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Powerfrau und Rockröhre: Sari Schorr in Roth

New Yorkerin und ihre Band "Engine Room" spielten bei den Bluestagen Bluesrock vom Feinsten - 31.03.2017 12:00 Uhr

Sari Schorr hat einfach eine schier überbordende Präsenz. Die Sängerin der Sonderklasse ist aber dennoch authentisch und bodenständig geblieben.

Sari Schorr hat einfach eine schier überbordende Präsenz. Die Sängerin der Sonderklasse ist aber dennoch authentisch und bodenständig geblieben. © Foto: Hans von Draminski


Sari Schorr ist ausgebildete Opernsängerin. Nach Verdi oder Puccini klingt ihre Stimme allerdings schon lange nicht mehr. Eher nach wüsten Whiskypartys in verrauchten Kaschemmen, nach Lebenserfahrung, nach ein bisschen Bitterkeit. Wie jemand eben klingt, der im "Big Apple" New York geboren wurde und dort das Musikmachen lernte.

Sari hatte freilich Glück: Zentrale Protagonisten des Urban Bluesrock wie Popa Chubby oder Joe Louis Walker holten die starkstimmige Nachwuchskünstlerin in ihre Bands, irgendwann begriff Produzentenlegende Mike Vernon, dass diese Frau mehr kann als Backgroundgesang – und nahm die quirlige Sängerin unter seine Fittiche.

Das war gestern. Heute ist Sari Schorr eine der wichtigsten Vertreterinnen des White Blues mit berechtigter Anwartschaft für die Blues Hall of Fame. Als sie bei den Bluestagen, extra früher angereist, die Kufa-Bühne enterte, um mit ihrem Mentor und Freund Joe Louis Walker ein paar Songs zu performen, war dies eine jener Festival-Sternstunden, die nicht programmierbar sind, sondern einfach geschehen, beinahe wie Naturereignisse.

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Ein solches ist auch Sari Schorr. Und sie braucht keine große Bühne, um ihre schier überbordende Präsenz in Szene zu setzen. Wenn diese Frau auftritt, knipst sie virtuelle Halogenscheinwerfer an, in deren Licht sie badet, ohne darob wie eine eingebildete Diva zu erscheinen. Diese Sängerin der Sonderklasse ist authentisch und bodenständig geblieben – und das, obwohl sie illustre Sidekicks wie den virtuosen Robert-Plant-Gitarristen Innes Sibun, den Keyboarder Anders Olinder, den Bassisten Kevin Jeffries und den Schlagzeuger Mike Hellier dabei hat, die ihrer Chefin einen nicht zu weichen Soundteppich ausrollen.

Hier wird gerockt, gebluest und das handgemachte Musik-Ideal ausgelebt, wie es in der jungen Bluesrock-Generation mittlerweile wieder zum guten Ton gehört. In Sachen Live-Energie können Sari Schorr nur wenige das Wasser reichen, sie tobt und quirlt völlig entfesselt durch Nummern mit Ohrwurm-Potenzial und Mitwipp-Garantie. Ihre angeraute Whiskystimme polarisiert gleichwohl, manchem Gast ist das Sandpapier-Organ "zu speziell", andere gehen voll ab und verwandeln die "Galaxy Bar Lounge" trotz der beengten Verhältnisse in einen Tanzpalast. So soll es sein. 

Hans von Draminski E-Mail

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