Sonntag, 18.11.2018

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Torturm-Kabarett blickt auf 20 Jahre zurück

Allersberg: Bilder, Anekdoten und zum Jubiläum erscheint sogar ein Buch - 19.03.2018 18:19 Uhr

Gerhard Schöll, Florian Graßl, Ingrid Graßl und Hartmut Lehmann (von links) präsentieren vor dem Torturm das Jubiläumsbuch „20 Jahre Allersberger Torturmkabarett“ und das Plakat für das neue Programm „Die goldenen 20er“. © F.: Mücke


Wer hätte gedacht, dass die Leidenschaft nach Kabarettveranstaltungen im Allersberger Torturm zwei Jahrzehnte — und hoffentlich darüber hinaus — Bestand hat. Und dass es so lange geht, dass die Einfälle und Texte alle aus der eigenen Feder stammen werden. Als 1998 die erste Kabarettveranstaltung kredenzt wurde, war der Torturm gerade von grundauf saniert worden.

"Einmal ein eigenes Kabarettprogramm auf die Beine zu stellen", das war der Traum des Vorsitzenden des Kultur- und Verschönerungsvereins, Hartmut Lehmann, und des Ehepaars Ingrid und Florian Graßl. Sie scharten eine Reihe Gleichgesinnter um sich und überlegten, wie denn ein abendfüllendes Programm aussehen könnte. Es sollte ein musikalisch-literarisches Kabarett werden. Schon der Erfolg des ersten Programms "Kriminaltango" war überwältigend. Also bereitete man für das folgende Jahr ein neues Programm vor.

In den 20 Jahren ist das Torturmkabarett immer ein Kind des Kultur- und Verschönerungsvereins geblieben. Wie gut das Angebot ankommt, sieht man am Vorverkauf, der alljährlich an einem Samstag einige Wochen vor Beginn der Kabarett-Saison erfolgt. Dann stehen die Besucher vor dem Torturm Schlange, um sich ihre Karten zu sichern. Und man sieht es an den Mitwirkenden, die sich Jahr für Jahr dem Publikum stellen und ihre Einfälle an den Mann beziehungsweise die Frau bringen wollen. Heuer stehen sie wieder acht Mal auf der Bühne. Oder auch mitten im Publikum, denn im Torturm ist nicht gerade viel Platz, und so ist das Publikum mit den Darstellern quasi auf Tuchfühlung.

Für das Jubiläum hatten die Kabarettmacher, vor allem Hartmut Lehmann sowie Ingrid und Florian Graßl als Kabarettdarsteller seit der ersten Stunde, die Idee, ein Erinnerungsbuch herauszubringen. Mit Gerhard Schöll, der ebenfalls bereits seit 15 Jahren dabei ist, hatte man auch gleich den idealen Ansprechpartner, der seine beruflichen Erfahrungen mit seiner Leidenschaft verbinden konnte. Und so hat er viele Stunden lang Fotos, Texte und Zeitungsberichte zusammengetragen und die Seiten "gebastelt".

Herausgekommen ist ein Buch im DIN-A 4-Format, durchweg farbig bebildert. Jedem Jahr ist eine Doppelseite gewidmet. Außerdem werden auf einer Doppelseite alle bisherigen Mitwirkenden vorgestellt, es gibt Anekdoten und Bilder der "Fans" vor und während der Pausen. Und zu jedem Jahr ist auch das Plakat für das jeweilige Programm abgedruckt, alle von Ingrid Graßl geschaffen.

Dass zum Jubiläum ein Buch aufgelegt werden konnte, ist auch der finanziellen Förderung der beiden Allersberger Geldinstitute zu verdanken. Sparkasse und Raiffeisenbank haben beide in die Tasche gegriffen, um die Auflage zu ermöglichen. Für fünf Euro je Stück kann es nun käuflich erworben werden. Jeweils nach den Kabarettveranstaltungen dieses Jahres wird es zum Kauf angeboten, eine hübsche und wertvolle Erinnerung an die bisherigen Kabarettveranstaltungen.

Höhen und Tiefen

"Es ist eine schöne Wegstrecke, die wir da zurückgelegt haben, mit Höhen und Tiefen wie überall im Leben", sagt Hartmut Lehmann, der in all den 20 Jahren neben dem Vorsitz im Verein auch die Leitung des Kabaretts inne hatte und noch hat. Zu Beginn sei es nicht absehbar gewesen, dass man das Kabarett so lange am Leben erhalten könne, versichert er.

Die Zukunft lässt er allerdings etwas offen. "Wenn wir genügend Einfälle und Mitwirkende haben, machen wir weiter", ist er sich zusammen mit den beiden Graßls und Gerhard Schöll sicher. Sie wollen sich nicht unter Druck setzen.

Aber im Herzen wollen sie natürlich weitermachen, zu viel Herzblut sei in den vergangenen 20 Jahren in das "Unternehmen" Torturmkabarett geflossen. 

REINHOLD MÜCKE

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