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Premiere für Pfarrer Josef Mederer und Pferd „Rubin“

Geistlicher segnete beim Stephansritt erstmals Ross und Reiter - 26.12. 16:15 Uhr

SPALT  - Die Tradition des Stephansritts in Spalt reicht weit zurück. Erstmals dokumentiert wurde der an jedem zweiten Weihnachtsfeiertag stattfindende Zug der Rösser und Reiter von der Hopfen- und Bierstadt in dem Ortsteil Wasserzell bereits vor knapp 100 Jahren. Doch reicht die Historie wohl wesentlich weiter in die Vergangenheit. Die Beliebtheit der Veranstaltung ist ungebrochen. Wie auch die aktuelle Auflage bewies.

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Bereits traditionell treffen sich Reiter am zweiten Weihnachtsfeiertag. Die Beliebtheit der Veranstaltung ist ungebrochen.

„Das fängt ja richtig gut an": Eine der ersten Reiterinnen, die sich am Treffpunkt am „Wittelsbacher Hof" einfindet, ist sichtlich begeistert. Grund hierfür ist der sogenannte „Bügeltrunk", den sie aus den Händen von Joachim Estel serviert bekommt, seines Zeichens Vorsitzender des Heimatvereins Spalter Land, der seit jeher den Ritt gemeinsam mit der Stadt organisiert. Den Schnaps gibt es wahlweise in der dunklen oder der hellen Variante — je nach Geschmack des Reiters beziehungsweise der Schattierung des Pferdes.


Vor fast 100 Jahren trafen sich die Reiter zum Stephansritt in Spalt. Dass die Beliebtheit der Veranstaltung seitdem ungebrochen ist, bewies auch die jüngste Auflage am  zweiten Weihnachtsfeiertag.
Vor fast 100 Jahren trafen sich die Reiter zum Stephansritt in Spalt. Dass die Beliebtheit der Veranstaltung seitdem ungebrochen ist, bewies auch die jüngste Auflage am zweiten Weihnachtsfeiertag.
Foto: Leykamm
Vor fast 100 Jahren trafen sich die Reiter zum Stephansritt in Spalt. Dass die Beliebtheit der Veranstaltung seitdem ungebrochen ist, bewies auch die jüngste Auflage am  zweiten Weihnachtsfeiertag.
Vor fast 100 Jahren trafen sich die Reiter zum Stephansritt in Spalt. Dass die Beliebtheit der Veranstaltung seitdem ungebrochen ist, bewies auch die jüngste Auflage am zweiten Weihnachtsfeiertag.
Foto: Leykamm

Schon im Vorfeld der Veranstaltung war bei Estel das Telefon heißgelaufen. Von Eichstätt bis Nürnberg läuteten die Interessenten an. Das Gros der Teilnehmer rekrutierte sich dennoch aus der Region. Beispielsweise ein Damenquartett aus Abenberg mit Hjördis Herbst an der Spitze. Ihren Friesenhengst hat sie seit eineinhalb Jahren – und nennt ihn „Friesel". Weil er öfters mal „störrisch wie ein Esel ist", erläutert die Reiterin ihr Wortspiel.

Und schon traben die nächsten Teilnehmer an. Wieder sind es Damen. Diesmal von der „Pine apple Ranch" aus Aurau. „Pferdeäpfel Ranch" würde auch gut passen, angesichts der Hinterlassenschaften der Tiere. Doch das sind Kollateralschäden. Wichtig ist, dass alle Spaß haben. Und den haben das namensgebende American Quarterhorse „Little Pineapple" & Co ganz offensichtlich. Mit Cowboyhüten auf dem Pferdeschädel und Weihnachtsglöckchen am Hals kann nichts mehr schiefgehen.



Das hofft auch Andrea Zellner (ebenso aus Abenberg), die auf ihrem Arabermix sitzend per Mobiltelefon schnell noch der reitenden Freundin den Weg nach Spalt weist. Die Abschwitzdecke in pink hat Zellner eigens für den Stephansritt gekauft.

Die Frauenquote an der Veranstaltung ist enorm hoch. Doch es gibt männlichen Nachwuchs. Jonas Hofmann ist erst sieben Jahre alt und heuer erstmals als Reiter mit Pferd „Bienchen" mit dabei, Tante Michaela Näpflein passt auf, dass nichts passiert. Das Tier selbst ist bereits zehn Jahre älter als Jonas, aber kleiner als er. Zumindest solange es nicht auf die Idee kommt, seinen Kopf zu heben. Alles in allem ist es eine illustre Schar von Reitern und Kutschen, die sich unter der Leitung von Josef Bauer auf nach Wasserzell macht. Standartenträger Stefan Hofmann folgt dahinter – zum ersten Mal auf dem dreijährigen Noritzer-Hengst namens „Rubin". Hofmanns Ehefrau Christine und Markus Kunstmann machen das Führungsquartett komplett. Hohen Einsatz beweist auch ein anderes Ehepaar. Nämlich jenes namens Güllich, das aus Heilsbronn stammt und mit zwei Fjord-Pferden dabei ist: Das eine ist mit eineinhalb Jahren zu jung zum Reiten, dessen Onkel mit 26 Jahren zu alt dazu. So laufen Pferde und Halter einträchtig nebeneinander dem Ziel entgegen.

In Wasserzell werden Mensch und Tier von den Klängen des Fünfbronner Posaunenchores empfangen. Dreimal umrundet der Tross die dortige Kirche, deren Namenspatron natürlich Stephanus ist.

Erstmals ist es während dieser Zeremonie Pfarrer Josef Mederer, der mit dem Weihwassersprenger(Aspergill) Rosse und Reiter segnet. Davon fasziniert zeigt sich auch der gerade einmal dreineinhalbjährige Luis, der mit Mama Karin Gundel hoch zu Pferd sitzt. Beide kamen aus der Gegend um Windsbach angeritten. Nun heißt es, Segen und Teilnehmerplakette abholen.

Dann dürfen zumindest die Reiter und Kutscheninsassen im Gotteshaus Platz nehmen. Dort erinnerte Mederer an den Namenspatron der Veranstaltung: den Heiligen Stephanus. Er ist nicht nur der erste christliche Märtyrer, sondern gilt in der katholischen Kirche zugleich als Schutzheiliger der Reiter, Kutscher und Pferde. Gedacht wird seiner an jedem zweiten Weihnachtsfeiertag.

  



ley

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