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Schon das dritte Mal beherbergt das verwaiste Haus eine Kunstausstellung, die dieses Mal unter dem Motto „lebendig – gemeinsam – leben“ stand. Unübersehbar schon im Eingangsbereich die Kritik der Dorfbewohner: „Lasst die Kirche im Dorf“ steht es dort auf Plakaten zu lesen oder „Die Kirche lässt die noch treuen Landgemeinden sterben“.
An der „Besetzung“ beteiligte sich auch Landrat Herbert Eckstein, der zu diesem Anlass sogar ein T-Shirt mit dem Aufdruck „Lasst die Kirche im Dorf“ trug. Trotz der schönen Kunstwerke sei es ein „trauriger Anlass“, denn was früher eine Selbstverständlichkeit gewesen sei, nämlich dass fast jedes Dorf einen Pfarrer gehabt habe, sei heute keine Selbstverständlichkeit mehr, betonte er. Vieles laufe heutzutage nach dem gleichen Schema ab. „Erst geht die Schule, dann die Post, dann der Pfarrer, zum Glück bleibt meistens die Wirtschaft“, so Eckstein.
Er würdigte die stille Protest-Aktion der Offenbauer als ein Zeichen von Selbstbewusstsein. Von „oben“ würden oft in Hochglanzprospekten die Vorzüge des ländlichen Raums gepriesen, „aber Hochglanzprospekte haben noch niemandem etwas genützt“, meinte Eckstein. Er wünschte den Offenbauer Bürgern weiterhin viel Kraft und einen großen Zusammenhalt bei ihren Ziel, die Pfarrerstelle wieder besetzt zu bekommen. Denn „wenn man resigniert, freuen sich immer die Falschen“. Ins selbe Horn blies der Thalmässinger Bürgermeister Georg Küttinger. „Bleibt beisammen und gebt nicht auf. Nur gemeinsam könnt ihr was bewegen“.
Der Eysöldener Pfarrer Thomas Lorenz, der derzeit die vakante Pfarrstelle in Offenbau betreut, freute sich, dass zumindest für zwei Tage, in denen die Ausstellung zu sehen ist, wieder Leben ins örtliche Pfarrhaus zurückkehrte. „Derzeit strahlt das Haus wieder in vollem Glanz“, so Lorenz, der dies als Zeichen wertete, dass sich die Lebendigkeit der Dorfgemeinschaft äußern und in die Gemeinde einbringen will.
Er findet es sehr bedauerlich, dass das Münchner Landeskirchenamt die Gemeinde im Regen stehen lasse. „Seit eineinhalb Jahren herrscht Funkstille“, so der Pfarrer, und meinte damit den ausstehenden Feststellungsbeschluss, ohne den sich in der Sache nichts tun würde. Karl Trappe, der Initiator der Ausstellung, bedankte sich bei den vielen Künstlern, die sich an der Ausstellung beteiligten und stellte auch ein Kunstwerk vor, das alle Aussteller gemeinsam erstellt hätten – ein aus 16 Einzelelementen bestehende gemalte Spirale, auf der jede Menge Fische zu sehen sind, und die Vielfalt des Fisches als christliches Symbol zum Ausdruck bringen soll.
Alle Kunstwerke seien dieses Mal verkäuflich, wobei der Erlös sozialen Zwecken zugute kommen würde. Aber es gab noch viel mehr zu sehen: „Freundliche Hexen“ zum Beispiel, einen „roten Faden“, der das Leben symbolisiert, jede Menge farbenfrohe Gemälde, und außerdem wurde ein dezent mit Kerzen beleuchteter „Raum der Stille“ eingerichtet, in dem die Besucher zur Ruhe kommen können. Neben der Stille gab es jedoch auch Musik: Die Formation „Jagman Connection“ sorgte unter der Leitung von Gunther Rissmann bei dieser „friedlichen Hausbesetzung“ für gute Stimmung. Es waren die Werke folgender Künstler zu sehen: Karl Trappe, Karl Stromberger, Helmut und Heidi Maluche, Andrea Pfitzinger, Else Schlirf, Lydia Keim, Sabine Schneider, Julia Müller und Dieter Leitner, allesamt aus der Offenbauer Dorfgemeinschaft. Außerdem waren die Werke der Schwabacher Künstlerin Andrea Kramer ebenso wie die von Christa Mederer aus Allersberg zu bewundern.

Bewerbungen für den NN-Kunstpreis werden ab 1. März 2012 entgegengenommen. Die Teilnahmebedingungen finden Sie
hier.