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Es geht eben doch nicht nur um die Frage, ob die Autos künftig im oder gegen den Uhrzeigersinn um die Stadt herumfahren sollten. Ganz schnell war die Gruppe, die sich während des Forums zusammengesetzt hatte, um über die Einbahnstraßenregelung zu diskutieren, beim Kernproblem angelangt: In welche Richtung soll sich die Stadt selbst entwickeln? Und hilft es dabei wirklich, den Ring zur Einbahnstraße zu machen? Oder wird dann nur der Verkehrsfluss erhöht, und zwar auf Kosten der Innenstadt? Und: Wenn Ampeln die Autos auf dem Ring immer wieder ausbremsen, macht es dann überhaupt Sinn, an der jetzigen Situation etwas zu ändern?
Der Einladung des Niver-Teams in den Markgrafensaal von Schloss Ratibor waren rund 90 Interessierte gefolgt. Mit diesem öffentlichen Forum wollten Cornelia von Hardenberg und David Burton, die beiden Initiatoren des Projektes, die ersten Überlegungen vorstellen, die (wie ausführlich berichtet) folgendermaßen aussehen: Der Ring um die Altstadt wird zur Einbahnstraße, auf der inneren Straßenseite ist Platz für Kurzzeitparkplätze, auf der Außenseite für einen breiten Radweg.
Doch die Projektgruppe wollte an diesem Abend vor allem wissen, was denn die Rother selbst – als Autofahrer, Fußgänger und Radler – zu diesen Plänen sagen. Daher ging es nach der Einführungsrunde, in der auch das neue Internetportal www.rotherforum.de vorgestellt wurde, ziemlich schnell zur Sache beziehungsweise in die Diskussion – und zwar in einzelnen Gruppen, in denen die Interessierten ihre Meinung äußern konnten.
Eine der insgesamt fünf Gruppen beschäftigte sich wie erwähnt mit der Einbahnstraßenregelung, eine andere mit dem Radwegekonzept. Außerdem ging es um die Gestaltung des Sieh-Dich-Für-Weges, um einen möglichen „Shared Space“ (ein Verkehrsraum, in dem alle Teilnehmer, egal ob zu Fuß oder motorisiert, gleichberechtigt sind) und um die Öffentlichkeitsarbeit.
Am Ende war klar: Das Projektteam muss noch einmal neu überlegen. Denn nicht nur die Einbahnstraße wurde in Frage gestellt, sondern zum Beispiel auch der ringförmige Radweg. Wer nämlich mit dem Rad in die Stadt oder in die Schule fahre, so eine der Besucherinnen, der bewege sich ganz sicher nicht außen ums Zentrum herum, sondern mitten hindurch. Daher müsse aus dem Radweg-Ring ein Stern werden, so einer der Vorschläge.
Dem Team um Cornelia von Hardenberg und David Burton wurde deren Verkehrskonzept an diesem Abend jedenfalls gehörig durcheinandergebracht. Aufgeben wollen die aber dennoch nicht. Ganz im Gegenteil: Die Zeit sei zwar reif für Veränderung, doch was bisher auf dem Tisch liege, „ist einfach noch nicht gut genug!“, war sich Cornelia von Hardenberg sicher. Da seien die Einwände und Anregungen „eine gute Grundlage für weitere Gedankenspiele und Varianten“.
Ihr Fazit: Zwar stünde nun hinter der angedachten Einbahnstraßenregelung ein Fragezeichen, für den Prozess selbst aber habe die Projektgruppe „Rückenwind erhalten“, erklärte Cornelia von Hardenberg in der jüngsten Sitzung des Rother Stadtrates. Auch eine Vielzahl der Besucher des Diskussionsforums will dranbleiben, wie der Rücklauf der verteilten Fragebögen dokumentierte: Knapp ein Drittel der Besucher des Abends hatte angekreuzt, die Internetplattform zur weiteren Diskussion zu nutzen und auch an den künftig geplanten öffentlichen Diskussionsrunden teilzunehmen.
An seinem ehrgeizigen Ziel, dem Stadtrat bis zum Sommer ein beschlussfähiges Verkehrskonzept vorzulegen, hält das Team auf alle Fälle fest. Wenn auf dem Willy-Supf-Platz die Bauarbeiten losgehen, dann soll auch dieses Konzept ausprobiert werden.
In der nächsten Woche will sich das Kern-Team wieder treffen, um über die Einwände und Vorschläge zu beraten.
Und Cornelia von Hardenberg ist sich sicher: Am Ende wird es eine Lösung geben, „die von der breiten Mehrheit getragen wird“.

Bewerbungen für den NN-Kunstpreis werden ab 1. März 2012 entgegengenommen. Die Teilnahmebedingungen finden Sie
hier.