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Mittwoch, 12.12.2018

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BR-Mitarbeiter Nützel in Rothenburger Gymnasium

Antwort auf die Frage, wie eine gute Ausbildung im Journalismus aussehen kann - 08.05.2018 14:57 Uhr

Das kurze Interview inklusive: Die Zehnt- und Elftklässler in der vollbesetzten Aula sind einbezogen. © Weber


Bei seinem Besuch in seiner früheren Schule, in der er 1986 das Abitur gemacht hat, sprach er in der Aula vor vollbesetzten Rängen. Die Schülerinnen und Schüler der zehnten und elften Klassen erfuhren dabei sozusagen aus erster Hand warum die unbestreitbar in eine Krise geratenen "Qualitätsmedien" für eine offene und demokratische Gesellschaft unverzichtbar sind.

Als fester freier Mitarbeiter des Bayerischen Rundfunks im Ressort Wirtschaft und Soziales, schwerpunktmäßig im Radiosender BR 5 tätig und in Vertretungszeiten Korrespondent des Senders in Rom, stellte er dabei anhand seiner eigenen Berufsbiographie dar, wie eine gute Ausbildung im Journalismus aussehen kann und unter welchen Bedingungen man als Journalist arbeitet.

Falsche Informationen mit irreführendem Dreh

Mit verschiedenen Beispielen aus der jüngsten Berichterstattung erläuterte er darüber hinaus, wie leicht es geschehen kann, dass falsche Informationen mit einem irreführenden Dreh in die öffentliche Diskussion geraten. Hintergrund des Besuchs von Nikolaus Nützel im Reichsstadt-Gymnasium: Die Deutsche Journalistenschule (München), an der er 1994 die Ausbildung zum Redakteur beendet hat, initiierte eine bundesweite Aktion zum internationalen "Tag der Pressefreiheit". 

Ziel dabei war, das Bewusstsein dafür zu schaffen, dass hochwertiger Journalismus nicht vom Himmel fällt. An ihre Schulen zurück Die Leitung der Deutschen Journalistenschule (DJS) hatte das vor dem Hintergrund der Aktion so formuliert. "Am Tag der Pressefreiheit suchen DJS-lerinnen und DJS-ler das Gespräch mit Schülerinnen und Schülern in ganz Deutschland. Die Journalistinnen und Journalisten gehen zurück an ihre ehemaligen Schulen und berichten dort von ihrer Arbeit in Redaktionen und Pressestellen. Sie schaffen Medienkompetenz und erklären, wie wichtig Qualitätsjournalismus ist."

Journalisten müssen auf Menschen zugehen

Schulleiterin Henriette Löwitsch erklärte dazu, gerade die DJS als älteste Ausbildungsstätte für Journalisten in Deutschland stehe in der Verantwortung, das Vertrauen in den Journalismus zu stärken: "Wir Journalisten müssen mehr von uns aus auf Leute zugehen und erklären, wie wir arbeiten, am besten im persönlichen Gespräch. Wie gehen wir mit zweifelhaften Inhalten um und wie mit eigenen Fehlern? Was ist der Unterschied zwischen wahrhaftiger Berichterstattung und Fake News?"

Aus dem Tageszeitungs-Bereich Beiträge und Anmerkungen aus dem Bereich der Tageszeitung und dabei aus der Redaktion vor Ort ergänzten die fast anderthalb Stunden zu den Themen Journalismus und Pressefreiheit in der Aula des Reichsstadt-Gymnasiums.

Oberstudiendirektor Walter Först brach in seinem Schlusswort eine Lanze für den unabhängigen Journalismus und die freie Berichterstattung als wichtigen Faktor in unserer Gesellschaft. In den knapp zwei Schulstunden sei es gut gelungen, die Problematik um das Feld schlaglichtartig zu beleuchten und in ansprechender Form auf den Punkt zu bringen, betonte der Schulleiter. 

ww

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