Dienstag, 20.11.2018

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„Verjüngungskur“ geht in die letzte Runde

Gleisarbeiten an Gredl-Trasse zwischen Eckersmühlen und Hilpoltstein sollen zum Schulanfang beendet sein - 04.09.2010

Millimeterarbeit war gefragt, als die Gleisarbeiter aus Zwickau vier massive Gleistragplatten mit einem Gewicht von jeweils sechs Tonnen am Bahnübergang beim alten Eckersmühlener Friedhof einzupassen hatten. © Bittner


Ernst gemacht wurde am 6. August, Schlag 20 Uhr. Ab da hieß es für die Pendler auf der Bahnstrecke zwischen Roth und Hilpoltstein: Nichts geht mehr! Zumindest für die nächsten fünf Wochen fielen alle Züge in diesem Bereich aus, ließ die Deutsche Bahn (DB) verlauten und entschuldigte sich bei den Kunden schon einmal im Vorfeld für die enstehenden Unannehmlichkeiten, die durch das temporäre Umsteigen auf den Schienenersatzverkehr (SVE), sprich: den Bus, entstehen könnten.

Allerdings: Beschwert habe sich bislang niemand, sagen DB-Pressestelle und Bauüberwachung unabhängig voneinander. Und ebenso einhellig vermelden beide, dass die Bauarbeiten „selbstverständlich“ im Zeitplan lägen.

Rund um die Uhr

Daran ist in erster Linie der Bautrupp des Zwickauer Gleis- und Tiefbauunternehmens Lasch „schuld“. Rund um die Uhr, also in Tag- und Nachtschichten, arbeiten die Männer an der 5,5 Kilometer langen Trasse zwischen Eckersmühlen und dem Hilpoltsteiner Bahnhof, um die Gredl künftig auf „frischen Gleisen und neuen Schwellen“ rollen zu lassen, wie es im DB-Werbejargon heißt. Da die Lebensdauer von Schienen und Schwellen in der Regeln zwischen 20 und 30 Jahren betrage, sei diese Instandsetzung „kein ungewöhnliches Vorgehen“, vermeldet die Deutsche Bahn aus München.

Ein Hingucker sind die Gleisarbeiten dennoch, zumal die „Einzelschwellenverlegung“ wie sie an Ort und Stelle erfolgt ist, eine ziemlich mühsame und zeitaufwändige Angelegenheit darstellt (wir berichteten).

Erst gestern durften die Passanten wieder staunen, als am Bahnübergang beim alten Eckersmühlener Friedhof vier Gleistragplatten von jeweils sechs Tonnen Gewicht mittels Autokran durch die Luft schwebten, um anschließend im Boden verankert zu werden. Solche massigen Module kämen vor allem dort zum Einsatz, wo der Schwerlastverkehr die Schienen passiert, kommentiert die Bauüberwachung diese Maßnahme.

Letzte Runde

Am Montag dann, wenn die Schweißer anrücken, um die zwischen Eckersmühlen und Hilpoltstein neu verlegten Schienen samt und sonders lückenlos zu verschweißen, gehen die Arbeiten an der Gredl-Trasse in die letzte Runde. Und sobald die „Kursbuchstrecke 911“ am 13. September gegen 4.30 Uhr schließlich frei gemeldet wird, hat das „Gredl-Lifting“ insgesamt zwei Millionen Euro geschluckt.

Dass dieses Geld bestens angelegt sei, daran hegt die Deutsche Bahn keinerlei Zweifel – obschon der Verkehrsdurchführungsvertrag mit dem Freistaat Bayern für die Trasse nur noch bis 2013 läuft und der Regionalbahnhof Allersberg für Pendler ebenfalls an Attraktivität gewonnen hat.

Die Zukunft der kleinen Traditionsbahn, die demnächst wieder im Stundentakt zwischen Roth und Hilpoltstein hin- und hertuckelt, wird trotzdem nicht infrage gestellt: Noch im Juli prognostizierte Hilmar Laug, Geschäftsführer der DB Regio Mittelfranken, anlässlich der Taufe eines Triebzuges der Baureihe Vt 642 am Bahnhof Lohgarten, dass man bei einem Fahrgastaufkommen von mehr als 1000 Kunden pro Tag zuversichtlich gen morgen schauen dürfe. 

pb

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