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„Einen Glücksfall für Heideck“ nennt Helmut Stranzinger das geplante Projekt. Und Bürgermeister Ottmar Brunner stimmt dem Investor aus Niederbayern gerne zu. Denn die Stadt bemühe sich schon seit zehn Jahren um eine Seniorenwohnanlage, der letzte Investor war im Zuge der Bankenkrise ins Straucheln geraten und abgesprungen.
Nun hat sich Helmut Stranzinger von „SH Projekte“ aus Pfarrkirchen bei der Stadt gemeldet — und gleich mit einem Betreiber im Gepäck. Das Bayerische Rote Kreuz hat zugesagt, das 60-Betten-Haus zu betreiben. Stranzinger hat zusammen mit dem BRK schon ein Pflegeheim in Wurmannsquick auf die Beine gestellt, ein weiteres wird Ende Juni in Regensburg eröffnet.
Glücksfall nennen Stranzinger und der Heidecker Bürgermeister diese Kooperation, weil das BRK nicht nur einen renommierten Namen hat, sondern als staatliche Einrichtung auch insolvenzgeschützt ist.
Das sei auch ein Vorteil für mögliche Käufer von Pflegeheimplätzen: Wer sich einen Platz an der Sonne kaufen und ihn noch vermieten will, bekommt die Mieteinnahmen auf jeden Fall, dafür garantiert das BRK für 25 Jahre, wie Stranzinger beim Pressegespräch betont.
Geplant ist das Gebäude im Dreieck zwischen Rudletzholzer Straße und Ziegelmoos auf rund 4500 Quadratmetern. Aussehen soll es etwa wie ein „H“ mit vier Schenkeln für vier Wohngruppen. Neu und bisher einzigartig im Landkreis sei das „Hausgemeinschaftskonzept“: Die Wohngruppen haben jeweils eine eigene Küche, die Hauswirtschafterinnen kochen — auf Wunsch auch mit Hilfe der Bewohner — jeweils für ihre Gruppe, das Pflegepersonal ist „nicht weit weg“, sondern in den Gemeinschaftsräumen zur Stelle. Stranzinger fasst zusammen: „Es herrscht keine Krankenhaus-, sondern eine familiäre Atmosphäre.“ Die Kosten lassen sich laut Stranzinger noch nicht genau festlegen, „aber es sind auf jeden Fall mehr als sechs Millionen Euro.“
Der Eingang soll auf der Westseite liegen, gleichzeitig soll die Sebastianskapelle mit dem angrenzenden Pestfriedhof in einer neuangelegten Grünanlage „besser betont werden“, wünscht sich Brunner. Für das gesamte Areal stellte er dem Stadtrat gestern Abend drei mögliche Verkehrskonzepte vor.
Im Osten des 11000 Quadratmeter großen Grundstücks gibt es, so Brunner, noch die Chance der Erweiterung: Dort könne eine Anlage für betreutes Wohnen entstehen. Aber, so Brunner, „das ist noch Zukunftsmusik“.
Entscheiden musste das Gremium zunächst über den vorhabenbezogenen Bebauungsplan für das Projekt. Dringlicher Wunsch von Bürgermeister und Investor: Wenn der Plan für das Pflegeheim vom Landratsamt als Einzelbauvorhaben anerkannt wird, könnte auf zeitraubende Auslegungsfristen verzichtet werden und die Baumaschinen bereits im Frühjahr anrollen — mit Eröffnung im Frühling 2013. Sollten sich die Genehmigungsverfahren aber hinziehen, wird es mit der Eröffnung 2013 eventuell nichts mehr, glaubt Stranzinger.
Über die Diskussion des Stadtrates berichten wir in unserer morgigen Ausgabe.

Bewerbungen für den NN-Kunstpreis werden ab 1. März 2012 entgegengenommen. Die Teilnahmebedingungen finden Sie
hier.