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Freilich war am anderen Ende der Leitung nicht wirklich Helmut Neuweg, sondern eine „Lohbachlerche“, die einer anderen Lerche namens „Frau Wunderbar“ Rede und Antwort stand. Bei diesem fingierten Interview bekamen alle Stadtratsfraktionen inklusive Bürgermeister Markus Mahl ihr Fett weg: die SPD, weil sie sich „im Glanze ihres Bürgermeisters“ sonnt; die CSU, weil die „nur von der Vergangenheit lebt und kaum mehr was Neues kommt“; die Freien Wähler, weil sie seinerzeit den Baustopp der Residenztreppe erwirkt hatten.
Apropos Residenztreppe. Sowohl Bürgermeister Mahl als auch seine Stellvertreter Josef Lerzer (SPD), Gerhard Schwing (FW) und CSU-Stadträtin Ulla Dietzel sollten die Treppe gestern testen. Dazu brauchten sich die Kommunalpolitiker nicht einmal die wenigen Meter hinüber zur Residenz zu begeben – die „Lohbachlerchen“ hatten die Treppe kurzerhand zum Marktplatz gebracht. Eine graue Decke simulierte das lange umstrittene Bauwerk. Doch damit nicht genug des Treppenwitzes. Eigens zum „Thema des Jahres 2011“ hatten die zwitschernden Damen ein Liedchen namens „Residenztreppen-Lied“ komponiert, das sie gestern mit Inbrunst vortrugen. „Schau’s nur o, dou hängt unser Geld fei dro“, skandierten sie im Refrain und schmückten die Treppe mit Geldscheinen. Zurück zum Telefon-Interview mit Helmut Neuweg: Dieser erteilte seinem Nachfolger Mahl in puncto Selbstständigkeit die Höchstnote – 15 Punkte. Der Auftritt der „Lohbachlerchen“ ist und bleibt das Glanzlicht des Hilpoltsteiner Faschings. Die „Lohbachlerchen“ erwiesen sich erneut als aufmerksame Beobachter des kommunalpolitischen Geschehens in der Burgstadt und legten mit viel Witz und Charme ihre Finger in die Wunden: Eine rundum gelungene Demonstration politischen Derbleckens, die leider nur im Fasching zu hören ist.

Bewerbungen für den NN-Kunstpreis werden ab 1. März 2012 entgegengenommen. Die Teilnahmebedingungen finden Sie
hier.