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Mittwoch, 21.11.2018

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Buch am Wald: Erweiterungsbau für Kindergarten eingeweiht

Gemeinde nahm knapp 900.000 Euro selbst in die Hand - 03.07.2018 12:32 Uhr

Der neue Bewegungsraum im alten Gebäude kommt bei den Kleinen super an. © Rößler


In den Gesamtkosten von zirka 1,5 Millionen Euro stecken 200.000 Euro für den Jugendtreff, die komplett selbst aus dem Gemeindesäckel finanziert werden mussten. Bei den Kosten für den Kindergartenerweiterungsbau beteiligte sich das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend mit einem Zuschuss von 620.000 Euro. Gleich mehrere Hürden galt es bei der Durchführung dieser Baumaßnahmen für Bürgermeister Fritz Priester und den Gemeinderat zu nehmen.

Zunächst einmal musste das alte Kindergartengebäude von der Kirche gekauft und eine neue Betriebsträgervereinbarung geschlossen werden. Anschließend zusätzlicher Grunderwerb von Nachbarn und Abriss einer Gemeindescheune mit altem Feuerwehrhaus, um überhaupt in der geplanten Dimension bauen zu können. Als letzte Hürde und erste Baumaßnahme wurde ein Gehweg verlegt und neu gebaut. Der zeitgleiche Abriss des angrenzenden, alten und maroden Jugendtreffs und ein entsprechender Neubau an gleicher Stelle brachte viele Vorteile bei Planung und Bauablauf beider Baustellen.

"Dass sich die Jugendlichen selbst aktiv mit einbringen war Voraussetzung für die Planung und den Bau des neuen Jugendtreffs. Die Wertschätzung für die, durch die Gemeinde zur Verfügung gestellte Immobilie wächst dadurch enorm", so Bürgermeister Fritz Priester und so wurde die Mithilfe der Jugend beim Bau bereits im entsprechenden Gemeinderatsbeschluss festgehalten.

Die Kindergartenkinder und ihre Betreuerinnen beim Vortrag ihres Dankes-Liedes. © Rößler


Auch für die neuen Hausherren war das eine Selbstverständlichkeit. Die Hauptverantwortlichen der Jugendgruppe Markus Grüner, Thomas Ebert sowie Julian und Jonas Seyler organisierten und planten die Handwerker aus eigenen Reihen und teilten die Hilfskräfte aus der 45-köpfigen Jugendgruppe ein. So konnten fast alle Arbeiten mit Unterstützung und Rat erfahrener Handwerker mit 3037 geleisteten Stunden in Eigenleistung umgesetzt werden.

Hochgerechnet mit derzeitigen Handwerker-Verrechnungssätzen wäre der Bau ohne diese Leistungen wohl fast doppelt so teuer geworden. "Wir sind alle sehr stolz auf die gelungene Ausführung der Bauwerke", mit diesen Worten überreichte Priester Dankesurkunden der Gemeinde an alle ehrenamtlich am Bau Beteiligten. Nach einer Präsentation des Bauablaufes mit Zahlen, Daten, Bildern und Videos durch die Planer Hermann Binder und Elli Stammler bedankte sich die Kindergartenleitung Maria Priester samt Team und Kindern mit einem Liedvortrag.

Fast alle Plätze belegt

"Es waren zweieinhalb Jahre die wir auf der Baustelle mit Einschränkungen, Hindernissen und Kompromissen zurechtkommen mussten, aber auch eine spannende Zeit für die Kinder, die sehr viel Zeit mit der Nase am Fenster verbrachten, um die großen Baumaschinen und -arbeiten zu beobachten", erklärt die Kindergartenleitung. Zwei Krippen- und eine Regelgruppe kann der Kindergarten jetzt aufnehmen; Platz für 54 Kinder wovon 50 schon belegt sind.

Küchen in allen Gruppen, Mensa­bereich, einen Bewegungsraum und endlich Sozial- und Gemeinschaftsräume für das Team. Über 300 Quadratmeter mehr Nutzfläche steht jetzt zur Verfügung. "Wir freuen uns auf einen geregelten Tagesablauf und die offene Arbeitsweise mit den Kindern, die wir ab sofort in den neuen Räumen anwenden können" so Janine Dörwaldt, stellvertretend für das ganze Team.

Nach der offiziellen Übergabe eines symbolischen Schlüssels an die Jugendlichen für ihr neues "Blaus Haisla" und Enthüllung der erweiterten Grundsteintafel im Kindergarten wurden beide Gebäude nach der Segnung durch Pfarrer Herrmann Horndasch zur Besichtigung an die Gäste freigegeben. "Ich habe noch nie so einen harmonischen, reibungslosen und perfekten Bauablauf erlebt", sagt der Pfarrer und möchte am liebsten direkt mit der Kirche weitermachen.

Eine starke Gemeinschaft hat Buch am Wald bei diesen Projekten an den Tag gelegt und gezeigt, was bewegt werden kann, wenn alle Kräfte an einem Strang ziehen. Angefangen bei der Gemeindeführung über angrenzende Nachbarn, Planer, ausführende Handwerksbetriebe die jugendliche Fach- und Hilfskräfte in ihre Leistungen mit einbinden und unterstützen, das Kindergartenteam und natürlich die Jugend und weitere Gemeindebürger die viele ehrenamtliche Stunden eingebracht haben.

Nicht jeder für sich, sondern alle zusammen – für ein gemeinsames Ziel. Man hatte den Eindruck alle hatten Spaß bei der gemeinsamen Arbeit und alle sind stolz auf das Erreichte – mit Recht. 

mr

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