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Rother Stadtgarten: Kehrseiten der Natur

Spannende Fotowände laden zum Hingucken ein - 24.07.2014 17:59 Uhr

Nicht nur der Blick auf den Schmetterling, sondern auch der auf seine Rückseite lohnt sich, finden die Freunde der Natur, die Vertreter der Stadt Roth und die der ausführenden Firma LAK. © Carola Scherbel


Malerisch, wie sich das mehr als 15 Quadratmeter große Schmetterlingsfoto hinter den Birkenästen in die Stadtgarten-Landschaft schmiegt. Und gleich dahinter summt der Marienkäfer direkt neben der bunten Wiese und vor dem Bild vom zutraulichen Nüssesammler. Ein Idyll? Von vorne schon.

Die Freunde der Natur in Roth haben den Stadtgarten seit der Landesgartenschau „Natur in Roth“ im Jahr 2003 immer wieder mit neuen Ideen bestückt. So entstanden auf dem Gelände Rosengarten und Kräuterspirale, es gibt Spielgeräte, Sonnenliegen und ein Schachspiel.

„Einen hohen fünfstelligen Betrag hat der Verein hier schon reingesteckt“, erzählt Vorsitzender Falko Fabianek. Auch der „Lichte Garten“ mit halbtransparenten großen Glasspiegelwänden, durch die die Betrachter je nach Entfernung schauen oder sich spiegeln konnten, hat sich der Verein vor einigen Jahren ein hübsches Sümmchen kosten lassen. „Aber das Glas hat Verletzungen und Vandalismus magisch angezogen“, haben Fabianek und seine Mitvorständlerin Elisabeth Bieber frustriert feststellen und immer wieder etwas reparieren müssen. Also wurde jetzt beschlossen, die Wände nicht mehr mit Glas, sondern mit Fotofolien zu gestalten. Die Firma „LAK — Alles in Folie“ aus Roth beklebte dann die vier Ständer mit „Fototapete“.

Auf insgesamt 70 Quadratmetern, denn natürlich wurde auch die Rückseite der aufgeständerten Wände beklebt. Und zwar mit der Kehrseite der Natur: „Mit dem von uns Menschen Gemachten“, erläutert Fabianek. Die Kehrseiten, das sind undurchdringlicher Stacheldrahtzaun oder eine Fabrikanlage mit Tausenden von Stahlrohren, eine berstende Betonmauer oder auch der dichte Qualm aus zahllosen Kraftwerksschloten.

„Eine coole Idee“, nennt Bürgermeister Ralph Edelhäußer die doppelseitigen Fotowände und „eine interessante Alternative, die zum Nachdenken anregen soll“. Gespannt auf die Reaktionen der Spaziergänger sind sowohl er und Stefan Hofmann vom städtischen Bauamt als auch die „Freunde der Natur“. Die hoffen, dass die Wände möglichst halten — zumindest länger als das Sonnensegel — die jüngste Anschaffung hatte nur zwei Monate lang Zerstörern und Dieben die Stirn bieten können.

Noch heuer soll sich — in Kooperation mit der Stadt — zu den rund 4000 Euro teuren Fotowänden eine weitere Attraktion in den Stadtgarten gesellen: Der MehrgenerationenParcours mit Geräten für Kinder, Behinderte und Erwachsene wird laut Edelhäußer bis Herbst fertig sein.

Und die Freunde der Natur stehen für den Stadtgarten natürlich nicht nur mit Geld und neuen Projekten bereit: Schon am nächsten Mittwoch, 30. Juli, wird ab 9 Uhr wieder zum Arbeitseinsatz eingeladen — Unkrautzupfen im Rosengarten. 

CAROLA SCHERBEL

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