Dienstag, 20.11.2018

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Mehr Touristen als Rother im "Land der offenen Fernen"

Rother Bräu schmeckt der Spalter Hopfenkönigin — Erlebnispfad durch das "Schwarze Moor" - 25.09.2018 15:28 Uhr

Für Bürgermeister Fridolin Link ist die Kreisstadt Roth keine Alternative zu seinem Roth in der Rhön. Das Bild zeigt die Parkanlage, an die das Gasthaus „Braustüble“ grenzt. Dort gibt es auch das Rother Bier. © Foto: privat, Tanja-Lisa Dittrich


Wenn eine E-Mail im Postfach der Redaktion landet, in der eine Leserin ganz begeistert vom Rother Bier erzählt, das nicht weit entfernt vom Rothsee gebraut wird, dann wird man als Journalist natürlich neugierig. Die Rotherin Dagmar Hofmeister kam im Urlaub in der Rhön durch Roth und machte uns auf den kleinen Ortsteil der Gemeinde Hausen aufmerksam, auf den sich ein Blick wirklich lohnt.

Denn die mittelfränkischen Rother könnten direkt neidisch auf die Rother in der Rhön werden: Wo es hier für rund 25 200 Einwohner seit 2007 keine Brauerei mehr gibt, können sich dort rund 200 Einwohner die Erzeugnisse der "Rother Bräu — Bayerische Exportbierbrauerei" schmecken lassen. Die mittelständische Familienbrauerei geht zurück auf das Jahr 1788 und hat heute vielfältige Sorten von Weizen über Export, Festbier und Pils bis hin zu einem Doppelbock mit dem klingenden Namen "Rhönator" im Programm.

Man kann schauen bis nach Thüringen

"Sagenhaft, das schmeckt richtig gut", sagt Bürgermeister Link über das Rother Bier. Gebraut wird in Roth übrigens mit Öko-Hopfen aus Spalt und auch die Spalter Hopfenkönigin stattete der kleinen Ortschaft Roth mit der Postleitzahl 97647 schon einmal einen Besuch ab.

Fridolin Links Heimatdorf liegt im Nordosten am Fuße der Hohen Rhön in etwa 20 Kilometer Entfernung vom Rothsee (der sich allerdings auf dem Gebiet der Stadt Bischofsheim befindet). "Wir haben hier eine besondere Kulturlandschaft mit seltenen Naturschönheiten", schwärmt Link. Und das klingt fast untertrieben: Sein Roth liegt mitten im "Land der offenen Fernen". Das heißt, "man kann weit gucken", zum Beispiel bis ins Nachbarbundesland Thüringen.

Ein Hotel mit 1200 Betten


Das sogenannte "Schwarze Moor" liegt in der Gemarkung Roth und "da führt ein wunderschöner Erlebnispfad durch." Das Schwarze Moor befindet sich im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön und ist ein Bestandteil des europäischen Schutzgebietsnetzes "Natura 2000". Als "unser Wahrzeichen" bezeichnet Bürgermeister Link das beliebte Ausflugslokal "Rother Kuppe", dessen Aussichtsplattform einen weiten Blick in die Landschaft ermöglicht.

Rund um das Dorf laden zahlreiche Wanderwege zu Ausflügen ein und die Touristen kommen reichlich: In Roth steht eines der größten Hotels in ganz Bayern, das "Rhön Park Hotel" mit über 300 Zimmern und 1200 Betten. "Wir sind ein Fremdenverkehrsort", resümiert der Bürgermeister ganz in diesem Sinne. Somit — das ist eine einfache Rechnung — wohnen in dem kleinen Dorf meistens mehr Touristen als Rother.

Fischige Gaumenfreuden

Wer nach Roth kommt, kann sich nicht nur das dort gebraute Bier munden lassen, sondern auch eine regionale Fischspezialität: Die Rhön-Forelle, die sich von anderen Forellenarten durch ihre roten Punkte am Körper unterscheidet. Die örtliche Gastronomie bietet diese fischige Gaumenfreude in mannigfaltigen Varianten an; die gängigsten Zubereitungen sind "blau, gebacken und geräuchert", erklärt Link.

Der von Roth aus nächste Laden ist ein klassischer Dorfladen und steht in Hausen. "Der hat alles, was man zu Hause braucht." Über das mittelfränkische Roth weiß der Bürgermeister dagegen nicht sehr viel: "Das ist eine Kreisstadt. Ich bin da bis jetzt nur einmal durchgefahren." Das große Roth in Mittelfranken ist für den Hausener Bürgermeister auch keine echte attraktive Alternative, denn: "Hier in der Rhön habe ich die schöne Landschaft und die gute Luft."

 

MARTIN REGNER E-Mail

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