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Brauchtum bleibt lebendig: Maibaumaufstellen im Landkreis

Die Maibäume werden häufig noch mit Muskelkraft aufgestellt - 03.05.2018 14:21 Uhr

Das Maibaumaufstellen am Sportplatz Adelshofen klappte wie am Schnürchen: Die tüchtige Landjugend zeigte Teamgeist. © sis


Die Tradition schreibt viele Geschichten, denn beinahe jedes Dorf hat seine eigenen Bräuche und Zeremonien. Im Diebacher Ortsteil Bellershausen wurde das Maibaumfest bereits am 30. April gefeiert, ebenso im benachbarten Schillingsfürst. Das Aufstellen des Maibaumes erfolgte in beiden Fällen mt Muskelkraft.

In der Schlossstadt trugen Mitglieder des Jugendzentrums den über 25 Meter langen Maibaum auf den Schultern zum Marktplatz – musikalisch begleitet von der Stadtkapelle. Mit Hilfe langer Holzstangen, sogenannten Schwalben, hievten sie den Maibaum Schritt für Schritt vorsichtig in die Höhe und verankerten ihn fest in einer massiven Halterung. Die jungen Männer um Andreas Förster leisteten Schwerarbeit und trotzten dabei Wind und Regen. Das Publikum sparte nicht mit Beifall.

Der Schillingsfürster Maibaum stammt aus dem Privatwald des Fürsten und lagerte sicher in der Zimmerei Kamleiter. Um zu verhindern, dass das Loch für den Maibaum von Nachbarburschen zubetoniert wurde, parkte ein Auto an der Stelle. Der CSU-Ortsverband hatte die neue Vorstandschaft des Jugendzentrums ani­miert, die Tradition des Maibaumaufstellens wieder aufleben zu lassen und belohnte den Einsatz mit einer Spende über 900 Euro zur Unterstützung der Vereinsarbeit. CSU-Mitglieder griffen dem Jugendzentrum auch bei der Bewirtung der Maibaumfest-Gäste unter die Arme.

Von Landjugend organisiert

In Adelshofen organisierte erneut die Landjugend das Maibaum­aufstellen am 1. Mai – diesmal in Verbindung mit der Einweihung ihres neuen Treffpunktes (wir berichten noch). Zwei Schlepper transportierten den Baum durch die Hauptstraße zum Sportplatz und leisteten mit ihren Palettengabeln und einer alten Lkw-Felge als vielleicht etwas spezielle Variante wertvolle Dienste beim Aufrichten des 28 Meter langen Fichtenstammes. Die technisch versierten jungen Männer meisterten die Millimeterarbeit mit Bravour und bekamen kräftigen Beifall.

Der Musikverein unter der Leitung von Ralf Haag umrahmte das Mai­baum­aufstellen. Beim Festzug durch das Dorf hatten die Blechbläser aus Respekt vor dem kürzlich verstorbenen Ehrenmitglied des Gesangvereins, Willi Schmidt, und dessen Angehörigen, ihre Instrumente verstummen lassen.

Das Maibaumaufstellen ist ein Ereignis und bringt Jung und Alt zusammen. In Schillingsfürst bleibt das Exemplar bis zur Kirchweih im September stehen, in anderen Ortschaften auch bis in den Herbst – je nach der Tradition. Dann wird der Baumschmuck entfernt und der Stamm eingelagert für das nächste Maibaumfest. Hat er ausgedient, wird er zersägt zu Brennholz.  

sis

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