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Röttenbacherin ist zweite Königin fürs Seenland

Dienstantritt für die Röttenbacherin Katharina Strobl - 22.01.2017 13:38 Uhr

Katharina Strobl hat ihr königliches Ehrenamt angetreten. Der erste richtige Amtshandlung der Fränkischen Seenlandkönigin war der Besuch der Messe CMT in Stuttgart. © Foto: Wolfgang Dressler


Als im vergangenen Jahr die Nachfolge der ersten Königin Miriam Seelig aus Wettelsheim näherrückte und diese Personalie in der Heimatzeitung stand, hieß es am Frühstückstisch der Familie: „Das wäre doch was für Dich!“ Größte Befürworterin einer Kandidatur war die Mama, erzählt Katharina. Überhaupt war die ganze Familie dafür, und die junge Röttenbacherin selbst fand die Idee auch sehr reizvoll.

Im Oktober setzte sich die 21-Jährige dann im Finale in Gunzenhausen knapp gegen zwei Mitbewerberinnen durch. Mit Charme und Wissen und etwas Glück landete sie auf dem Thron. „Wenn ich es nicht geworden wäre, wäre die Welt nicht untergegangen.“ So aber hat sie die Chance genutzt und will in den nächsten beiden Jahren die Aufgabe mit Bravour meistern.

Landrat Gerhard Wägemann, Vorsitzender des Tourismusverbands Fränkisches Seenland, erinnert sich gut, wie das damals in Gunzenhausen ablief. Die Kandidatinnen sollten sagen, wie tief der Große Brombachsee maximal ist. Antwort von Katharina Strobl: „Das hängt vom Wasserstand ab.“ Mit solchen Äußerungen gewinnt man das Herz des Publikums und Sympathien in der Jury.

Auf die Wahl und Krönung folgte erst einmal die Ruhe. Die Termine für eine Seenlandkönigin sind im Spätherbst und frühen Winter gelinde gesagt rar. Doch mit dem Januar ändert sich das. Zunächst einmal musste eine maßgeschneiderte Tracht für die Majestät her. Hier leistete die Gunzenhäuser Schneiderin Monika Löhnert sehr gute Arbeit, und das findet nicht nur Carolin Hofmann vom Tourismusverband Fränkisches Seenland. Die Optik ist nun einmal wichtig. Darüber hinaus stand ein professionelles Fotoshooting an.

Dann die erste „richtige“ Amtshandlung: Die junge Frau fuhr mit Gerhard Wägemann zur Messe CMT im Stuttgarter Messezentrum. Dort trifft sich in diesen Tagen das halbe Schwabenland, um Lust auf interessante Urlaubsziele zu bekommen. Katharina lernte die Messeatmosphäre und das Arbeiten am Beratungstresen kennen. Sie half beim kleinen Gewinnspiel mit, das der Verband während der noch bis morgen dauernden Messe durchführt, und sie machte Erfahrungen in der „Pressearbeit“, also dem Gespräch mit Journalisten. Auf der Grünen Woche in Berlin kann sie dann weiter an ihrer „Performance“ arbeiten.

Neugierig und selbstbewusst

Die 21-Jährige hat die richtige Mischung aus Neugierde und gesundem Selbstbewusstsein. Nach dem Abitur in Schwabach bewarb sie sich mit Erfolg bei ihrer regionalen Sparkasse. In den drei Jahren der Ausbildung — die letzten Prüfungen folgen in Kürze — wurde sie vertraut im Umgang mit der Kundschaft. Das korrekte, seriöse, überzeugende Auftreten gegenüber Leuten, die man kaum oder gar nicht kennt, gehört zu diesem Beruf dazu und kann für das königliche Ehrenam nur förderlich sein.

Neben dem Beruf blieb sie ihrem Hobby Blasmusik treu, und auch als Karnevalistin tut sie sich hervor. Als Mitglied in der Spalter Garde tanzt sie mit voller Begeisterung, und das in vielen Monaten im Jahreslauf. Da können die Gelenke und Bänder schon mal wehtun nach einem furiosen Auftritt.

Die Verbundenheit mit dem Fränkischen Seenland war jedenfalls schon immer da. Der Landkreis Roth hat einen Anteil an den Gewässern, und der Große Brombachsee liegt nicht fern von Röttenbach, kann also problemlos mit dem Fahrrad erreicht werden. Der Altmühlsee ist dagegen für Katharina wenig bekanntes Terrain. Natürlich will sie auch diesen See und seine Besonderheiten kennenlernen, und das gilt nicht minder für Rothsee, Hahnenkammsee und Dennenloher See. Eine Königin muss halt ihr gesamtes Reich repräsentieren.

Die Amtsausübung erfolgt unter dem Dach des Tourismusverbands. Wer im Sinn hat, bei einer Veranstaltung die Seenlandkönigin dabeizuhaben, sollte sich rechtzeitig an die Geschäftsstelle am Hafnermarkt in Gunzenhausen wenden. Derzeit kann Katharina Strobl noch nicht sagen, wie viel Arbeit eigentlich auf sie zukommen wird. Sie ist neu im Geschäft, und die Termindichte kann von Jahr zu Jahr schwanken. Keine Frage ist, dass sie bei den großen Events präsent und des Öfteren auch ein Grußwort von ihr zu hören sein wird. Die 21-Jährige ist da zuversichtlich, dass sie die Erwartungen erfüllen kann.

Sie darf getrost als bodenständig und geerdet bezeichnet werden. Sie fühlt sich in der Heimat sehr wohl und will hier auf Dauer leben. Den Drang, in die große, weite Welt zu entfliehen, hat sie nie verspürt. Das Ziel, „das Seenland noch populärer zu machen“, entspricht voll und ganz dieser Lebensauffassung.

Bei der Betreuung der neuen Königin besteht Kontinuität. Dafür ist wie schon 2015 und 2016 Siegfried Kipfmüller aus Gunzenhausen-Obenbrunn zuständig. Der Ruheständler hat Erfahrung, weiß Bescheid, kennt Land und Leute. Er war Touristiker bei der Stadtverwaltung Gunzenhausen und hatte später sein Büro beim Zweckverband Altmühlsee, der schon immer intensiv Fremdenverkehrsarbeit leistete. Kipfmüller wird Katharina Strobl in vielen Dingen eine Stütze sein, nicht zuletzt als Chauffeur. Eine Königin braucht eben nicht alles selbst zu machen — und sie ist bereits jetzt dankbar dafür. 

WOLFGANG DRESSLER

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