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Erfolgreiche Partnerschaft mit Uchiko

Nun wurde Mitgründer Kouchi Kouichi vom Kaiser ausgezeichnet - 20.07.2012 11:35 Uhr

ROTHENBURG  - Neuigkeiten aus Rothenburgs japanischer Partnerstadt Uchiko: Der ehemalige Bürgermeister Kouchi Kouichi, einer der Väter der Partnerschaft, wurde vom Kaiser mit dem „Kleinen Orden der aufgehenden Sonne mit Rosette“ für seine Verdiens­te um die deutsch-japanische Freundschaft ausge­zeichnet.

Freundliches Miteinander: Rothenburger beim Besuch einer Traditionellen Papierfabrik
Freundliches Miteinander: Rothenburger beim Besuch einer Traditionellen Papierfabrik
Foto: sis

Zur Ordensverleihung schickte Oberbürgermeister Walter Hartl eine Gruß­botschaft. Die Glückwünsche aus Rothenburg wurden bei dem Festakt mit über 120 Gästen im japanischen Wortlaut vorgetragen. Der Kaiser persönlich über­reichte die Auszeichnung an das frühere Stadtoberhaupt, das bei bester Gesundheit seinen wohlverdienten Ru­he­stand genießt und sich um seinen kleinen Bauernhof kümmert.

Im Kabuki-Theater fing alles an

Er baut Uchikoer Wein an und verkauft frische Zitrusfrüchte. Seit neuestem malt er Ölbilder, die wohl demnächst ausgestellt werden. In die Amts­zeit von Kouchi Kouichi fielen vor über 25 Jahren die ersten Kontakte zu Ro­thenburg mit dem da­maligen Oberbür­germeister Oskar Schubart. Bei einem Symposium im seinerzeit gerade restaurierten Kabuki-Theater hatte Schubart über die Themen Altstadterhaltung und Stadtgestaltung referiert und Parallelen zwischen beiden Städten aufgezeigt.

Denk­mal­pflege ist für Uchiko ein wich­tiges Thema. In der 18000-Einwohner-Stadt stehen rund 90 Ge­bäude unter historischem Schutz. Durch die Erhaltung der kulturellen Städten will Uchiko vor allem den Tourismus ankurbeln. Das Theater, komplett aus Holz gebaut, ist ein Prunkstück japanischer Kultur und alter Baukunst.

Gewachsene Beziehung

Mit der Gründung der internatio­nalen Ge­sellschaft begann ein re­gelmäßiger Austausch mit Rothenburg.1995 schlossen der damalige Oberbür­germeister Herbert Hachtel und sein japanischer Kollege Kouchi Kouichi eine Städtefreundschaft. Im September letzten Jahres mündete die langjährige Freundschaft in eine feste Partnerschaft.

Sie wurde während der Reichs­stadt-Festtage feierlich besiegelt. Gegenseitige Besuche und der Schüleraustausch haben zum Kennenlernen der jeweils anderen Kultur beigetragen. Die Rothenburger, die in Uchiko waren, be­stätigen, dass sie von Kultur und Gastfreundschaft sowie der Herzlichkeit der Japaner tief beeindruckt und begeistert gewesen sind.

Nächster Schüleraustausch steht fest

Im 17. Jahrhundert kam Uchiko durch Japanpapier- und Wachsproduktion zu großem Wohlstand, der sich in prachtvollen Gebäuden zeigt. Die reiz­volle Landschaft mit Bergen und beschaulichen Tälern ist ein beliebtes Erholungsgebiet und wird für die Wald­wirtschaft, den Anbau von Gemüse, Obst und Takab genutzt.

Die Stadt Rothenburg wirbt be­reits für die nächste Schüleraustauschreise vom 25. Oktober bis 4. November. Uchiko möchte anlässlich des Besuchs der deutschen Gäste das „30-jährige Jubiläum des Denk­malschutzes“ in der Stadt be­gehen. Die ersten Jugendlichen aus Rothenburg haben sich schon angemeldet.

Extra zusammengestelltes Programm

Die Internationale Ge­sellschaft der Stadt Uchiko hat ein in­teressantes Programm zu­sammen­gestellt, das für „Neulinge“ den Einstieg in eine fremde Kultur einfacher macht. Zu sehen ist das höchste Rathaus der Welt, der impossante Meiji-Schrein, das weltbekannte Ginza-Viertel und die quirlige Takeshita Don, ein Einkaufsparadies für Jugendliche.

Der mehr­tägige Aufenthalt bei einer Gastfamilie, ein Bummel durch die restaurierte Altstadt mit ihren traditionellen Gebäuden und Residenzen, die Besichtigung des alten Theaters, des Wachs­museums und der alten Papierfabrik, wo man Papierschöpfen lernt, findet man in keinem normalen Reise­programm.

Die japanische Küche zeigt ihre ge­sunde Vielfalt und Frische. Sie bietet mehr als Sushi und Soba. Wer aber trotzdem Appetit auf typisch frän­ki­sche Bratwürste hat, dem kann Keiichi helfen, der in Rothenburg das Metzgerhandwerk gelernt hat und seine ausgezeichneten Waren am Karari-Frisch­markt ver­kauft.

Rothenburger Kreuzblume hat Ehrenplatz in Tokio

Zum Besuchs­pro­gramm gehört auch ein Besuch der japanischen Hauptstadt Tokio mit Wol­ken­krat­zerviertel, pracht­vol­len Ein­kaufs­straßen, Tempeln und gepfleg­ten Park­anlagen. Auf dem Flughafen Haneda werden die Rothenburger von Präsident Isao Takashiro empfangen und zu einer Führung durch den modernen Flug­hafen eingeladen, den pro Jahr über 60 Millionen Passagiere nutzen.

 Der japani­sche Flug­hafenpräsident ist ein Kenner und Freund Rothenburgs und hat einer von der Bauhütte der Jakobs­kirche gearbeiteten Kreuz­blume einen Ehrenplatz auf dem Flug­hafengebäude eingeräumt.

Anmeldungen zu der Reise, an der auch Erwachsene teilnehmen, nimmt Johann Kempter im Touristbüro am Marktplatz (Telefon 09861/404-525 entgegen. Die Unterbringung für sechs Nächte und die Verpflegung in Uchiko erfolgt bei Gastfamilien oder durch die Stadt Uchiko. Die Stadt Rothenburg und der von Bürgermeister und Stadt­rat Kurt Förster geführte Städte­part­nerschafts­verein för­dern den Schüleraustausch mit Zu­schüssen. 

sis


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