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Erlbach: Neues Glasfasernetz freigeschaltet

Heimatminister Markus Söder war zur offiziellen Freischaltung vor Ort - 15.10.2016 13:55 Uhr

Gemeinsam Leitung freigegeben: Bürgermeister Rudolf Glas, Minister Markus Söder,  Bereichsleiter Peter Reisinger und Bauernverband-Bezirkspräsident Günther Felßner (v.l.). © Scheuenstuhl


Etwas Bedenken hatte der CSU-Politiker dann doch den Knopf zu drücken, auch wenn die Förderung des Breitbandausbaus sein Prestigeprojekt ist – schließlich wäre ein schwarzer Knopf angebrachter gewesen, als ein roter, merkte er augenzwinkernd an. Letztlich legte er aber doch zusammen mit Bürgermeister Rudolf Glas, Peter Reisinger, Bereichsleiter Expansion bei dem regionalen Telekommunikationsanbieter M-net, und Günther Felßner, Präsident des Bezirksverbandes Mittelfranken des Bayerischen Bauernverbandes, Hand an und schickte damit die Neusitzer auf die schnelle Datenautobahn.

In den vergangenen Monaten wurden in den Ortsteilen neue Glasfaserkabel über eine Strecke von 26 Kilometer verlegt. Durch diese mittlerweile zweite Ausbauphase nach 2012 wurde die Zahl der Haushalte, die mit Bandbreiten über 30 Megabit pro Sekunde im Internet surfen können, um 500 auf 730 erhöht, erklärt Gerhard Wörlein, der zusammen mit Achim Schneider, als "Breitbandpate" des Gemeinderats den Ausbau vorantrieb. Etwa 70 Anschlüsse haben Glasfaserleitungen ins Haus legen lassen und kommen dadurch sogar auf 300 Megabit pro Sekunde.

Insgesamt investierte die Kommune über 600000 Euro in den Ausbau. Der Freistaat gewährte dabei eine Förderung von 481338 Euro. "Der heutige Tag ist ein weiterer Meilenstein in unserer Gemeinde und seiner infrastrukturellen Entwicklung", erklärte Bürgermeister Rudolf Glas im für die frühe Uhrzeit gut gefüllten Zelt auf dem landwirtschaftlichen Betrieb der Familie Schöller in Erlbach. Engagierte Einwohner des Ortsteils bereiteten die Örtlichkeit für den Minister und die weiteren Gäste vor und sorgten mit Weißwürsten für deren leibliches Wohl nach den Reden und dem Knopfdrücken.

Digitale Vernetzung

Schnelles Internet diene nicht ausschließlich der "perönlichen Erbauung und Erheiterung", ließ der Minister wissen. Es trage dazu bei, normale Dinge des alltäglichen Lebens zu beschleunigen. Das "Rathaus rund um die Uhr" oder die digitale Vernetzung im Gesundheitswesen führte er als Beispiele an, wo ein schneller und reibungsloser digitaler Datenaustausch die Kommunikation vereinfacht und Vorteile schafft. Gerade im ländlichen Raum sei schnelles Internet aber auch wichtig, "um junge Leute in der Region zu halten".

Dessen Stärkung sieht Markus Söder als seine "Kernaufgabe" als Heimatminister. Der ländliche Raum dürfe nicht "Raum zweiter Klasse" sein und solle die "gleichen Chancen" haben, wie städtische Gebiete. Bayernweit sind bereits rund 96 Prozent aller Kommunen in das bayerische Breitband-Förderverfahren eingestiegen, heißt es in einer Pressemitteilung aus dem Ministerium. Seitdem die Behörde die Verantwortung für das Projekt übernommen hat, habe sich, nach eigener Aussage, die "Versorgung mit schnellem Internet bei einer Bandbreite von mindestens 50 Megabit pro Sekunde in ländlichen Gemeinden Bayerns von unter 16 auf über 32 Prozent der Haushalte erhöht".

Nicht ohne Grund fand die offizielle Freischaltung des neuen Netzes auf einem landwirtschaftlichen Betrieb statt. "Die Digitalisierung ist ein Megatrend, der längst auf den Höfen der fränkischen Bauernfamilien Einzug gehalten hat und keine Zukunftsvision mehr ist", betonte Günther Felßner vom Bayerischen Bauernverband. Das Thema Breitbandausbau und Landwirtschaft 4.0 sei "für eine moderne, nachhaltige und umweltschonende heimische Landwirtschaft und für den gesamten ländlichen Raum wichtig", bekräftigte er. Günther Felßner forderte außerdem, dass die "weißen Flecken der Breitbandversorgung zügig geschlossen" werden.

Auch reiche die Versorgung mit 50 Megabit pro Sekunde nicht aus, "um den technologischen und wirtschaftlichen Anschluss nicht zu verpassen". Thomas Schöller hat 2014 den landwirtschaftlichen Betrieb in Erlbach von seinem Vater übernommen. Ein Jahr später stellte der Agrarbetriebswirt von Milchvieh auf Färsenmast mit 150 bis 200 Tieren um. In dem 22-Seelen-Ortsteil mache "der Wandel der Zeit keinen Halt", so der 38-Jährige, der deshalb nicht nur aus landwirtschaftlicher Sicht vom Breitbandausbau überzeugt ist, sondern auch, um "junge Leute auf dem Land zu halten". Nach rund einer Stunde machte sich Markus Söder auf den Weg zu seinem nächsten Termin, mit im Gepäck eine Reihe von Geschenken der Gemeinde. Die Erlbacher ließen es sich aber nicht nehmen schnell noch mit dem Minister ein Erinnerungsfoto zu machen. 

mes

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