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Mit einem Kreisverkehr auf die Erfolgsspur einbiegen?

Anbindung eines neuen Gewerbegebiets am Kränzleinsberg könnte der Beginn einer Hilpoltsteiner Westumfahrung werden - 04.02.12

HILPOLTSTEIN  - Der Hilpoltsteiner Stadtrat steht möglicherweise vor einer der wichtigsten Entscheidungen der jüngeren Geschichte. Wenn das Gremium hinsichtlich der verkehrstechnischen Erschließung neuer Gewerbeflächen am Kränzleinsberg die Weichen in die richtige Richtung stellt, könnte dies den ersten Schritt für den Bau einer Ortsumfahrung bedeuten.

Sollte sich die Stadt Hilpoltstein zum Bau eines Kreisverkehrs zur Erschließung der neuen Gewerbeflächen am Kränzleinsberg – wie er in dieser Grafik zu erkennen ist – entscheiden, könnte dies der Ausgangspunkt für eine Ortsumfahrung werden, wie sie im Flächennutzungsplan seit Jahrzehnten verzeichnet ist.<autor>Grafik: Stadt Hilpoltstein
Sollte sich die Stadt Hilpoltstein zum Bau eines Kreisverkehrs zur Erschließung der neuen Gewerbeflächen am Kränzleinsberg – wie er in dieser Grafik zu erkennen ist – entscheiden, könnte dies der Ausgangspunkt für eine Ortsumfahrung werden, wie sie im Flächennutzungsplan seit Jahrzehnten verzeichnet ist.Grafik: Stadt Hilpoltstein

Kreisverkehr oder Abbiegespur? Klingt banal, hat aber zukunftsweisenden Charakter. Wenn der Hilpoltsteiner Stadtrat für den Bau eines Kreisverkehrs zur Erschließung von gut 5,5 Hektar neuer Gewerbeflächen plädiert, könnte dies wegweisend für eine Ortsumfahrung sein, deren Trassenverlauf bereits seit Jahrzehnten in den Flächennutzungsplan gezeichnet ist. In der jüngsten Sitzung des Gremiums machte Diplom-Ingenieur Manfred Klos klar, dass die Erschließung neuer Gewerbeflächen am Kränzleinsberg „eventuell als Westumfahrung ausgebaut werden könnte“. Diese Überlegung sollte seiner Ansicht nach in einen Bebauungsplan einfließen. In Gesprächen mit Vertretern des Staatlichen Bauamts Nürnberg habe sich abgezeichnet, dass mit der Erschließung der Gewerbeflächen die Basis für eine spätere sogenannte Westumfahrung gelegt werden könnte.

Keine staatliche Förderung



Allerdings nur, so Klos, wenn die Erschließung von der Staatsstraße aus über einen Kreisverkehr erfolge, dem kurz darauf Abbiegespuren folgen, die zu künftigen Betrieben führen sollen. Auch diese Abbiegespuren, die quasi die Trennlinie zwischen dem derzeit entstehenden „kleinen“ und dem künftigen „großen“ Gewerbegebiet markieren, seien unabdingbar. Damit würde man den Verkehrsfluss auf einer als Staatsstraße deklarierten Umfahrung gewährleisten, betonte Bürgermeister Markus Mahl gestern bei einem Pressegespräch. Die Krux an der Geschichte: „Für den Kreisverkehr gibt es keine staatliche Förderung“ (Klos). Die Kosten für einen Kreisverkehr beziffert er auf rund 400000 Euro. Erschließungs-Alternative zwei wäre eine simple Abbiegespur von der Staatsstraße, die mit 150000 Euro zu Buche schlagen würde. Sollte sich der Stadtrat für diese Variante entscheiden, sollte man auch hier auf eine großzügige Planung achten, um sich den Weg zu einer Ortsumfahrung zu einem späteren Zeitpunkt offen zu halten, sagte Klos.

Bei Josef Gaukler (Freie Wähler) stieß Plan-Varianteeins auf große Zustimmung. „Nur ein Kreisverkehr bietet eine sichere Lösung.“ Hans Gruber (CSU) hingegen befürchtet, dass man bis zur Fertigstellung der kompletten Ortsumfahrung unnötig Autofahrer übers Gewerbegebiet auf die Hofstettener Straße locke, weil man sich mit dieser Route eine Ampelschaltung sparen könne.

Noch ist die Ortsumfahrung Zukunftsmusik, doch Bürgermeister Mahl wies in der Sitzung darauf hin, dass man sich möglichst frühzeitig und konkret mit diesem Thema beschäftigen sollte. So regte er die Erstellung einer Machbarkeitsstudie an, um nicht zuletzt den im Flächennutzungsplan der Stadt Hilpoltstein festgehaltenen Trassenverlauf zu überprüfen. Nach dieser Festsetzung würde die Trasse über das erweiterte Baugebiet, vorbei an der Trocknungsgenossenschaft und dem an der Rother Straße geplanten Neubaugebiet und dem Wohnbaugebiet „Über dem Rothsee“ führen, um dann in die Allersberger Straße einzumünden.

Eine Machbarkeitsstudie mache schon deswegen Sinn, um Defizite wie sie beim nach veralteten Plänen gebauten Altstadtring aufgetreten seien, auszuschließen. Nicht zuletzt müsse man abwarten, wie die Vermarktung der neuen Gewerbeflächen laufe, trat Mahl die Euphoriebremse. Auf jeden Fall sei der Bau einer Ortsumfahrung nur über eine Sondervereinbarung mit dem Staatlichen Bauamt Nürnberg und einer finanziellen Beteiligung der Stadt möglich.

Zurück zur geplanten Erweiterung des Gewerbegebiets, das nach Auskunft von Klos von der Topografie her nicht ganz unproblematisch sei. Zwischen vier und sieben Prozent betrage die Geländeneigung dieses Areals, das von drei Seiten von Wald umgeben sei. Die Erschließungsstraße soll sechs Meter breit sein und von einem 1,50 Meter breiten Gehweg begleitet werden, betonte er.

Weitere Stadtrats-Artikel S.6 



hr

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