Dienstag, 20.11.2018

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Seil über ICE-Strecke: LKA gibt neue Details bekannt

Bei der Suche an der ICE-Trasse wurden weitere Papierfragmente gefunden - 06.11.2018 10:21 Uhr

Anfang Oktober hatten Unbekannte ein Stahlseil über die Schienen bei Allersberg gespannt - die Polizei suchte die Stelle daraufhin mehrmals ab. © dpa/ Daniel Karmann


Vor rund einem Monat hatten unbekannte Täter ein Stahlseil über die Gleise der Schnellfahrstrecke zwischen Nürnberg und München gespannt. Bei dem Vorfall war ein ICE beschädigt worden, verletzt wurde niemand.​ Mitarbeiter der Deutschen Bahn haben offenbar bereits am Folgetag vor Ort eine Begehung durchgeführt - jedoch ohne Hinweise zu finden. Erst über zwei Wochen später überprüfte die Polizei den Tatort und stellte dort Reste des Stahlseils sowie einen Drohbrief und ein arabisches Graffiti sicher. 

Am Dienstagmorgen teilte das bayerische LKA per Pressemitteilung den aktuellen Ermittlungsstand mit: Demnach laufen die Untersuchungen weiterhin auf Hochtouren. Es werden aber auch einige neue Details zu den Beweismitteln verraten: Sowohl das Drohschreiben als auch das Graffiti wurden demnach in rund 3,5 Kilometern Entfernung zum Tatort gefunden wurden. Zudem berichtet das LKA, dass bei Absuchen neben dem mehrseitigen Schreiben weitere Papierfragmete gefunden wurden, die "vermutlich in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Drohschreiben stehen." Bei einer großen Suchaktion am 31. Oktober wurden außerdem weitere Holz- und Eisenteile gefunden, die dem sichergestellten Beweismaterial ähnelten. 

Der Münchner Merkur berichtet, die Texte im Schreiben würden aus einschlägig bekannten Internetforen stammen, die für jeden zugänglich sind und spricht zudem von Flugblättern am Tatort. Auf Anfrage von nordbayern.de gibt es von der LKA-Pressestelle hierzu jedoch keine Stellungnahme, aus Rücksicht auf die laufenden Ermittlungen, wie der Sprecher betont.

Rund 50 Beamte ermitteln beim bayerischen LKA täglich in dem Fall. Sie stufen den Vorfall nicht als Anschlag, sondern als gefährlichen Eingriff in den Zugverkehr ein. Die Behörden gehen davon aus, dass die Konstruktion den Zug nicht hätte entgleisen lassen können. Das LKA merkt zudem an, dass man auf keiner deutschen Bahnstrecke rückwirkend ähnliche Manipulationen feststellen konnte.

Hinweise nimmt zu verdächtigen Personen oder Wahrnehmungen nimmt das LKA (0800/300 00 60) und jede weitere Polizeidienststelle weiterhin entgegen.


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