Weder Königshaus noch der Kommandeur des Rother Regiments, Oberst Eckhard Bodenbender, äußerten sich zur Zukunft des Luftwaffenausbildungsregiments. Niemand weiß etwas Genaues. Erst Anfang September werden dem Deutschen Bundestag die Ergebnisse einer Strukturkommission vorgelegt. Standortentscheidungen werden in diesem Jahr wohl nicht mehr fallen, war am Rande eines Pressegesprächs zu hören.
Fakt freilich ist, dass die Infrastruktur in Roth „hervorragend aufgestellt ist“, wie Oberst Bodenbender betonte. Die Sanierungsmaßnahmen am größten Bundeswehrstandort in Bayern sollen bis zum Jahr 2012 abgeschlossen sein. Rund 200 Millionen Euro werden dann verbaut sein.
Auch Königshaus bezeichnete die baulichen und personellen Gegebenheiten in der Otto-Lilienthal-Kaserne als „vorbildlich im Vergleich zu manch anderen Standorten“. Das sei schon zu seiner Zeit so gewesen, sagte der Wehrbeauftragte, der selbst vor 40 Jahren seine Grundausbildung in Roth absolviert hat und sich daran erinnerte, dass er beim Schießen nicht gleich ins Schwarze traf.
Erst als er es mit einer Augenklappe probierte, sei alles gut geworden, sagte er bei der Schießübung junger Wehrpflichtiger, die er genau so interessiert beobachtete, wie die Durchsuchung von Personen an einem Kontrollpunkt oder das Auf- und Absetzen der ABC-Schutzmaske M 2000, mit der die Soldaten auch Nahrung aufnehmen können.
Den Blick auf Zukunft des Luftwaffenausbildungsregiments gerichtet, betonte Königshaus die Bedeutung des Zusammenspiels zwischen Bundeswehr und Politik. Dies sei wichtig bei der Frage, ob ein Standort erhalten bleibe. Was die Otto-Lilienthal-Kaserne betreffe, habe er den Eindruck, dass sich dafür die Politik interessiere. „Hier fügt sich vieles sehr positiv zusammen.“
Die FDP-Bundestagsabgeordnete Marina Schuster (Greding), deren Partei für die Aussetzung der Wehrpflicht plädiert, sagte denn auch zu diesem Thema, dass jetzt erst Konzepte auf den Tisch müssten. Sie werde sich jedenfalls für den Erhalt des Standortes Roth stark machen, versicherte Schuster, die mit ihrer CSU-Kollegin Marlene Mortler, dem FDP-Bundestagsabgeordneten Rainer Erdel und dem Vizepräsidenten des Landtages, Jörg Rohde, den Wehrbeauftragten begleitete.
Der hielt bei einer Pressekonferenz die Ausrüstung der Bundeswehr in Afghanistan weiterhin für ein „Drama“. „Ich hoffe aber auf ein baldiges Happy-End“, sagte Hellmut Königshaus und kritisierte, dass Teile der in Afghanistan stationierten Truppen selbst im achten Jahr des Einsatzes noch in Zelten leben müssten — und das an Standorten, an denen mit Angriffen gerechnet werden müsse. Vielerorts fehle es an der Möglichkeit, dass Soldaten per SMS oder Internet mit ihren Angehörigen Kontakt halten können. (Weiterer Bericht im Regionalteil)

Bewerbungen für den NN-Kunstpreis werden ab 1. März 2012 entgegengenommen. Die Teilnahmebedingungen finden Sie
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