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Die Schneeketten sind aufgezogen, die Schneeschaufel am Traktor montiert. Hans Meier will vorbereitet sein. Wie immer, denn halbe Sachen liegen dem 72-Jährigen nicht. Moment mal, was hat Schneeräumen denn mit Schießsport zu tun? Auf den ersten Blick überhaupt nichts, doch wenn man diesem Sport derart hervorragende Rahmenbedingungen bieten will, wie sie in Greding herrschen, gehören auch sauber geräumte Zufahrtswege und Parkplätze am „Spielfeldrand“ dazu.
„Ja, wir sind schon stolz“, sagt Hans Meier, wenn er Besucher durch die Räume des 2005 eingeweihten Hauses führt. Luftpistolen- und Luftgewehr-Schützen haben ebenso ihren eigenen Bereich wie die Aktiven, die mit der Sportpistole die Zielscheibe ins Visier nehmen. Im Obergeschoss des schmucken Hauses haben sich Bogenschützen und die Jugend sowie Blasrohrschützen eingenistet. Als besonders wertvoll für den Verein erweist sich der 50-Meter-Stand im Keller. Denn damit sei man von der Witterung unabhängig und auch bei anderen Schützengesellschaften gefragt, die sich dort gerne mal einmieten.
Bevor der Neubau auf dem gemeindlichen Grundstück in der Industriestraße erfolgte – Baubeginn war im Mai 2000 – waren Luftgewehr-, Luftpistolen- und Pistolen-Schützen räumlich getrennt und damit „irgendwie schon fast wie zwei Vereine“. Der Wille, dies zu ändern, konnte ab 1999 umgesetzt werden – unter maßgeblichem Engagement von Hans Meier. Der nämlich war von 1985 bis 2004 stellvertretender Schützenmeister und übernahm das Amt des 1. Schützenmeisters dann auch offiziell, nachdem er seinen erkrankten Vorgänger schon vorher vertreten hatte. Mit dieser Funktion „erbte“ der Gredinger auch das Bauvorhaben mit einem finanziellen Volumen von immerhin 1,6 Millionen Mark.
Auf der Ehrentafel im Flur hängen die Namen derer, die den Bau mit Eigenleistungen in ganz erheblichem Maße vorangetrieben haben – insgesamt brachten es die Schützen auf über 5000 Arbeitsstunden. Natürlich steht da auch „Hans Meier“, der aber lieber von den Herausforderungen als von Statistiken spricht. Etwa von der, dem Pistolenstand eine optimale Belüftung zu verpassen. Denn was ein Laie wohl kaum bemerken wird: Ein leichter Unterdruck sorgt dafür, dass der Schütze beim Abfeuern seiner Waffe keine Pulverrückstände abbekommt. „Da konnte uns niemand beraten“, blickt Hans Meier zurück. Folglich gab es eine Gredinger Eigenentwicklung.
So gerne Hans Meier auch über das Bauprojekt und natürlich auch die Einweihung („so a Fest hams in Greding noch net gsehn“) spricht: Mehr noch bewegen ihn die Wettkämpfe – nicht nur seine eigenen. Denn auch nach vielen Jahren im Schießsport sei es faszinierend, wie schmal der Grat zwischen Sieg und Niederlage sei.
Das Duell Mann gegen Mann tue sein übriges und der Umstand, dass man nur seinen Monitor mit Ergebnis, nicht aber den des Gegners einsehen könne, mache aus dem Zweikampf eine Herausforderung. „Ohne Kopf geht es nicht“, meint der langjährige Sportschütze. Sprich: nur mit der entsprechenden mentalen Stärke könne man es in diesem Sport zu etwas bringen. Wie es sich anfühle, im Schießstand Leistung bringen zu wollen, sei nicht zu beschreiben und für Außenestehende wahrscheinlich auch nicht nachvollziehbar. „Ausprobieren“, rät er jedem Neugierigen.
Keine Frage also für Hans Meier, dass er bei jedem Heimwettkampf der Gredinger mitfiebert und sich auch die Vergleiche eingemieteter Vereine anschaut. Mittwochs und sonntags ist er zu Traingszwecken im Schützenhaus anzutreffen. Rund eine Stunde wenden die meisten Schützen für eine Traingseinheit auf, weiß er. Ob es mal mehr oder mal weniger ist, liegt auch daran, ob der Schütze Einstellungen an der Waffe vornimmt oder nicht.
Für Hans Meier kommen zu den Trainingszeiten — und einer geselligen Nachbereitung, wie er schmunzelnd ergänzt, die Stunden hinzu, die er als Mädchen für alles aufwendet. Dazu gehören neben der Pflege der Außenanlagen auch Reparaturen und — ganz aktuell — der Winterdienst. Manchmal muss der 72-Jährige zweimal am Tag Schneeräumen, Streuen oder nach dem Rechten sehen. „Unbezahlbar in jeder Hinsicht“, lobt Schützenmeister Michael Medl seinen rührigen Vorgänger.
Doch damit endet Meiers ehrenamtliches Engagement nicht. Zwar ist er nicht mehr für die Salutkanone des Krieger- und Reservistenvereins zuständig (das war er 21 Jahre lang), als Böllerschütze hat er jedoch ein weiteres wichtiges Amt inne. Bei Feierlichkeiten, Festen der Stadt oder des Faschingsvereins Gredonia sorgen der Gredinger und sein mittlerweile sechsköpfiges Team für eine besondere Atmosphäre.
Das Herz gehört jedoch eindeutig dem Schützenverein. Und der hat nicht zuletzt dank Hans Meier keine Nachwuchssorgen und einen ausgezeichneten Ruf weit über den Gau (Eichstätt) hinaus.

Bewerbungen für den NN-Kunstpreis werden ab 1. März 2012 entgegengenommen. Die Teilnahmebedingungen finden Sie
hier.