings müsste die Bereitschaft der potenziellen Abnehmer zu einem etwaigen Anschluss hier im Voraus sehr genau abgeklärt werden. Eine Variante allerdings gilt nur als Bezugsgröße und wird wohl nicht zum Tragen kommen: nämlich die der bloßen Erneuerung der Heizanlage in der Brauerei und somit das Festhalten am Heizöl. Für einen Wärmeverbund, egal in welcher Art er nun auch verwirklicht wird, spricht indes auch ein ganz handfester monetärer Vorteil. Als ökologisches Pilotprojekt winken bei der Umsetzung Fördermittel des Wirtschaftsministerium in Höhe von 50 Prozent der Kosten.

Bewerbungen für den NN-Kunstpreis werden ab 1. März 2012 entgegengenommen. Die Teilnahmebedingungen finden Sie
hier.