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Bürgermeister Kötzel tritt in Gallmersgarten erneut an

Schwerpunkt "Wachstum": Die Liste der "Freien Bürger" für Gemeinderatswahl steht - 30.01.2014 12:33 Uhr

Gallmersgartens Bürgermeister Kötzel vor den Wappen von Landkreis, Gemeinde und Regierungsbezirk. Er ist der einzige Kandidat bei der Wahl im März. © mes


„Es macht Spaß und die Gemeinde liegt mir am Herzen“, antwortete Emil Kötzel auf die Frage, warum er sich erneut für das Amt des ehrenamtlichen Bürgermeisters aufstellen ließ. Für den 59-jährigen Sparkassenbetriebswirt wäre dies die 4. Amtszeit, zuvor saß er bereits für eine Wahlperiode im Gemeinderat. Zum ersten Mal tritt er nun ohne einen Konkurrenten an.

Insgesamt 13 Kandidaten gibt es für den 8-köpfigen Gemeinderat. Fünf Räte scheiden aus dem Gremium aus. Zweiter Bürgermeister Walter Markert geht nach 24 Jahren im Rat in den kommunalpolitischen Ruhestand. Jutta Arlt wird nach zwei Perioden ebenfalls nicht mehr weitermachen, bleibt aber Gemeindedienerin. Die frei gewordene Zeit wird Rita Urban für ihre berufliche Weiterbildung nutzen. Thomas Schwemmer verzichtet auch auf eine erneute Kandidatur und Gunter Häberlein steckt die dazugewonnene Zeit in sein Unternehmen.

Unabhängig von den betreffenden Personen sei diese Mischung von neuen und erfahrenen Ratsmitgliedern ein „ganz guter Übergang“, betont Emil Kötzel. Mit den fünf Kandidaten, die in den 1980er Jahren geboren sind, kann durchaus eine Verjüngung des Rates stattfinden. Auch die beruflichen Hintergründe sind vielseitig und reichen von Bautechniker und Elektroanlagenmonteur über den Verwaltungsbeamten und Regierungsamtsrat bis hin zu Großhandelskauffrau und Landwirt. Angesichts der Liste werden höchstens zwei Frauen im Gemeinderat sitzen. Aus jedem Ortsteil gibt es mindestens einen Kandidaten. Die rund 780 Einwohner der Gemeinde Gallmersgarten im Landkreis Neustadt/Aisch–Bad Windsheim verteilen sich auf sechs Ortsteile: Bergtshofen, Gallmersgarten, Habermühle, Mörlbach, Steinach an der Ens und Steinach bei Rothenburg.

Die Bevölkerungsentwicklung ist eher rückläufig. Zwanzig bis dreißig Personen sind in den vergangenen drei Jahren weggezogen. Zuzüge gibt es zwar immer wieder, aber deutlich weniger. Deshalb war es umso erfreulicher, dass man 2013 zu vier Sterbefällen andererseits 15 Geburten verzeichnen konnte, „obwohl es keinen Stromausfall gab“, scherzte Emil Kötzel. Der Nachwuchs ist besonders wichtig für die Gemeinde. Die Kindertagesstätte „Regenbogen“ ist in der Trägerschaft der politischen Gemeinde und befindet sich im Erdgeschoss des Amtshauses. Kürzlich wurde das Gebäude energetisch saniert, wofür Mittel aus dem Konjunkturpaket II verwendet wurden.

Für 2014 steht unter anderem auch die Möblierung des Raumes der Kleinkindgruppe für 5 Kleinkinder auf dem Plan. Bislang ist der Raum renoviert und provisorisch mit Möbeln und Spielzeug bestückt. Rund 6000 Euro werden für die endgültige Ausstattung des Raumes in die Hand genommen. Auch im ersten Stock des Amtshauses gibt es Erneuerungen. Nach dreißig Jahren trennt man sich von Tisch und Stühlen im Sitzungssaal. Frischer Wind durch neues Mobiliar und neuen Rat. Neubürger haben mehrere Möglichkeiten sich in einer Gemeinde anzusiedeln. Sie können eine Wohnung beziehungsweise ein Haus mieten oder kaufen. Man kann aber auch selbst bauen. Das Eigenheim, konzipiert nach den eigenen individuellen Vorstellungen, ist für viele immer noch fester Bestandteil des Lebensplans. Damit die Gemeinde auf diese Weise weiter wächst, wurde 2008 das Wohnbaugebiet „Auf der Höhe II“ in Steinach bei Rothenburg, dem größten Ortsteil, in Richtung Burgbernheim erschlossen. Das Gebiet ist in 30 Bauplätze aufgeteilt. Bislang wurden zwölf Teilerschließungen durchgeführt. Vier Bauplätze stehen davon noch zur Verfügung. Dass das Gebiet weiter bevölkert wird ist einer der Wünsche des Bürgermeisters für die kommende Wahlperiode.

Auch in Gallmersgarten bemüht man sich parallel zur Erweiterung an den Ortsrändern um eine Revitalisierung der Ortskerne. In einem neuen Flächennutzungsplan wurden jeweils ein bis zwei Wohnbauflächen im Kern der Ortsteile ausgewiesen. „Es war ein großes Glück, dass in den letzten Jahren etwa sieben Familien Altgehöfte renoviert beziehungsweise abgerissen und neu aufgebaut haben“, erklärte Bürgermeister Kötzel. Entgegen dem Trend in einigen anderen Ortschaften, kann man hier noch eine Bäckerei, eine Arztpraxis, einen Gasthof und einen Lebensmittelladen vorfinden, der sogar noch mit dem Auto das Warensortiment in die einzelnen Ortsteile bringt. Ebenso tragen zahlreiche Vereine und vier Feuerwehren zu einem regen Gemeindeleben bei. Gegenüber dem Wohnbaugebiet, auf der anderen Seite der Bundesstraße 470, befindet sich das Gewerbe- und Industriegebiet „An der Wolben“.

Von den insgesamt 10 Hektar sind dort noch 6 Hektar frei. In den letzten Jahren konnte man sich über drei Ansiedlungen freuen, die dadurch auch viele Arbeitsplätze in die Gegend brachten. An Gewerbesteuereinnahmen rechnet man dadurch für dieses Jahr mit 75000 Euro. Die gute Verkehrsanbindung an die Bundesstraße 470, an die Autobahn A7 sowie an den Bahnverkehr durch den Bahnhof in Steinach bei Rothenburg macht die Gemeinde für gewerbliche Ansiedlungen attraktiv.

Der kürzlich beschlossene Haushalt für das Jahr 2014 sieht 950.000 Euro im Verwaltungshaushalt und 900.000 Euro im Vermögenshaushalt vor. Der bisherige Schuldenstand von 300.000 Euro wird sich durch eine Darlehensaufnahme auf 560.000 Euro erhöhen. Was die Einkommenssteuer betrifft, so rechnet man mit Einnahmen von 300.000 Euro. Die Erschließung des Gewerbegebiets ist ein Hauptkostenpunkt im Haushalt. Sie schlägt mit etwa 600.000 Euro zu Buche. 

mes

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