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Die Omas waren’s! Nicole Pröbster und Elisa Eitel sind sich einig: Wären ihre Großmütter und deren Eigenheiten nicht gewesen, hätten Stevia und Rose wohl kaum solch’ blühendes Interesse bei ihnen geweckt...
Aber es kam, wie es mit wissbegierigen Teenagern wohl kommen muss: „Meine Oma süßt mit Stevia“ — das habe sie im Hinblick auf die Alltagstauglichkeit dieser Pflanze neugierig gemacht, sagt die 14-jährige Nicole. Und im Fall der elfjährigen Elisa tut „die Oma immer Steine und irgendwelche Sachen ins Wasser, damit die Blumen länger halten. Ich wollt’ wissen, ob das wirklich funktioniert“.
Dank solchen Wissensdursts gehören die Gymnasiastinnen heuer also zur Teilnehmer-Riege beim „Jugend forscht“-Wettbewerb. Genau gesagt, geht das Gros in der Juniorsparte „Schüler experimentieren“ an den Start, wo wissenschaftliche Nachwuchstalente bis 14 Jahre forschen, was das Zeug hält. In sieben verschiedenen Disziplinen: Arbeitswelt, Biologie, Chemie, Physik, Geo- und Raumwissenschaften, Mathematik/Informatik sowie Technik.
Am Gymnasium Hilpoltstein ist es inzwischen gute Tradition, beim Wissenschaftscontest mit von der Partie zu sein. Kein Wunder, tritt Direktor Karlheinz Thoma doch gleichzeitig auch als regionaler Wettbewerbsleiter in Erscheinung, der es „unheimlich toll“ findet, „was für ein Potenzial bei den Schülern zum Vorschein kommt, wenn man’s fördert“. Und deshalb gibt es in Hilpoltstein sogar ein Wahlfach „Jugend forscht“, das von Mathe-/Physik-Lehrer Nils Heidemann und dessen Bio-/Chemie-Kollegen Fritz Schneider betreut wird.
„Wir legen vor allem Wert darauf, dass die Schüler selbstständig arbeiten“, sagt Heidemann. Darum fänden zwar regelmäßig Besprechungen statt, aber den Gutteil der Arbeit hätten die Experimentierenden in Eigenregie zu schultern. Im Klartext heißt das: viel Zeit, viel Aufwand.
Und trotzdem: „Wir können uns wirklich nicht über mangelnden Zulauf beklagen“, meint der Pädagoge, der auch in diesem Jahr wieder zehn Forscher(teams) nach Erlangen schicken darf. Anja Krüger, Theresa Morner (beide 13) und Nina Müller (12) zum Beispiel. Ein achtlos weggeworfenes Eis hat die Mädels ins Grübeln versetzt und letztlich zu der aktuellen Fragestellung veranlasst: Wie schnell verderben Lebensmittel eigentlich?
Auch Marco und Tobias Paul sowie Dominik Stryk (alle 11) haben sich Essbares zur Brust genommen und getestet: Kann man mit Obst Strom erzeugen? „Ja, es geht“, können die jungen Wissenschaftler inzwischen belegen, und verweisen dabei auf die Säurepartikel von Früchten.
Wer Tischtennisbälle anzündet, bekommt entweder Ärger oder einen Erkenntnisgewinn – so wie Timo Schleicher (14), Robin Waldmüller und Felix Herzog (beide 15). Auch die stellten eine elektrisierende Wirkung fest – und lenkten den dafür verantwortlichen Rauch durch ein selbst gebautes Modell in Bahnen, so dass ihnen am Ende ein Licht aufging. Ebenfalls eine heiße Sache nahm Alessandro Schwemmer (14) unter die Lupe: Der brachte Wasser auf unterschiedliche Weise zum Kochen und berechnete dann, wie viel Energie jeweils zugeführt wurde. So konnte er am Ende Effizienz und Kosten von Wasserkocher, Mikrowelle, Herd sowie Induktionsherd in Relation setzen.
Florian Theis (12) widmete sich indes dem Brennverhalten von Kerzen, während Leon Mayer und Maximilian Petz (beide 12) ihre Aufmerksamkeit dem Wachstum von Feuer- und Saubohnen schenkten.
Die Strahlung unterschiedlichster Gerätschaften nahm Josef Harrer gemeinsam mit Jona Schmidt (beide 13) ins Visier. Und Jonas Schuster (11) trug unterdessen Fußballergebnisse in Form einer Statistik zusammen. Warum? Die Bilanz sei hilfreich, „wenn man bei einem Tippspiel mitmacht!“, heißt es dazu in der Dokumentation des Jungforschers.
Viel Zeit am Wasser haben Dascha Sawadski und Laura Rein (beide 12) verbracht. Die wollten unter anderem erfahren: „Was tummelt sich in nährstoffreichen, was in nährstoffarmen Gewässern?“ — und ließen sich dabei auch von Eisschichten nicht bremsen...
Übrigens: In Sachen Stevia rät Nicole Pröbster: „Bei Marmelade lieber vermeiden“, denn die nehme durch Zugabe der Süßpflanze eine etwas unappetitliche Färbung an. Und im Hause Eitel wird dem Blumenwasser seit kurzem konsequent Vitamin C zugesetzt — zwecks Haltbarkeit der Schnittrosen.
Da kann selbst Wettbewerbsleiter Thoma noch was lernen. Der drückt seinen Hilpoltsteinern für den Regionalentscheid am Donnerstag natürlich feste die Daumen. In jedem Fall aber sei er „unglaublich stolz auf euch alle“.

Bewerbungen für den NN-Kunstpreis werden ab 1. März 2012 entgegengenommen. Die Teilnahmebedingungen finden Sie
hier.