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Nur beim Lagerschuppen gab es Diskussionsbedarf

Marktgemeinderat stimmte Bauantrag für die Generalsanierung des Gilardi-Anwesens zu — Debatte über Präsentation - 15.02.12

ALLERSBERG  - Die nächste Etappe auf dem Weg zur Generalsanierung des Gilardi-Anwesens ist bewältigt. Mit großer Mehrheit gab der Marktgemeinderat grünes Licht für den Bauantrag, auch wenn zuvor lebhaft über neue Details debattiert wurde. Vor allem beim Plan von Architekt Michael Kühnlein, den Schuppen westlich des Kopfbaus als zusätzliches Depot für die Exponate der Familiensammlung Geiershoefer/Schulenburg zu nutzen, gab es Diskussionsbedarf.

Soll der Schuppen an der westlichen Grundstücksgrenze (links) zum Depot für die Familiensammlung Geiershoefer/Schulenburg umgebaut werden? An dieser Frage schieden sich die Geister.
Soll der Schuppen an der westlichen Grundstücksgrenze (links) zum Depot für die Familiensammlung Geiershoefer/Schulenburg umgebaut werden? An dieser Frage schieden sich die Geister.
Foto: Ammer
Soll der Schuppen an der westlichen Grundstücksgrenze (links) zum Depot für die Familiensammlung Geiershoefer/Schulenburg umgebaut werden? An dieser Frage schieden sich die Geister.
Soll der Schuppen an der westlichen Grundstücksgrenze (links) zum Depot für die Familiensammlung Geiershoefer/Schulenburg umgebaut werden? An dieser Frage schieden sich die Geister.
Foto: Ammer

„Wir beschließen schon wieder Sachen, über die wir noch gar nicht gesprochen haben“, gab Roger Bitsch (SPD) zu bedenken, nachdem Kühnlein die nochmals überarbeiteten Pläne präsentiert hatte. Dabei ist neben einem rund 200 Quadratmeter großen Ausstellungsraum im östlichen Teil des Südflügels eine Präsentation in dem langgestreckten Lagerschuppen neben dem Barockpalais vorgesehen.

Der Architekt spielt mit dem Gedanken, die Frontseite dieses Depots mit Glasflächen transparent zu machen und die offene Kulisse für einige der historischen Maschinen nachts zu beleuchten. Die zusätzlichen Kosten für diesen Blickfang schätzt Kühnlein auf etwa 40000 Euro, ein genaues Konzept dazu gibt es aber noch nicht.



Angesichts dieser zusätzlichen 40000 Euro fragten sich einige Markträte, ob es diesen Raum tatsächlich braucht. Bei der veranschlagten Gesamtsumme von 7,58 Millionen Euro für die Sanierung ist dies zwar ein relativ geringer Betrag, „aber jeder private Häuslebauer will ganz genau wissen, was es kostet“, meinte Holger Gmelch (CSU) und sah sich ebenso wie Bitsch vor vollendete Tatsachen gestellt.

Empfohlen wurde dieses Depot von der Arbeitsgruppe Gilardi-Anwesen, nachdem sich die Marktgemeinde in notariellen Verträgen verpflichtet hat, die von der Familie Schulenburg gestifteten Exponate der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Im Zuge dieser Übereinkunft wurde auch eine Stiftung gegründet (wir berichteten). Gegen eine „kleine aber feine Präsentation“, wie es der mit der Sichtung der zahlreichen Exponate betraute Experte Dr. Rainer Tredt formuliert hatte, wollte sich Roger Bitsch auch gar nicht sperren, doch in der aufwendigen Sanierung und Umgestaltung des besagten Lagerschuppens sah er keinen rechten Sinn.

Schauproduktion geplant

Endgültig beschlossen ist das Vorhaben, die Exponate in zwei verschiedenen Räumen zu präsentieren, aber noch nicht. Schließlich wurden auch die übrigen Planungen mehrmals geändert, die bisher im Südflügel vorgesehene Kinderbetreuung zum Beispiel musste nun dem großen Museumsraum weichen, in dem auch eine Schauproduktion von Christbaumschmuck laufen soll. Stattdessen sollen die Kinder in dem separaten Walmdachgebäude an der westlichen Grundstücksgrenze untergebracht werden.

Am Grundkonzept für die künftige Nutzung des Allersberger Wahrzeichens hat sich dagegen kaum etwas geändert. Los geht es bei dem mehrjährigen Sanierungsprojekt mit dem Süd- und dem Westflügel, die zurückgebaut werden sollen — das heißt um ein Stockwerk reduziert und von den nachträglichen Um- und Anbauten befreit. Die Fassade soll möglichst schlicht gehalten sein, damit das Barockpalais an der Nordseite besser zur Geltung kommt. Dessen Fassade soll, abgesehen von der nötigen Sanierung des Verputzes und der Fenster, so bleiben wie sie ist. Auch die Treppe zur Eingangstür werde nicht groß verändert versicherte Kühnlein. Angesichts der heißen Debatten um die neue Treppe an der Hilpoltsteiner Residenz im vergangenen Jahr nahmen das die Markträte sichtlich erleichtert zur Kenntnis.

Mittels eines verglasten Durchgangs zwischen Westflügel und Kopfbau will man die beiden Gebäudeteile auch optisch klar trennen, deshalb soll auch das vorgesehene Satteldach an dieser Stelle deutlich schmaler werden.

Probleme mit der Statik

Im Kopfbau ist unter anderem ein Gastronomiebetrieb vorgesehen, während im Südflügel auch eine Arztpraxis und verschiedene Mehrzweckräume untergebracht werden sollen. Bei der Gestaltung des vorgesehenen großen Saals sind hinsichtlich der Statik allerdings noch Fragen offen. Aufgrund der begrenzten Tragfähigkeit der weitgespannten Deckenbalken müssen die Fachleute hier noch einmal sorgfältig rechnen.

Bautechnische Eingriffe in die Holzbalkendecken, zum Beispiel das Einziehen zusätzlicher Balken, sind knifflig, da ja der darunter liegende Stuck nicht beschädigt werden soll. Auch die Schäden durch eingedrungene Feuchtigkeit bereiten den Sanierungs- und Statikexperten noch etwas Kopfzerbrechen.

Eine gute Nachricht gab es in diesem Zusammenhang aber auch: Die Kellerfundamente sind für einen Gebäudekomplex dieses Alters in einem hervorragenden Zustand, hier sind wahrscheinlich kaum teure Sanierungsarbeiten notwendig. Nötig ist nun noch ein Brandschutzkonzept, doch hier sind die beauftragten Fachleute dran.

Bei einigen weiteren Details wie der Dimensionierung der Dachgauben oder der Zahl und der Verteilung der Toiletten sah mancher Marktrat zwar noch Verbesserungsbedarf, alles in allem stießen die Pläne von Michael Kühnlein aber auf ein positives Echo. Bis auf die Fraktion der Freien Wähler erteilte das Gremium dem Bauantrag das gemeindliche Einvernehmen. 



aar

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