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Die Besucher im bis auf den letzten Platz ausverkauften Raum erwartete dann ein Mix aus Musik und Kabarett. „Mistcapala“, in verschiedenen Besetzungen bereits ein knappes Vierteljahrhundert alt, ist stets unterwegs, auf Konzertreisen, auch in die Schweiz… „Chaalt, Basskontrolle!“ ruft der helvetische Grenzbeamte, alias Tom Hake in tiefem Schwizerdütsch. Dass damit nicht der Kontrabass von Tobias Klug, sondern die Ausweispapiere gefragt seien, klärte sich erst nach einigen Wortgefechten.
Außerdem sei die Einfuhr einer toten Ziege per se nicht gestattet. Den Erklärungsversuchen von Vitus Fichtl, dass es sich bei der vermeintlich toten Ziege um einen unterfränkischen Dudelsack handle, wollte der „Grenzerer“ nicht so recht glauben und so kam es zu einem der „legendären Schweizer Grenzkonzerte“, bei dem die Formation „Mistcapala“ ihr musikalisches Können unter Beweis stellte.
In mainfränkischem Dialekt beantwortet Tom Hake dann das klingelnde Telefon, eine Reise habe er gewonnen – nach Namibia. So rechte Begeisterung kommt jedoch nicht auf. Erst als klar ist, dass der Trip nicht in die Wildnis, sondern in eine Ferienanlage gehen solle und er das ganze Publikum mitnehmen dürfe. Von den Schweizer Alpen geht es also nun zu den Afrikanern, die sprachlichen Probleme aber bleiben. „Im Urlaub bringt dir Sicherheit – ein Wörterbuch von Langenscheid!“ – „Mistcapala“ findet auf jede Frage eine Antwort, ob musikalisch oder kabarettistisch, das Publikum lacht und applaudiert.
Das Quartett mit Armin Federl, Vitus Fichtl, Tom Hake und Tobias Klug hat nicht nur viel Witz im Gepäck, sondern auch das eine oder andere kuriose Instrument. Wohl die wenigsten Besucher hatten bislang ein Theremin gesehen oder gehört. Berührungslos, lediglich durch die Handbewegung zwischen zwei Antennen erzeugt das Gerät sphärische Klänge. Das erklärten die Musiker auch und erdichteten dann noch dazu, dass mit Stöckelschuhen nicht gespielt werden könne, beim Gang durchs Publikum, auf der Suche nach einem Testspieler war dann auch klar, „Nein Herr Bürgermeister, auch Männer in Stöckelschuhen können das Theremin nicht spielen.“ Ein großer Schuh jedoch, sorge für einen satten Ton, so suchte sich das Quartett Manfred aus, er trat auf die Bühne, ans Theremin und spielte erste Töne gekonnt. Mit großem Applaus betrat dann „Torben Scharell“ die Bühne. Erneut schlüpfte Tom Hake in eine seiner vielen Rollen; im weißen Schutzanzug und mit Maske tritt er an das ungewöhnliche Instrument und spielt in Erinnerung an die allesamt viel zu früh verstorbenen Theremin-Spieler.
Nach einigen weiteren Episoden und der Pause begrüßte das Quartett mit „Aus Böhmen kommt die Musik“, einem Konzert für tschechische Reisegruppen in „wunderscheenem“ neuen Seminarraum. „Gut ist, was aus Tschechien kommt“ stellte Hake fest und nahm den ersten großen Schluck aus seiner Becherovka-Flasche. „Wir sind auch ohne Alkohol lustig, lieber gehen wir aber auf Nummer sicher.“
Tolles Kabarett und beste Musik, ein Abend, der den Besuchern noch lange über „Mistcapala“ lachen lassen wird.

Bewerbungen für den NN-Kunstpreis werden ab 1. März 2012 entgegengenommen. Die Teilnahmebedingungen finden Sie
hier.