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„Weil wir ein bisschen verrückt sind“, meinten Tobias Matulla und Max Müller ganz lapidar auf die Frage, was sie zu einer derartigen Strapaze antreibe. Denn dass das Quartett — neben den drei Schulbesuchern gehört noch Lasse Ibert zum Team — einiges vor sich hat, war auch den Schülern schnell klar.
Anhand einer Präsentation erläuterten die Rother, wo sie Mitte Juni starten werden, in welchen Etappen sie versuchen wollen, die USA zu durchqueren und was sie dabei alles erwarten wird. „Wenngleich man nie sagen kann, was kommt“, wie Florian Lechner meinte. Wie auch Lasse Ibert hat er im Vorjahr schon mal an dem „härtesten Radrennen der Welt“ teilgenommen und „Blut geleckt“.
Schnell waren seine Freunde und Trainingskollegen „angesteckt“. Wobei: Große Überredungskünste brauchte es nicht, denn jeder einzelne des Quartetts ist sportbegeistert. Dass sie nun mit ihrem Vorhaben an die Öffentlichkeit und auch an die Schule gehen, hat zwei Gründe, die freilich auch wieder miteinander zu tun haben.
„Wir wollen zeigen, dass man mit gutem Zeitmanagement, Ehrgeiz und Organisation im Team Höchstleistungen vollbringen kann“, sagte Max Müller, der als einziger bereits berufstätig ist. Doch auch seine Kollegen können sich über mangelnde Auslastung nicht beklagen und haben bisweilen schon zu tun, 15 Stunden Training — plus bis zu zehn Stunden für organisatorische Aufgaben von der Homepagepflege bis zu logistischen Fragen — unterzubringen.
Gerade die Zielstrebigkeit, mit der die Sportler ihre Mission verfolgen, könne für viele Mittelschüler als Beispiel und Motivationshilfe dienen, erklärte Lehrer Klaus Pfannenmüller, der eine gewisse Mitschuld daran trägt, dass die Verknüpfung Schule- „team twenty.six“ — so der Name in Anlehnung an das junge Durchschnittsalter der Protagonisten — zustandekam.
Hauptverantwortlich aber ist ein anderer: Roths Bürgermeister Ralph Edelhäußer. Diesem berichtete das Quartett bei der Vorstellung des Vorhabens, dass sie gerne auch eine soziale Komponente „mit reinpacken“ wollten, aber nicht so recht wüssten, wen sie begünstigen könnten. Spontan fiel Edelhäußer die Anton-Seitz Schule ein.
Was die Verantwortlichen um Rektor Eduard Gradl natürlich sehr freute, zumal Lechner und Co doch mit einem ordentlichen Betrag rechnen. Dieser soll, so erklärt Gradl, in Hilfen zum Berufseinstieg fließen. Wenn es optimal laufe, könne aus der punktuellen Betreuung sogar ein Projekt werden, meinte er.
Gesammelt wird durch den „Verkauf“ einzelner Zeitmessstationen, die auf der Strecke zwischen Kalifornien und Maryland liegen. Während die erste und letzte Station sowie einige weitere schon „weg“ sind, haben Interessierte derzeit noch eine gute Auswahl - immerhin sind 55 Stück auf dem Markt. Für einen Betrag ab 50 Euro erhalten die Paten dann auch eine Urkunde samt Foto mit der Crew an dem Kontrollpunkt. Dies kann ein Marktplatz in einer „typischen amerikanischen Kleinstadt“, aber auch eine Telefonzelle sein.
Nicht nur das interessierte die Schüler, sie wollten vielmehr auch wissen, was und wann die Radfahrer trinken, wie der Verpflegungs-und Schlafrhythmus aussehe und was genau man denn essen müsse. „Riegel, Gels und Cola“, erklärten die ambitionierten Sportler und Triathleten, die allesamt auf große Wettkampferfahrung zurückblicken können. „Eben alles, was schnell Energie liefert und nicht zu sehr auf den Magen geht“, erläuterte Florian Lechner.
Neugierig waren die Jugendlichen aber auch in Bezug auf Urlaub (eine Woche im Anschluss an das Rennen), was passiere, wenn sich einer verletzt (dann geht die Reise zu dritt weiter) oder wie die Beleuchtung nachts funktioniere (durch ein Begleitfahrzeug).
Teilweise erkundigten sich die Zuhörer auch im Nachhinein auf der Facebook-Seite des Teams — das sich in den Tagen nach dem Schulbesuch über 70 neue Fans freuen konnte — noch nach Feinheiten oder wünschten „einfach nur Glück“.
Weitere Informationen zum Rennen, zum Team und der Aktion zugunsten der Anton-Seitz-Schule — www.raam2012.com

Bewerbungen für den NN-Kunstpreis werden ab 1. März 2012 entgegengenommen. Die Teilnahmebedingungen finden Sie
hier.