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Mittwoch, 26.09.2018

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Dentaler Holz-Einsatz in Schillingsfürst

Georg Krauß brachte Zahnrad der Ochsentretanlage wieder in Schuss - 22.08.2018 10:22 Uhr

Georg Krauß nimmt sich mit Enkel Julian der schadhaften Zähne im Rad der Ochsentretanlage an. © privat


Dort stoßen Besucher auch sonst auf Ergebnisse seiner enormen Schaffenskraft wenn sie ihren Blick weg von dem beeindruckenden Turm des Bauwerks über den Rasen drumherum schweifen lassen. Der gelernte Zimmerer ist nämlich einer der wenigen, die noch das alte Handwerk des Deichelbohrens beherrschen.

Einst wurde Wasser per Holzleitungen von einem Punkt zum anderen transportiert. Hierfür mussten entsprechend Baumstämme der Länge nach durchbohrt werden. Heutzutage ist diese schweißtreibende Arbeit beinahe komplett in Vergessenheit geraten, gäbe es da nicht Georg Krauß. Ab und an fertigt er noch – natürlich ehrenamtlich – eine dieser hölzernen Wasserleitungen an, die dann im Umgriff des Brunnenhausmuseums an frühere Zeiten erinnern soll.

Sein jüngster Einsatz führte ihn jedoch ins Herz des kleinen, aber feinen Museums. Im Laufe der Jahre hatte sich der Holzwurm an dem historischen Innenleben der Ochsentretanlage mehr als gütlich getan. Drei der Zähne in dessen Rad gingen kaputt. Da diese auch noch nebeneinander lagen war der Abstand schließlich so groß, dass der vierte nicht mehr gegriffen hatte und die Pumpe nicht mehr angetrieben werden konnte.

Mit einem Holznagel sind die (hier schadhaften) Zähne in dem Rad gesichert. © privat


Wenn Georg Krauß etwas macht, dann macht er es richtig. Und so besserte er nicht nur die drei schadhaften Zähne aus, sondern sorgte auch dafür, dass 19 weitere die nächsten Jahre reibungslos ihren Dienst tun können. Einen Teil des Holzes dafür bekam er von der Firma Kamleiter, seinem ehemaligen Arbeitgeber. Mit seiner eigenen Bandsäge schnitt er das Holz grob zurecht. Einen halben Tag brauchte er für diese Arbeit.

Der weitaus zeitintensivere Part bestand dann darin, jeden einzelnen Zahn aus Eichenholz per Hand und Hobel anzupassen, denn „jeder Vierkant ist anders“, erklärt er. Zwei Tage verbrachte er damit. Zum Glück hatte er mit Enkel Julian tatkräftige Unterstützung. Dessen jüngerer Bruder Timo versorgte die beiden währenddessen mit Vesper und Trinken und hielt ihren Arbeitseinsatz fotografisch fest. 

mes

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