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Donnerstag, 20.09.2018

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Trotz der Dürre: Traumhafte Ernte für Äpfel und Birnen

Heimisches Obst ist "Produkt des Monats": Roth-Schwabacher Initiative unterstützt seit 20 Jahren regionale Wirtschaftskreisläufe - 30.08.2018 06:00 Uhr

Familie Bub (in grünen T-Shirts) feierte mit seinen Gästen auf der Apfelplantage in Oberreichenbach „20 Jahre Produkt des Monats“. © Foto: Günther Wilhelm


Das Ergebnis ist unübersehbar. Die Spalierobstbäume auf der Plantage des Bio-Obsthofes Bub in Oberreichenbach sind so voll es nur geht. "Die Menge ist gut, und die Qualität ist es auch", sagt Günther Bub seinen prominenten Gästen. Landrat Herbert Eckstein, OB Matthias Thürauf, Werner Wolf vom Amt für Landwirtschaft sind mit einer Reihe von Mitarbeitern zu Besuch.

Besonderer Anlass: 20 Jahre "Produkt des Monats". Seit zwei Jahrzehnten wirbt diese gemeinsame Initiative des Landkreises Roth und der Stadt Schwabach für regionale Wirtschaftskreisläufe mit dem Slogan "original regional". Entstanden ist die Idee aus den "Agenda 21"-Arbeitskreisen. In Flyern werden besondere Produkte aus dem Raum Roth-Schwabach vorgestellt.

Im September steht das "heimische Obst" im Mittelpunkt. Die Familie Bub hat auf rund 3,5 Hektar 6500 Obstbäume gepflanzt. 2013 wurde ihr Obstanbau biozertifiziert. "Das ist ein innovativer Betrieb, ein echtes Aushängeschild", sagt Landrat Herbert Eckstein. "Aber jeder Betrieb braucht auch einen Markt."

Deshalb formuliert Werner Wolf auch einen klaren Appell an die Verbraucher: "Esst heimisches Obst. Das ist die Botschaft." In dem Flugblatt, das an öffentlichen Stellen wie Rathäusern oder Banken ausliegt, sind als Service Direktvermarkter aus Roth und Schwabach aufgelistet.

Auch Günther und Diana Bub betreiben einen Hofladen auf ihrem Anwesen in der Alexanderstraße 9. 2,50 Euro kostet das Kilo Äpfel. "Unsere Kunden sagen alle, dass der Preis in Ordnung ist", berichtet "Senior-Chefin" Katharina Bub.

Denn Obstanbau ist — insbesondere in Bioqualität — sehr aufwändig. "Bei der Unkrautbekämpfung setzen wir Hackgeräte ein statt — jetzt sage ich das böse Wort — Glyphosat zu spritzen", erklärt Günther Bub. Besonders wichtig in gerade diesem Jahr war die Bewässerung. Beim Tabak, neben Spargel die Haupteinnahmequelle des Hofes, hat die ungewöhnliche Trockenheit zu empfindlichen Ernteeinbußen geführt. Die Obsternte dagegen ist gut wie lange nicht.

"Jetzt erst mal genießen"

"Jetzt bekommen manche Obstbauern sogar ein wenig Angst, das ist wie bei den Clubfans", zieht Günther Bub einen zunächst erstaunlichen Vergleich. Die Erklärung: Kaum hat sich der 1. FCN von den Niederungen der Zweiten Liga emporgearbeitet, schon erwarten viele den akuten Absturz. "Manche fürchten, dass die Bäume sich übernehmen und im nächsten Jahr nicht mehr richtig tragen. Aber wir wollen das jetzt erst mal genießen", sagt Bub und lädt zu einer kleinen Verkostung mit Obst und Saft.

Thomas Pichl von der Wirtschaftsförderung im Landratsamt beißt genüsslich in einen "Santana"-Apfel: "Ich bin Allergiker, aber den kann sogar ich essen." Zusammen mit Topas ist Santana die beliebteste der elf Sorten, die Bubs anbauen. Günther Bub hat noch eine ganz persönliche Empfehlung: "Ich finde ja den Natyra am schmackhaftesten." Und mit ihm ist man bestens gerüstet, falls selbst dieser endlose Sommer doch einmal vorübergehen sollte: "Das ist der Winterapfel schlechthin."

ZHeimisches Obst ist auch am 29. September beim 20. Schwabacher Regionalmarkt erhältlich. Weitere Informationen unter www.agenda21-roth.de und www.schwabach.de 

GÜNTHER WILHELM

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