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„Man darf nie aufhören, an Wunder zu glauben.“ Mit diesen Worten erinnert sich Sylvia Fiegl, Fachkraft für Integration der Zeller Werkstätten, an den unglaublichen Weg von Frau Camliyer. Ohne regulär die Schule besucht zu haben und ohne besondere Deutschkenntnisse kam die junge Frau vor sechs Jahren aus der Türkei nach Deutschland: Gehörlos und fast ohne Chance, in einem fremden Land Fuß zu fassen.
Mit der Aufnahme in die Berufsschule von Regens Wagner Zell beginnt jedoch ein ganz besonderer Werdegang: Der Wechsel von der Schule in die Zeller Werkstätten erweist sich als Meilenstein. Sie kann Gebärdensprachkompetenz sowie Wortschatz peu à peu erweitern und festigen. Mühsam, aber mit viel Disziplin erlernt und trainiert sie Grundfertigkeiten im handwerklichen Bereich. Andererseits legen die Mitarbeiter der Zeller Werkstätten sehr viel Wert auf Umgangsformen und Arbeitstugenden wie Pünktlichkeit, Genauigkeit und Zuverlässigkeit.
Frau Camliyer findet sich im neuen Umfeld durch viel Unterstützung gut zurecht und setzt sich ein Ziel, an dessen Verwirklichung kaum jemand glauben kann: sie möchte, genau wie andere Menschen, in einer Firma am freien Arbeitsmarkt arbeiten.
Seit 15 Jahren engagieren sich die Zeller Werkstätten, zunächst im Rahmen des Europäischen Sozialfonds ESF, dann im Rahmen von QUBI (Qualifizierung, Unterstützung, Begleitung, Integration) und seit 2008 mit Arbeit Plus für mehrfachbehinderte, hörgeschädigte Menschen, einen Arbeitsplatz auf dem ersten Arbeitsmarkt zu finden. So konnten allein in den vergangenen drei Jahren für drei Beschäftigte Arbeitsverträge mit Firmen in der Region abgeschlossen werden.
Diese hohe Vermittlungsquote der Zeller Werkstätten ist das Ergebnis von Qualifizierung und Begleitung eines ganz besonderen Personenkreises. Michael Schmidt wurde aufmerksam auf die gute Vermittlungsarbeit und nahm Kontakt mit Sylvia Fiegl auf.
Die Fachkraft für Integration der Zeller Werkstätten freute sich über den Anruf. Bislang war sie es immer, die auf Firmen zuging und sie zur Kooperation motivierte. „Zunächst wussten wir gar nicht“, so Fiegl, „für welchen Beschäftigten wir uns entscheiden sollten.“
Plötzlich nahm der Wunsch von Frau Camliyer konkrete Züge an. Sie war sofort bereit, ein Praktikum in der Backstube der Bäckerei Schmidt zu absolvieren.
Zur Überwindung der Kommunikations- und Verständigungsschwierigkeiten und zur Unterstützung bei der Einarbeitung fand zunächst eine enge Begleitung vor Ort durch die Fachkraft für Integration der Zeller Werkstätten statt. Schnell zeigte sich eine große Toleranz und Kooperationsbereitschaft der Bäckerei-Mitarbeiter. Die freundliche und entgegenkommende Atmosphäre sowie eine großzügige Kompromissbereitschaft waren das Rezept für den Erfolg. Michael Schmidt ergänzt: „Anfangs habe ich zwar gehofft, aber nicht wirklich geglaubt, dass die Integration von Frau Camliyer in den Betriebsablauf so gut funktioniert.“
Fakt ist: Frau Camliyer erhält einen unbefristeten Arbeitsvertrag und lächelt ihrem neuen Chef dankbar entgegen. Denn dem hat sie zu einem großen Teil die Verwirklichung ihres Lebenstraumes zu verdanken.
Firmen, die Interesse haben, einen Praktikumsplatz zur Verfügung zu stellen oder in ähnlicher Form kooperieren wollen, wenden sich an Sylvia Fiegl, Fachkraft für Integration in den Zeller Werkstätten, unter Telefon (09177) 97315 oder E-Mail:
sylvia.fiegl@regens-wagner.de

Bewerbungen für den NN-Kunstpreis werden ab 1. März 2012 entgegengenommen. Die Teilnahmebedingungen finden Sie
hier.