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Montag, 24.09.2018

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Wo Roth ein Ortsteil von Pfaffenhofen ist

Schon 5000 vor Christus gab es erste Siedlungen, wo heute Roth liegt - 24.08.2018 15:01 Uhr

Nicht nur das Dorf heißt Roth: Seinen Namen hat es vom Flüsschen Roth, das durch den Pfaffenhofener Ortsteil Roth fließt. © Foto: privat, Klaus Przewodnik


Seinen Namen hat das Dorf Roth von dem kleinen Flüsschen Roth, das einer Quelle bei Memmingen entspringt und westlich von Günzburg in die Donau mündet. Seit der Gebietsreform von 1978 gehört Roth an der Roth zusammen mit den zwei Weilern Luippen und Hirbishofen zur Marktgemeinde Pfaffenhofen. Einst entstanden ist der Ort vermutlich durch den Zusammenschluss mehrerer landwirtschaftlicher Einzelhöfe: Wie aus historischen Dokumenten hervorgeht, bestand Roth anno 1507 unter anderem aus sechs Höfen und zwei Mühlen.

Dörfer wachsen zusammen

Auch ein erstes Kirchlein wurde bereits 1507 unter dem Patronat der Fugger erbaut. Im Jahr 1760 ersetzte man die alte Kirche durch einen Rokoko-Neubau, der dem Heiligen Leonhard geweiht wurde. Heute noch bereichern eine Glocke aus dem 14. Jahrhundert und eine Statue des Heiligen Leonhard aus dem 15. Jahrhundert die Rother Dorfkirche.

Archäologische Funde von Bandkeramik und Steinwerkzeugen weisen darauf hin, dass es auf dem Gebiet des heutigen Roth schon um das Jahr 5000 vor Christus eine menschliche Siedlung gegeben haben muss. Im Rother Wald sind zwölf Grabhügel aus der Hallstattzeit (etwa 750 bis 450 vor Christus) erhalten.

Heute trägt Roth die Postleitzahl 89284, hat rund 770 Einwohner und ist mit seinem Nachbardorf Berg, das ebenfalls zur Gemeinde Pfaffenhofen gehört, eng verbunden. Neben der ortsübergreifenden Wählergemeinschaft Roth/Berg, der Klaus Przewodnik angehört, gibt es auch einen gemeinsamen Schützenverein und einen gemeinsamen Gesangverein. "Die Feuerwehren Roth und Berg wollen im Laufe des Jahres 2018 noch fusionieren", erklärt Przewodnik. In der Folge soll dann auch ein gemeinsames Feuerwehrhaus gebaut werden.

Arm und Reich beim Stammtisch


Die bislang getrennt voneinander ausgerichteten Feuerwehrfeste von Roth und Berg sollen ab dem nächsten Jahr ebenfalls zusammenwachsen. Damit ist die Liste der Feste, die im Dorf gefeiert werden können, noch keineswegs zu Ende, denn ein großes Ereignis wirft bereits seine Schatten voraus. "Nächstes Jahr feiert der Schützenverein sein 100-Jähriges", kündigt Przewodnik an: "Da ist dann schon was los."

Besonders schwärmt der Gemeinderat von der Lage von Roth: "Das liegt draußen in der Flur. Man kann das Dorf schon von weit her sehen. Der höchste Punkt, den man als Erstes sieht, ist die Kirchturmspitze." Den Mittelpunkt des Dorflebens stellt aus seiner Sicht die Gastwirtschaft "Adler" dar: "Die wird gern besucht. Da gibt’s auch noch einen Sonntagabend-Stammtisch und da sitzen Alt und Jung, Arm und Reich zusammen. Ein Querschnitt aus dem ganzen Ort."

Von der Autobahn schnell in Roth

Zu den größten Arbeitgebern in Roth gehören ein Autohaus, ein Hersteller von Kälte- und Klimatechnik sowie eine Fabrik für Elektronik-Bauteile. Einen Supermarkt gibt es nicht, zum Einkaufen fahren die Rother deswegen nach Pfaffenhofen. Die Entfernung beträgt nur rund zwei Kilometer. Das alte Rother Schulhaus wurde viele Jahre als Rathaus benutzt und dient heute größtenteils den örtlichen Vereinen als Treffpunkt.

Mit Roth in Mittelfranken verbindet Klaus Przewodnik die vage Erinnerung an einen Besuch vor fast drei Jahrzehnten: "Ich war schon mal da. Das ist jetzt 29 Jahre her. Ich erinnere mich nur noch, dass man von der Autobahn ziemlich schnell nach Roth rein kommt. Und in den Verkehrsmeldungen kommt Roth immer auch wieder vor."

 

MARTIN REGNER

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