|
Anmeldung
Diese Funktion steht nur registrierten Usern zur Verfügung.
Loggen Sie sich bitte hier ein oder registrieren Sie sich kostenlos! |
![]() |
Passwort vergessen
Wenn Sie Ihr Passwort vergessen haben können Sie hier ein neues Passwort anfordern. Geben Sie bitte hierzu Ihre E-Mail-Adresse ein!
|
Greding hat es als Wirtschaftsstandort nicht leicht: „Audi in Ingolstadt saugt gute Leute ab, Nürnberg saugt gute Leute ab“. Woher also qualifizierte Mitarbeiter nehmen, wenn nicht stehlen? Das sei ein wichtiger Handlungsimpuls gewesen, schwenkt Professor Dr. Christian Hilz zurück. Auf der Habenseite lagen derweil jede Menge Stärken. Die Stärken seiner Belegschaft. Aber: „Auch der beste Handwerker ist unter Umständen die schlechteste Führungskraft“, wusste Hilz. „Das“, sagte er sich „muss sich ändern“.
Ein just TÜV-zertifiziertes Programm soll’s nun richten: FKM (Führungskraft im Mittelstand) heißt es. Das Besondere daran: HochschulDozent Hilz hat es „aus der Praxis heraus generiert“, begeistert sich Karl Scheuerlein von der Rother Unternehmerfabrik.
Denn Christian Hilz ist seit November vergangenen Jahres Geschäftsführer des Ladenkonzept-Entwicklers Trend-Store – jener Gredinger Firma, die 2003 dem Konkurs entging, nachdem der 42-Jährige beratend tätig geworden war. Zehn Jahre lang saß er dort im Beirat, hatte zudem leitende Funktionen bei Volkswagen und in einem Biotech-Unternehmen inne.
Hilz weiß demnach, wovon er spricht — zumal er „nebenbei“ auch noch angewandtes Management an der FH in Erding unterrichtet. „Und was ich dort lehre, will ich bei Trend-Store umsetzen“, verdeutlicht er. Sein Credo: „Anwenden, anwenden, anwenden“.
130 Mitarbeiter beschäftigt der Betrieb in Greding aktuell. 48 davon werden in den nächsten zwei Jahren ein „auf Trend-Store zugeschnittenes“ Qualifizierungsprogramm durchlaufen – als potenzielle „FKM“’s.
Einer von ihnen: Matthias Hudalla. Der gelernte Schreiner hat 1991 bei Trend-Store angefangen, ist seit 2003 Projektleiter und im Bereich „Sportgeschäfte“ für 30 Prozent des Jahresumsatzes verantwortlich. Trotzdem habe er „nie gewusst, ob ein Möbel Gewinn oder Verlust macht. Man kriegt nicht mit, was da draußen passiert“. Deshalb findet auch Hudalla: „Man müsste mehr Überblick, mehr Wissen haben“. Das soll FKM jetzt bringen: Geschäftsführer Hilz hat dazu vier Teams à zwölf Kollegen gebildet. Die erste Gruppe ist am Donnerstag an den Start gegangen und wird nun im Zuge des sechsmonatigen Programms in den Grundlagen der Betriebswirtschaftslehre, der Wirtschaftspsychologie und in der Optimierung von Schlüsselqualifikationen unterwiesen.
Zur Seite stehen Professor Dr. Christian Hilz dabei seine Wissenschaftskollegen, die als Dozenten in Erscheinung treten werden. Graue Theorie sei das dennoch nicht, denn die Inhalte wären samt und sonders an der mittelständischen Praxis orientiert. „Der Mehrwert des Projekts“, glaubt Karl Scheuerlein.
Konkret sehe das so aus, dass sich die FKM-Teilnehmer in sechs thematischen Modulen (von der Personalführung übers Marketing bis hin zur Finanzplanung) jeweils Trend-Store-spezifischer Fragestellungen annähmen. Die Vor- und Nachbereitung geschieht über eine Lernplattform. Und an je zwei Präsenztagen erfolge die Präsentation der entsprechenden Überlegungen in Kleingruppen. Am Ende steht dann noch die Erstellung einer praxisbezogenen Projekt-Studie pro Teilnehmer.
Erarbeitete Lösungsvorschläge würden gleich im Betrieb umgesetzt. „Das ist nichts anderes als interne Unternehmensberatung“, fasst Hilz zusammen. Extern geprüft werden die Teilnehmer aber auch – durch den TÜV. Hat der einem Prüfling die FKM-Befähigung attestiert, kann man sich die Fortbildung demnächst vielleicht sogar als Hochschulsemester anrechnen lassen. „Da bin ich dran“, meint Professor Hilz.
Der erhofft sich von seiner Qualifizierungs-Offensive vor allem, dass eine neue Unternehmenskultur in Form von mehr Selbstständigkeit erwacht. Dazu brauche es Vertrauen und „die drei F’s der Mitarbeiterentwicklung“: fordern, fördern, feedbacken. Damit sollen seine Leute „eigene Wege finden, um Entscheidungen zu treffen“, so Dr. Christian Hilz.
Obschon das Programm dezidiert auf den Gredinger Betrieb gemünzt sei, nehme es doch die zentralen Problemstellungen mittelständischer Firmen in den Fokus. Drum will Scheuerlein die Qualifizierungsmaßnahme bei Trend-Store bewusst auch als Angebot für andere Betriebe der Region setzen.
Andere Fimen, andere Themen: „Das ist mit Sicherheit auch eine Bereicherung für uns“, freut sich Dr.Christian Hilz schon jetzt auf weitere Teilnehmer.
Unternehmerfabrik Roth, Telefon (09171) 85 38 31.

|