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Der Aufschwung der regenerativen Energien ist vor allem seit dem Reaktorunfall in Fukushima und der deutschen Abkehr von Atomstrom gewollt und gefördert. Etliche Fotovoltaikanlagen stehen bereits auf Gredinger Flur, mit dem neuen Regionalplan werden auch Standorte für Windkraftanlagen auf ihre Vorrangstellung überprüft. Die Stadt Greding wollte mit Genehmigungen dafür so lange warten, bis der Plan diese Vorrangflächen ausweist.
Jetzt liegen Potenzialflächen vor – und es bleiben wegen der Ausschlusszone rund um die Wehrtechnische Dienststelle (in einem Radius von acht Kilometern dürfen wegen erhöhten Störpotenzials keine Windräder aufgestellt werden) eigentlich nur zwei Gebiete übrig: Der Hofberg bei Obermässing und ein kleines Fitzelchen direkt an der Stadt-, Landkreis- und Bezirksgrenze bei Grafenberg. Dort stehen – allerdings auf dem „Nachbargrundstück“ im oberbayerischen Titting – schon vier Windräder.
Der Hofberg als „Zeugenberg“ des Fränkischen Jura mit Naherholungsfunktion sei ein „sehr sensibles Gebiet“ für die möglicherweise 200 Meter hohen und weithin sichtbaren Windräder, sagt die Untere Naturschutzbehörde am Landratsamt in Person von Jörg Pfaffenritter und Roland Strehl. Eine Stellungnahme des Landratsamtes zu diesem Gebiet – sozusagen ein „europäisches Schaufenster an der Autobahn“ – falle sicher „sehr kritisch“ aus, schrieben die amtlichen Naturschützer den Stadträten ins Stammbuch.
Und die folgten den Behördenvertretern zu großen Teilen: Lediglich fünf Stadträte wollten dem Hofberg „die Chance“ als Vorrangfläche geben, wie Thomas Schmidt (CSU) es formulierte. Erschwerend für eine spätere Handhabe des Stadtrates käme bei einer positiven Stellungnahme noch dazu, „dass ein Investor dann quasi einen Rechtsanspruch auf den Bau hat“, wie Jörg Pfaffenritter erläuterte. Auch die Höhe der Masten sei per Bebauungsplan kaum einzuschränken: „Der Mast muss so hoch sein, dass der Investor noch die Einspeisevergütung bekommt.“
Zwei weitere Argumente trieben die Ratsleute zu ihrer mehrheitlichen Ablehnung: Der Hofberg sei laut Windatlas gar nicht so gut geeignet wie gedacht, betonte Josef Schneider (CSU). Und die Stadt stelle ja bereits zahlreiche Flächen zur Verfügung für die Energieerzeugung aus regenerativen Quellen, erinnerte Bürgermeister Manfred Preischl zum Beispiel an Fotovoltaik und Hackschnitzelheizung für das Hallenbad. Gesamtbayerisch betrachtet ergänzten Strehl und Pfaffenritter dies noch mit zwei Zahlen: Statt der geforderten 0,2 Prozent Anteil an bayerischer Fläche für alternative Energieerzeugung stünden schon zwei Prozent – also das Zehnfache – potenziell parat.
Das Gebiet bei Grafenberg kommt laut Windatlas in Sachen „Windhöfigkeit“ eher in Frage, aber Ortssprecher Andreas Buchner erinnerte in der Sitzung an die vier bereits vorhandenen Windräder auf Tittinger Flur und an 35 Hektar, auf denen allein bei Grafenberg Fotovoltaikanlagen aufgeständert sind. Sein klares Votum für sein Dorf: „Es reicht.“ Die Abstimmung darüber fiel dann denkbar knapp aus: Zehn Ratsleute votierten dafür, Grafenberg als Vorrangfläche zu benennen. Aber zehn stimmten auch dagegen – somit gab es keine Mehrheit für den Antrag.

Bewerbungen für den NN-Kunstpreis werden ab 1. März 2012 entgegengenommen. Die Teilnahmebedingungen finden Sie
hier.