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Stärke und Selbstvertrauen wecken

Für Trainer Frank Lehner ist Volleyball nur eines von vielen Elementen seiner Arbeit - 18.02.12

ALLERSBERG  - Eine Zeitungsanzeige Anfang der 80er-Jahre ist schuld, dass Frank Lehner auch heute noch am Spielfeldrand steht. Damals bot die Gemeinde Allersberg nämlich Interessierten Hallenzeiten in der Turnhalle an. Der heute 51-Jährige ging zu dem Vergabetermin, bekam Stunden und ist seitdem untrennbar mit Volleyball und mit Allersberg verbunden.

Werfen, Fangen, Laufen - oder in diesem Fall Dribbeln - steht bei Frank Lehner in den verschiedensten Variationen auf dem Trainingsplan. Vielseitige Fähigkeiten will er seinen kleinen Schützlingen mit auf den Weg geben.
Werfen, Fangen, Laufen - oder in diesem Fall Dribbeln - steht bei Frank Lehner in den verschiedensten Variationen auf dem Trainingsplan. Vielseitige Fähigkeiten will er seinen kleinen Schützlingen mit auf den Weg geben.
Foto: Schoplocher
Werfen, Fangen, Laufen - oder in diesem Fall Dribbeln - steht bei Frank Lehner in den verschiedensten Variationen auf dem Trainingsplan. Vielseitige Fähigkeiten will er seinen kleinen Schützlingen mit auf den Weg geben.
Werfen, Fangen, Laufen - oder in diesem Fall Dribbeln - steht bei Frank Lehner in den verschiedensten Variationen auf dem Trainingsplan. Vielseitige Fähigkeiten will er seinen kleinen Schützlingen mit auf den Weg geben.
Foto: Schoplocher

Ob denn nun das Huhn oder das Ei zuerst da war, ist eine Frage, die im Gespräch mit Frank Lehner öfter auftaucht. Zum Beispiel, wenn es um seine Haltung Kindern gegenüber geht – denn angesichts seiner Arbeit als Diplom-Pädagoge bei der Frühförderstelle Hilpoltstein gibt es natürlich viele Überschneidungen mit seiner Betreuer-Funktion bei der DJK Allersberg.

Oder auch: War die Weiterbildung im Bereich Psychomotorik mehr auf sein berufliches Betätigungsfeld zurückzuführen oder auf die Verzahnung zum Sport? Fest steht: Es sind die Kleinen, die davon profitieren. Und zwar nicht nur in der einen Stunde, in der Frank Lehner über die DJK eine Arbeitsgemeinschaft mit der Allersberger Schule anbietet.



Was Lehner von „normalen“ Trainern unterscheidet, ist sicher zum einen der Arbeit geschuldet, zum anderen, dass er eine volleyball-begeisterte Familie um sich geschart hat. Wie er und seine Frau Sabine haben alle drei Kinder einen SchiedsrichterSchein, ausgebildete Trainer sind drei Familien-Mitglieder. Wobei Sohn Jakob in dieser Hinsicht am ambitioniertesten unterwegs ist, coacht er doch seit einiger Zeit die Damenmannschaft des TSV Nittenau, die immerhin in der Regionalliga spielen.

Begeisterung wecken

Den Vater wiederum zieht es nicht mehr als Trainer einer Erwachsenenmannschaft an die Seitenlinie. Die Kleinen sind ihm lieber, schon alleine, „weil ich da das Gefühl habe, etwas zu bewegen“. Und genau darum geht es Frank Lehner: Die Begeisterung der Jungen und Mädchen zu wecken, ihnen vielseitige Fähigkeiten mit auf den Weg zu geben.

Verpackt ist das alles in viele Lauf- und Ballspiele. Denn mit Volleyball hat die Sportstunde von Frank Lehner wenig zu tun. „Davon halte ich auch nichts“, sagt er überzeugt. Zu speziell und vor allem zu gefährlich für die Finger.

