Freitag, 16.11.2018

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TV Thalmässing und Marktgemeinde schultern Sportzentzrum

Auch ohne die Schützen wird nun das Projekt gestemmt: Eine Herzensangelegenheit - 18.03.2018 18:52 Uhr

Sowohl für die Schüler als auch für die TV-Mitglieder sind die Rahmenbedingungen zum Sporteln nicht optimal. Das wird sich ändern. © Archivfoto: Weinig


Bürgermeister Georg Küttinger weiß bei dem Vorhaben den Marktrat genauso geschlossen hinter sich, wie der Vereinsvorsitzende Torsten Hahn die Turnvereinsmitglieder. Für ihn selbst sei der Neubau eine Herzensangelegenheit. "Bevor das Projekt nicht abgeschlossen ist, trete ich nicht freiwillig zurück", sagte er gleich zu Beginn der Versammlung.

Um das Vorhaben voranzubringen, habe man schon "Pläne gewälzt und Planeten verschoben." Finanziell sei das vergangene Jahr traumhaft verlaufen, was ein guter Vorbote sei: "Es ist alles angerichtet in Richtung Sportzentrum."

Das gelte auch von Seiten der Marktgemeinde. Sie hat in ihrem Finanzplan für die nächsten Jahre für den Bau sieben Millionen Euro eingestellt, erläuterte Bürgermeister Küttinger. Es handle sich damit "um die größte Maßnahme, die wir je gehabt haben." Sorge bereite ihm allerdings die Baukonjunktur, die bei Ausschreibungen wenig Anbieter mit umso höheren Preisen zur Folge habe.

Der Sportverein will bis zu 400 000 Euro selbst finanzieren — mit Hilfe von Spenden und von Krediten. Dazu sollen 100 000 Euro Eigenkapital sowie Eigenleistungen im gleichen Wert eingebracht werden, führte Hahn aus. Außerdem hofft der Verein auf Zuschüsse in Höhe von 800 000 Euro sowie günstige Kreditbedingungen.

Richtig eingestiegen ist der Turnverein in das Projekt bereits im September mit einer europaweiten Ausschreibung, die bei einer Maßnahme dieser Größenordnung bindend für die Vorplanung ist. Den Zuschlag bekam mit dem Architekturbüro Gömmel und Wieland aus Wendelstein dann dennoch eine heimische Firma. Für ihre mittlerweile vorliegende Vorplanung hat der TV bereits 17 850 Euro bezahlt.

Das Büro darf nun an den Planungen noch kräftig feilen; auch das Nutzungskonzept muss aufgrund des Rückzugs der Schützen wieder auf den Prüfstand.

Der Ausstieg könnte aber auch bedeuten, dass das Projekt günstiger wird. So die Hoffnung seitens der Marktgemeinde und des Sportvereins, die zusammen als Bauherrengemeinschaft auftreten. In diese GbR (Gesellschaft des bürgerlichen Rechts) mit dem Bürgermeister als Geschäftsführer entsenden beide Partner jeweils vier Gesellschafter; seitens des TV 06 handelt es sich dabei um die Vorstandsmitglieder — so wurde es bei der Versammlung bei zwei Enthaltungen beschlossen.

Eigentümer des Zentrums wird die Marktgemeinde. Sobald das Bauvorhaben fertiggestellt ist, wird auch die Gesellschaft wieder aufgelöst.

Der Pachtvertrag indes soll für mindestens 25 Jahre gültig bleiben. Mit Baubeginn wird 2019 gerechnet, für September 2021 ist die Fertigstellung vorgesehen.

Diese Strategie stoße auch in der Nachbarschaft auf Interesse, führte Hahn weiter aus. So habe sich der große TV Hilpoltstein, der vor einer ähnlichen Herausforderung steht, bereits in Thalmässing Anregungen in der selben Richtung geholt.

In der Kasse konnte der Vorsitzende einen Überschuss von gut 14 500 Euro vermelden. Pünktlich zum neuen Projekt seien nun auch alle Schulden, die hauptsächlich vom Sportplatzbau herrührten, abbezahlt.

Betrugsversuch von außen

Beinahe wäre unfreiwillig ein Loch in die Vereinskasse gerissen worden. Eine vermeintlich von Hahn stammende E-Mail forderte die Kassenführerin zu einer Überweisung von fast 30 000 Euro auf. Sie fragte lieber nach und das Ganze stellt sich als Betrugsversuch heraus. Nun gibt es solche Finanzaufträge nur noch brieflich. Nicht nur finanziell sieht es gut aus. Sondern auch, was die Mitgliederentwicklung angeht, die seit Jahren aufwärts zeige. Derzeit zähle der TV Thalmässing 1170 Mitglieder. Allerdings habe man im Gegenzug in den vergangenen vier Jahren aber auch etwa ein Viertel der jüngeren Mitgliederschar verloren, die nun noch 414 Kinder und Jugendliche umfasst. Das Ganztagsangebot der Mittelschule erweise sich hier als starker Konkurrent. Noch stärkere Hauptkonkurrenten aber sind "Smartphone, Tablet und PC", monierte der Vorsitzende. Deswegen wolle man sich nun auch in die Jugendzukunftswerkstatt einklinken und einige der hier von Jugendlichen geäußerten Ideen verwirklichen.

Insgesamt gibt es derzeit 90 Übungsleiter beziehungsweise Trainer, die im vergangenen Jahr 3150 Stunden abgeleistet haben. Hartplatz plus Laufbahn würden heuer durch die Marktgemeinde für 200 000 Euro erneuert, dankte Hahn für das kommunale Engagement abschließend. 

JÜRGEN LEYKAMM

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