Also lieber Werfen, Fangen, Laufen. Natürlich überlege er sich, was er in den Trainingseinheiten mit seinen Schützlingen machen will, aufschreiben wie zu seinen Anfangszeiten — die Schularbeitsgemeinschaften betreut er mit einem Jahr Unterbrechung seit sechs Jahren — muss sich der 51-Jährige aber nichts mehr. Und auch keine Gedanken machen, wenn Ferien anstehen. Dann nämlich dürfen die Jungen und Mädchen „Wunschkonzert“ spielen und sich mit viel Begeisterung ihre Trainingsbausteine selber zusammenzusuchen.

Volleyball lässt den Diplom-Pädagogen aber auch über seine Trainerstunden hinaus nicht los. Möglichst viele Heimspiele der Allersberger Mannschaften möchte der Jahrsdorfer sehen — was bei zwei Herren-, drei Damen- und drei Jugendteams einen gehörigen Aufwand bedeutet. „Klar, fiebert man da mit“, sagt er mit einem Funkeln in den Augen. Das allerdings etwas nachlässt, wenn Frank Lehner berichtet, dass er aufgrund einer Hüftverletzung selber gar nicht mehr spielen kann. Gerätetraining im Fitnessstudio statt Schmettern und Blocken — das fällt dem begeisterten Volleyballer nicht leicht.

Die Begeisterung ist aber schnell wieder da, wenn er von seinen 18 Schützlingen erzählt, die „eine beeindruckende Dynamik“ zeigen würden. Zwar seien unter den 15 Jungen und drei Mädchen schon ein paar „Lauser“, wie er liebevoll meint, aber die Gruppe sei sehr angenehm. Und wenn er bemerke, wie ein Kind zufrieden ist mit dem, was es macht oder mit seinen Fähigkeiten erreichen kann, sei auch er zufrieden.

Wichtig ist ihm, die Stärken aus seinen Schützlingen herauszuholen und ihnen neben der sportlichen Ausbildung Selbstwertgefühl zu vermitteln. Es gebe einige Spiele, bei denen ein moppeliges Kind etwa besser sei als ein drahtiges. Zielrollen etwa oder auch „Schmuggelball“, bei dem Wert auf Taktik gelegt wird. Und wenn er dann noch das Gefühl habe, mit seiner Sportarbeitsgemeinschaft ein paar Kinder zu erreichen, die auf „normalem“ Weg vielleicht den Weg in den Verein oder zum Sport nicht finden würden, wäre alles perfekt.

Schwärmen kann Frank Lehner aber auch vom Zusammenhalt der Allersberger Volleyballer, die vor allem in der Breite sehr gut aufgestellt seien. Was nicht zuletzt daran liege, dass auch ehemalige Spieler nach Studium, Ausbildung oder Familienzeit den Weg zurückfinden würden. „Da scheint die Chemie ja dann zu stimmen“, erklärt er schmunzelnd.

Auf viele Schultern verteilt

Außerdem scheine sich die Erkenntnis durchgesetzt zu haben, dass „jeder im Verein was tun müsse, damit der Laden läuft“. Auch Frank Lehner hat seinen Teil über viele Jahre dazu beigetragen. Als langjähriger Jugendleiter, Schiedsrichter, Trainer und Ratgeber. „Ich bin stolz, dass wir alles auf viele Schultern verteilt haben“, sagt Lehner.

Denn dass sich Volleyball in einem Ort ohne weiterführende Schule dauerhaft halten könne, sei ungewöhnlich. Beispiele wie das Allersberger gebe es weniger als Abteilungen, die trotz Gymnasium, Realschule und Co. aufgeben müssten — wie auch Hilpoltstein, wo Volleyball „schon zwei Mal gestorben ist“.

Sportliche Erfolge im Vollevball kann Frank Lehner auch nachweisen, so etwa einen nordbayerischen Vizemeistertitel. „Nicht so wichtig“, sagt der 51-Jährige und schwenkt schnell zu Freundschaften über, die sich über Jahrzehnte etwa mit dem TSV Ochenbruck halten würden. „Am schönsten ist aber, dass ich bei und mit den Kindern was bewege.“ Und das im wahrsten Sinne des Wortes. 



PETRA SCHOPLOCHER

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